BNP Paribas S&P 500 ETF EUR Hedged: Was die Währungsabsicherung wirklich bedeutet
2024 deutlich schwächer, 2025 dafür deutlich besser als die klassische Variante: dieser währungsgesicherte S&P-500-ETF zeigt anschaulich, wie stark sich Hedging auf die Rendite auswirken kann.
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Das Wichtigste in Kürze:
- Anders als eine klassische S&P-500-Variante sichert dieser Fonds das Euro-Dollar-Wechselkursrisiko zusätzlich ab, was die Rendite in einzelnen Jahren erheblich von einer ungesicherten Variante abweichen lässt.
- 2022 verlor der Fonds deutlich mehr als eine klassische Variante, 2024 gewann er deutlich weniger, 2025 dagegen deutlich mehr.
- Unter 14 verfügbaren S&P-500-EUR-Hedged-ETFs ist dieser Fonds nur die viertgrößte Variante, aber günstiger als der Marktführer.
Was Währungsabsicherung bedeutet, und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt
Der BNP Paribas Easy S&P 500 UCITS ETF EUR Hedged bildet den S&P 500 Index nach, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA bündelt. Der Fonds hält nicht nur die Aktien des Index, sondern schließt parallel Devisentermingeschäfte ab, die das Wechselkursrisiko zwischen US-Dollar und Euro neutralisieren sollen. Ohne diese Absicherung hinge die in Euro gemessene Rendite eines Anlegers sowohl von der Kursentwicklung der enthaltenen US-Aktien in Dollar als auch von der Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurses ab. Mit der Absicherung soll die Rendite in Euro möglichst genau der Aktienkursentwicklung in US-Dollar entsprechen, unabhängig davon, ob der Dollar zwischenzeitlich auf- oder abgewertet hat. Der Vorteil liegt in einer planbareren, weniger von Währungsschwankungen verzerrten Rendite. Der Nachteil: Wer währungsgesichert investiert, profitiert im Umkehrschluss auch nicht von einer für Euro-Anleger günstigen Dollarstärke, wie sie in der Vergangenheit wiederholt aufgetreten ist, und trägt zusätzlich ein geringes Gegenparteirisiko durch die verwendeten Devisentermingeschäfte. Der Fonds bildet seinen Index synthetisch über ein Swap-Geschäft nach, thesauriert seine Erträge und wurde bereits im Oktober 2015 aufgelegt. Unter 14 verfügbaren S&P-500-EUR-Hedged-ETFs ist er mit 1,4 Milliarden Euro nur die viertgrößte Variante. Bei den Kosten liegt er mit 0,14 Prozent pro Jahr aber günstiger als der deutlich größere Marktführer von iShares mit 0,20 Prozent, kann mit den günstigsten Anbietern wie Invesco und State Street mit jeweils 0,05 Prozent allerdings nicht mithalten.
Warum die Rendite in einzelnen Jahren so stark von der klassischen Variante abweicht
Ein Vergleich mit dem iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc) zeigt eindrücklich, wie stark sich Hedging auswirken kann. 2022 verlor der BNP-Fonds 20,7 Prozent, deutlich mehr als eine klassische, ungesicherte Variante (-13,3 Prozent). 2022 stieg der US-Dollar gegenüber dem Euro kräftig, was Anlegern in einer ungesicherten Variante half, da sich ihre in Dollar gehaltenen Aktien beim Umtausch in Euro zusätzlich aufwerteten. Wer währungsgesichert investiert war, profitierte davon nicht und erlebte den reinen, ungebremsten Kursrückgang der US-Aktien ohne diesen Ausgleich. 2024 fiel die Rendite mit 22,2 Prozent ebenfalls geringer aus als bei der ungesicherten Variante (32,6 Prozent), aus demselben Grund. Ein weiterhin starker Dollar begünstigte ungesicherte Anleger zusätzlich. 2025 drehte sich das Bild dagegen um. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro spürbar ab, eines der schwächsten Dollar-Jahre seit Langem, was ungesicherte Anleger einen Teil ihrer Aktienrendite kostete, während der BNP-Fonds von diesem Wechselkurseffekt komplett verschont blieb und dadurch eine deutlich höhere Rendite von 14,6 Prozent als die klassische Variante (4,0 Prozent) erzielte.
