S&P-500-ETF

Xtrackers S&P 500 ETF: Keine günstigere Variante existiert, um in die 500 größten US-Unternehmen zu investieren

28.07.26 08:45 Uhr

Xtrackers S&P 500 UCITS ETF 4C (IE000Z9SJA06) im Check: Der günstigste S&P-500-ETF im Test | finanzen.net

Trotz noch junger Auflage im Jahr 2022 hat dieser Fonds bereits über 2 Milliarden Euro Fondsvolumen erreicht. Ein wichtiger Grund: Es gibt keine günstigere Möglichkeit, in den S&P 500 zu investieren.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt keinen günstigeren ETF auf den S&P 500, nur gleichwertige Alternativen mit 0,03 Prozent laufenden Kosten pro Jahr.
  • Trotz einer Auflage erst im Juni 2022 hat der Fonds bereits ein Fondsvolumen von über 2 Milliarden Euro aufgebaut.
  • Fast 40 Prozent des Fonds stecken in der Technologiebranche. Doch warum boomt die US-Tech-Branche überhaupt so sehr?

Zugang zu den 500 größten US-Unternehmen: Was der Fonds abbildet

Der Xtrackers S&P 500 UCITS ETF 4C bildet den S&P 500 Index nach, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA nach Marktkapitalisierung bündelt und alle bedeutenden Branchen des Landes abdeckt, von Technologie über Gesundheitswesen bis zu Finanzdienstleistungen und Industrie. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und thesauriert seine Erträge. Ein Investment in den S&P 500 kann für Anleger sinnvoll sein, weil er einen breiten, liquiden Querschnitt der größten und wirtschaftlich bedeutendsten Unternehmen der weltgrößten Volkswirtschaft abbildet, von etablierten Weltmarktführern bis zu den aktuell wachstumsstärksten Technologiekonzernen. Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,03 Prozent pro Jahr auf dem günstigsten verfügbaren Niveau für einen S&P-500-ETF, eine günstigere Variante gibt es nicht, lediglich einige weitere Anbieter wie State Street SPDR und UBS bieten zum identischen Preis vergleichbare Fonds an. Trotz seiner erst im Juni 2022 erfolgten Auflage hat der Fonds bereits ein Fondsvolumen von 2,1 Milliarden Euro aufgebaut, was sich direkt mit diesem Kostenvorteil erklären lässt: Ein derart günstiger, physisch replizierender Zugang zum bekanntesten Aktienindex der Welt zieht naturgemäß schnell viel Anlegerkapital an.

NVIDIA, Apple und Microsoft: Die Schwergewichte im Fonds

Die zehn größten Positionen vereinen 37,48 Prozent des Fondsvermögens. Größte Position ist mit 7,90 Prozent NVIDIA. Der Chiphersteller hat sich zuletzt gemeinsam mit weiteren Branchenführern der Open Secure AI Alliance angeschlossen, einer Initiative für mehr Sicherheit und Schutz bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Auf Platz zwei folgt mit 6,78 Prozent Apple, das seine Kartendienste künftig zur Navigationslösung für die neue Ford-Elektrofahrzeugplattform machen wird. An dritter Stelle steht mit 4,36 Prozent Microsoft, das seine Partnerschaft mit Databricks ausgebaut hat, um Unternehmen dabei zu helfen, geschäftlichen Kontext direkt in ihre KI-Anwendungen einzubinden. Dahinter folgen unter anderem mit Amazon, Alphabet und Broadcom weitere US-Schwergewichte. Auffällig dabei: Allein die drei größten Positionen vereinen bereits rund 19 Prozent des Fondsvermögens, während die restlichen sieben Top-10-Werte sich die übrigen knapp 19 Prozentpunkte teilen, ein Beleg dafür, wie stark sich die Marktkapitalisierung selbst innerhalb der Top 10 auf wenige Ausnahmeunternehmen konzentriert.

Warum US-Technologiekonzerne so dominant sind, und was das für Anleger bedeutet

Nach Sektoren führt Technologie mit 38,56 Prozent deutlich vor Telekommunikation mit 9,96 Prozent und Finanzdienstleistungen mit 9,73 Prozent. US-Technologiekonzerne verfügen über enorme Finanzkraft für Forschung und Entwicklung, profitieren von starken Netzwerkeffekten ihrer Plattformen und haben sich zuletzt als zentrale Nutznießer des weltweiten KI-Booms etabliert, der ihre Gewinne und damit ihre Marktkapitalisierung kräftig wachsen lässt. Für Anleger bedeutet das: Wer bereits einen klassischen Welt-ETF hält, in dem US-Technologiewerte ohnehin meist schon die größten Einzelpositionen stellen, sollte diesen Fonds nicht einfach zusätzlich kaufen, sondern bewusst einsetzen, um gezielt den US-Technologiesektor stärker zu gewichten, statt die eigene Streuung zu verbessern. Wer sich dieser Konzentration bewusst ist und genau darauf setzen möchte, findet im S&P 500 einen naheliegenden Baustein.

Starke Renditen, aber auch spürbare Risiken

Im laufenden Jahr steht ein Plus von 12,91 Prozent zu Buche, nach einem schwächeren Jahr 2025 mit 3,98 Prozent und zwei außergewöhnlich starken Jahren 2024 mit 32,68 Prozent und 2023 mit 21,49 Prozent. Diese Renditen erklären sich maßgeblich durch den anhaltenden KI-Superzyklus sowie durch die von der US-Notenbank vorgenommenen Leitzinssenkungen, die Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver machen. Doch diesen Chancen steht ein spürbares Risiko gegenüber. Die Volatilität über drei Jahre liegt bei 15,74 Prozent, der maximale Kursrückgang im selben Zeitraum bei minus 22,67 Prozent. Kursrückgänge dieser Art entstehen beim S&P 500 typischerweise durch überraschend restriktive Zinspolitik der US-Notenbank, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trifft, durch Enttäuschungen bei den milliardenschweren KI-Investitionen der großen Konzerne, sollten sich die erhofften Produktivitätsgewinne langsamer einstellen als erwartet, sowie durch eine allgemeine Konjunkturabkühlung in den USA. Je konzentrierter der Index auf wenige große Technologiewerte wird, desto empfindlicher reagiert der gesamte Fonds auf Rückschläge bei genau diesen Positionen.

Für welche Strategie sich dieser S&P-500-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die zu minimalen Kosten und mit maximaler Nachbildungsgenauigkeit gezielt in die größten US-Unternehmen und insbesondere in den dortigen Technologiesektor investieren möchten. Wegen der ausgeprägten Konzentration auf ein einzelnes Land und eine dominante Branche eignet sich der Fonds nicht als alleiniges Investment, sondern sollte gezielt als Ergänzung zu einem bereits breiter aufgestellten Depot eingesetzt werden, etwa um die eigene US-Technologiegewichtung bewusst zu steuern. Wer diese Konzentration versteht und akzeptiert, dass auf starke Jahre wie 2023 und 2024 auch spürbare Rückschläge folgen können, findet mit diesem Fonds einen der günstigsten verfügbaren Zugänge zu einem der bekanntesten Aktienindizes der Welt.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf ein einzelnes Land und eine einzelne Branche kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds erhöhen.

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