Uran-ETF

VanEck Uranium and Nuclear ETF: Zwei Jahre mit jeweils über 35 Prozent Rendite, was Uran-Anleger jetzt wissen sollten


VanEck Uranium and Nuclear ETF: Zwei Jahre mit jeweils über 35 Prozent Rendite, was Uran-Anleger jetzt wissen sollten

Zwei Jahre mit jeweils über 35 Prozent Rendite, dann ein Rückschlag von 31 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Der größte Uran-ETF zeigt eindrücklich, wie volatil das Thema Kernenergie sein kann.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • 2024 und 2025 legte der Fonds um jeweils über 35 Prozent zu, in den vergangenen sechs Monaten verlor er dagegen 12,8 Prozent, zuletzt hat sich der Trend aber wieder gedreht.
  • Der Fonds ist der einzige verfügbare ETF auf den MarketVector Global Uranium and Nuclear Energy Infrastructure Index und mit 2,0 Milliarden Euro mit Abstand der größte unter sieben verfügbaren weltweiten Uran-ETFs.
  • Kanada und Japan führen die Länderverteilung an, nicht wie bei den meisten Themen-ETFs die USA, was viel über die Struktur der globalen Uran- und Kernenergiebranche verrät.

Warum Uran und Kernenergie immer wichtiger werden

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Der zentrale Treiber hinter dem wachsenden Interesse an Uran und Kernenergie ist der explodierende Strombedarf von KI-Rechenzentren. Anders als Sonne und Wind liefert Kernkraft eine verlässliche, rund um die Uhr verfügbare Grundlast, weshalb große Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon, Google und Meta gezielt Atomstrom für ihre Rechenzentren sichern, teils sogar durch die Reaktivierung stillgelegter Kernkraftwerke. Nach Prognosen der Internationalen Energieagentur soll die weltweite Stromnachfrage zwischen 2026 und 2030 jährlich um durchschnittlich 3,6 Prozent steigen, wobei Rechenzentren und künstliche Intelligenz zu den wichtigsten Treibern zählen. Weltweit sind aktuell rund 440 Reaktoren in Betrieb und etwa 80 im Bau, während die World Nuclear Association mit einem Anstieg des weltweiten Uranbedarfs von rund 69.000 Tonnen im Jahr 2025 auf über 150.000 Tonnen bis 2040 rechnet. Zusätzlichen Rückenwind erhält die Branche durch politische Unterstützung, mehrere Länder haben sich international dazu bekannt, die weltweite Kernkraftkapazität bis 2050 zu verdreifachen, während neue, kleinere Reaktortypen, sogenannte Small Modular Reactors, als vielversprechende Ergänzung für die dezentrale Stromversorgung von Rechenzentren gelten.

Der einzige und zugleich größte ETF auf diesen Index

Der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF bildet den MarketVector Global Uranium and Nuclear Energy Infrastructure Index nach und ist der einzige verfügbare ETF, der genau diesen Index abbildet. Erfasst werden weltweit Unternehmen, die mindestens die Hälfte ihrer Einnahmen aus Uranbergbau, Uranhandel oder dem Bau, Betrieb und der Wartung von Kernkraftwerken sowie zugehöriger Reaktortechnik erzielen, ergänzt um börsengehandelte Fonds, die den physischen Uranpreis abbilden. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, thesauriert seine Erträge und wurde im Februar 2023 aufgelegt. Unter sieben verfügbaren weltweiten Uran-ETFs ist er mit 2,0 Milliarden Euro mit Abstand der größte, deutlich vor dem Global X Uranium UCITS ETF und dem HANetf Sprott Uranium Miners UCITS ETF. Bei den Kosten liegt er mit 0,55 Prozent pro Jahr im vorderen Mittelfeld, günstiger als die Sprott-Varianten mit 0,85 Prozent, aber teurer als der WisdomTree Uranium and Nuclear Energy UCITS ETF mit 0,45 Prozent.

Warum Cameco über 14 Prozent des Fonds ausmacht

Die Gewichtung im Index erfolgt nach Marktkapitalisierung, allerdings mit einer klaren Kappungsregel. Das größte Unternehmen darf höchstens 15 Prozent des Index ausmachen, das zweitgrößte höchstens 10 Prozent, alle übrigen Unternehmen jeweils höchstens 8 Prozent. Bei einer echten Gleichgewichtung würde jede Position rund 4 Prozent ausmachen, dass Cameco mit gut 14 Prozent trotzdem so nah an der zulässigen Höchstgrenze liegt, zeigt, wie dominant der Konzern innerhalb der Uranbranche tatsächlich ist. Cameco ist einer der größten Uranproduzenten der Welt, betreibt mit McArthur River, Key Lake und Cigar Lake mehrere der bedeutendsten Uranminen in der kanadischen Provinz Saskatchewan und hält zusätzlich eine bedeutende Beteiligung am Reaktorbauer Westinghouse, dessen Technologie nach eigenen Angaben in 57 Prozent der weltweit rund 417 aktiven Reaktoren zum Einsatz kommt.