Apple, NVIDIA und Microsoft: Warum Technologie so dominant ist
Die zehn größten Positionen vereinen 37,2 Prozent des Fondsvermögens, was bei 500 enthaltenen Werten ein hoher Konzentrationsgrad ist. Größte Position ist mit 7,67 Prozent Apple, dessen Wert über Jahrzehnte durch die weltweite Verbreitung seiner Geräte sowie ein zunehmend margenstarkes, auf wiederkehrende Erlöse ausgerichtetes Dienstleistungsgeschäft gewachsen ist. Auf Platz zwei folgt mit 7,40 Prozent NVIDIA, dessen technologische Vorreiterrolle bei Grafikprozessoren den Konzern zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht hat, getragen vom anhaltenden weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur. Da diese Daten dem Stand zum 30. Juli 2026 entsprechen, liegt hier Apple vor NVIDIA. Apple übernahm kurz zuvor nach sehr starken Quartalszahlen mit einem Rekordumsatz von 109,4 Milliarden Dollar die Führung bei der Marktkapitalisierung. Erst am 1. August eroberte NVIDIA die Krone zurück, nachdem eine schwache Umsatzprognose von Apple die Aktie einbrechen ließ.
An dritter Stelle steht mit 5,25 Prozent Microsoft, dessen enormer Unternehmenswert auf der dominanten Stellung seiner Cloud-Plattform Azure sowie der breiten Verankerung seiner Software in Unternehmen weltweit beruht. Diese Konzentration auf wenige, extrem wertvolle Technologiekonzerne erklärt sich aus der Marktkapitalisierungsgewichtung des Index. Größere, höher bewertete Unternehmen erhalten automatisch mehr Gewicht, und da US-Technologiekonzerne aktuell über enorme Finanzkraft für Forschung und Entwicklung verfügen und stark vom weltweiten KI-Boom profitieren, dominieren sie zwangsläufig die Spitze. Für Anleger bedeutet das, dass die Wertentwicklung des Fonds trotz 500 enthaltener Unternehmen überproportional von der Innovationskraft und den Bewertungen einer Handvoll Technologiekonzerne abhängt.
Was die Rendite unabhängig vom Hedging antreibt, und wo ihre Grenzen liegen
2023 legte der Fonds um 22,5 Prozent zu und 2024 um 22,2 Prozent, getragen vom aufkommenden KI-Boom und den damit verbundenen Rekordgewinnen der größten Technologiekonzerne. 2025 fiel die Rendite mit 14,6 Prozent moderater, aber weiterhin solide aus. In den vergangenen zwölf Monaten liegt der Fonds nur 2,7 Prozentpunkte hinter dem iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc), da sich der Dollar in diesem Zeitraum insgesamt weniger stark bewegte als in den Vorjahren. Die grundsätzlichen Wachstumstreiber unabhängig vom Hedging bleiben dabei wie in der klassischen Variante: anhaltende KI-Investitionen, eine unterstützende Geldpolitik der US-Notenbank sowie robustes Gewinnwachstum der größten Technologiekonzerne. Die Grenzen zeigen sich dagegen in Phasen überraschend restriktiver Zinspolitik oder einer allgemeinen Konjunkturabkühlung, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional treffen.
Warum die Volatilität niedriger, der maximale Verlust aber höher ausfällt
Die Volatilität liegt über ein, drei und fünf Jahre zwischen 12,6 und 16,7 Prozent, minimal niedriger als bei der ungesicherten Variante. Das lässt sich damit erklären, dass die Absicherung des Wechselkursrisikos eine zusätzliche Schwankungsquelle eliminiert, wodurch die verbleibende Kursbewegung etwas ruhiger ausfällt. Beim maximalen Kursrückgang zeigt sich dagegen das Gegenteil. Über fünf Jahre liegt er bei minus 26,2 Prozent, 3,5 Prozentpunkte höher als bei der ungesicherten Variante. Der Grund dafür liegt in genau demselben Mechanismus, der 2022 bereits den höheren Jahresverlust erklärte. In Krisenphasen wertet der Dollar gegenüber dem Euro häufig als vermeintlich sicherer Hafen auf, was ungesicherten Anlegern einen zusätzlichen Puffer verschafft. Wer währungsgesichert investiert war, erhielt diesen Puffer nicht und trug die Aktienmarktverluste in voller Höhe.
Für welche Strategie sich dieser währungsgesicherte S&P-500-ETF eignet
Der Fonds eignet sich für Anleger, die gezielt reinen Zugang zur Wertentwicklung amerikanischer Standardwerte ohne zusätzliches Wechselkursrisiko suchen, oder die von einer Euro-Aufwertung gegenüber dem Dollar ausgehen. Wer dagegen eine zusätzliche Diversifikation über Fremdwährungen als Vorteil betrachtet, etwa weil sich der Dollar in Krisenphasen historisch häufig als stabilisierender Faktor erwiesen hat, ist mit einer klassischen, ungesicherten S&P-500-Variante zu geringeren Kosten besser bedient. Wegen der grundsätzlich hohen Technologie- und Einzeltitelkonzentration, die dieser Fonds mit jeder anderen S&P-500-Variante teilt, sowie der zusätzlichen, spürbaren Auswirkung der Währungsabsicherung auf das Risikoprofil in einzelnen Jahren sind ein langer Anlagehorizont sowie ein bewusstes Verständnis dieser Besonderheit für dieses Investment hilfreich.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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