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Für das zweite Quartal 2026 meldete Cameco einen Nettogewinn von 25 Mio. kanadischen Dollar, deutlich weniger als im Vorjahresquartal, was der Konzern vor allem mit geringeren Erträgen aus der Westinghouse-Beteiligung begründete, da diese im Vorjahresquartal von einem großen Bauprojekt für zwei Reaktoren im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany profitiert hatte. Der durchschnittlich erzielte Verkaufspreis für Uran stieg dagegen weiter an und der Konzern hob seine Preis- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 an, gestützt auf einen höheren Spotpreis sowie einen starken US-Dollar. Cameco betont zudem seine bewusst zurückhaltende, disziplinierte Vertragsstrategie, mit der der Konzern gezielt von weiter steigenden Uranpreisen profitieren möchte, statt Liefermengen vorschnell zu niedrigeren Preisen zu binden. Als Risiko zeigte das Quartal aber auch operative Herausforderungen. Überschwemmungsbedingte Störungen an den Zulieferstraßen im Norden Saskatchewans sowie witterungsbedingte Verzögerungen beeinträchtigten zeitweise den Betrieb, auch wenn die Jahresproduktionsprognose davon unberührt blieb.

Warum Kanada und Japan hier vor den USA stehen

Bei der Länderverteilung führt Kanada mit 37,2 Prozent, gefolgt von Japan mit 26,6 Prozent, erst an dritter Stelle folgen die USA mit 21,2 Prozent. Der hohe kanadische Anteil erklärt sich direkt durch Cameco sowie weitere kanadische Förderunternehmen wie NexGen Energy, die zusammen einen Großteil der weltweiten Uranproduktion außerhalb Kasachstans stellen. Der überraschend hohe japanische Anteil wiederum geht auf große japanische Industriekonzerne wie Hitachi und Mitsubishi Heavy Industries zurück, die bedeutende Reaktorbau- und Zuliefergeschäfte betreiben und vom weltweiten Ausbau der Kernenergie-Infrastruktur profitieren, unabhängig von der japanischen Energiepolitik selbst. Der Fonds bildet somit die gesamte globale Wertschöpfungskette von Uranförderung bis Reaktorbau ab.

Warum der Kurs zuletzt so stark schwankte

2024 legte der Fonds um 37,3 Prozent zu und 2025 sogar um 49,3 Prozent, getragen von den beschriebenen strukturellen Treibern rund um den KI-bedingten Strombedarf sowie einem langfristigen Uranvertragspreis, der Anfang 2026 mit rund 90 US-Dollar je Pfund den höchsten Stand seit 2008 erreichte. In den vergangenen sechs Monaten verlor der Fonds dagegen 12,8 Prozent. Der Grund dafür liegt darin, dass der kurzfristige Spotmarkt für Uran deutlich kleiner ist als der eigentliche Handel über mehrjährige Lieferverträge und sich zuletzt in einer engen Spanne bewegte, während einzelne große Produzenten wie der kasachische Staatskonzern Kazatomprom ihre Fördermengen bewusst drosselten, was kurzfristig für Verunsicherung unter Anlegern sorgte. Diese Entwicklung zeigt eine grundsätzliche Grenze des Uran-Themas auf. Selbst bei einer strukturell intakten Nachfrage können einzelne Produzentenentscheidungen, Lieferverzögerungen oder allgemeine Gewinnmitnahmen nach starken Kursanstiegen zu deutlichen zwischenzeitlichen Rückschlägen führen. Der Umstand, dass der Fonds in den vergangenen 30 Tagen bereits wieder um 12,4 Prozent zulegte, deutet darauf hin, dass sich dieser Abwärtstrend bereits wieder gedreht haben könnte. Bis zum bisherigen Allzeithoch fehlen dennoch fast 19 Prozent, was den aktuellen Zeitpunkt für Anleger interessant machen könnte, die von den langfristigen Treibern des Themas überzeugt sind und einen möglichen Einstieg nach der starken Korrektur erwägen.

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Eine Schwankungsbreite, die selbst andere Themen-ETFs übertrifft

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 37,3 Prozent und über drei Jahre bei 32,1 Prozent, deutlich höher als bei den meisten anderen Themen-ETFs. Das lässt sich mit der Kombination aus einem noch recht kleinen, spezialisierten Anlageuniversum, den beschriebenen Rohstoffpreisschwankungen sowie der grundsätzlich hohen Sensitivität von Rohstoffaktien gegenüber Angebots- und Nachfrageänderungen erklären. Entsprechend deutlich fallen auch die maximalen Kursrückgänge aus. Über ein Jahr liegt der maximale Verlust bei minus 31,0 Prozent, über drei Jahre bei minus 37,6 Prozent. Wer in dieses Thema investiert, muss also auch nach mehrjährigen Boomphasen jederzeit mit zwischenzeitlichen Rückgängen von 20, 30 oder mehr Prozent rechnen und sollte entsprechend nur einen überschaubaren Teil des eigenen Depots dafür einsetzen.

Für welche Anleger sich dieser Uran- und Kernenergie-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die von den langfristigen strukturellen Treibern rund um Kernenergie, insbesondere dem wachsenden Strombedarf durch künstliche Intelligenz und Rechenzentren, überzeugt sind und bereit sind, dafür eine außergewöhnlich hohe Schwankungsbreite in Kauf zu nehmen. Die jüngste Korrektur um fast 13 Prozent binnen sechs Monaten, gefolgt von einer bereits wieder einsetzenden Erholung, kann dabei als Erinnerung dienen, dass sich das Thema trotz seiner langfristig positiven Ausrichtung keineswegs geradlinig entwickelt. Wegen der hohen Konzentration auf ein einzelnes, rohstoffnahes Thema eignet sich der Fonds nicht als Grundbaustein, sondern als gezielte, spekulative Beimischung für risikobewusste Anleger mit langem Anlagehorizont.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf einen einzelnen Rohstoffsektor kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.

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Bildquellen: RelaxFoto/Istockphoto, Vladimir Tretyakov / Shutterstock.com

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