SPDR US Dividend Aristocrats ETF: Wie der geballte US-Dividenden-Adel Anleger vor dem Weltmarkt-Absturz bewahrte

Dank 20 Jahre in Folge steigenden Dividenden als Pflichtkriterium kauft dieser ETF nur die zuverlässigsten Ausschütter der USA. Genau das machte ihn 2022 zum großen Gewinner.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Weder NVIDIA noch Apple oder Microsoft qualifizieren sich für diesen ETF. An der Spitze steht stattdessen die Elite der Dividenden-Verlässlichkeit.
- 2022 verlor der Weltmarkt fast 13 Prozent, der ETF stand dagegen mit einem Plus von gut 5 Prozent da.
- Die zehn größten Positionen vereinen zusammen nur 17,7 Prozent des Fondsvermögens, ein für einen reinen US-ETF außergewöhnlich niedriger Wert.
Der einzige ETF auf einen strengeren Dividenden-Index: Wie er sich zusammensetzt
Der State Street SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats UCITS ETF USD Unhedged (Dist) bildet den S&P High Yield Dividend Aristocrats Index nach und ist der einzige hier verfügbare ETF auf genau diesen Index. Während die klassischen S&P 500 Dividend Aristocrats ihr Anlageuniversum auf den S&P 500 beschränken, also auf große US-Konzerne, zieht der High Yield Dividend Aristocrats Index seine Kandidaten aus dem deutlich breiteren S&P Composite 1500, der neben Großkonzernen auch mittelgroße und kleinere Unternehmen einschließt. Aufgenommen wird nur, wer seine Dividende mindestens 20 Jahre in Folge angehoben hat, ein strenges Qualitätskriterium, das Unternehmen mit nachweislich verlässlicher, über Jahrzehnte gewachsener Ausschüttungspolitik herausfiltert. Zusätzlich gewichtet der Index seine aktuell 155 Mitglieder nicht nach Marktkapitalisierung, sondern nach der indizierten jährlichen Dividendenrendite mit Kappungsgrenze pro Titel bei 4 Prozent. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und schüttet seine Erträge vierteljährlich aus. Bei den Kosten liegt er mit 0,35 Prozent pro Jahr am oberen Ende seines Vergleichsfelds, teurer als der Fidelity US Quality Income UCITS ETF mit 0,25 Prozent oder der iShares Dow Jones US Select Dividend UCITS ETF mit 0,31 Prozent. Mit einem Fondsvolumen von 3,3 Milliarden Euro ist er trotz der höheren Kosten der mit Abstand größte US-Dividenden-ETF am Markt.
Breiteres Universum, Gleichgewichtung: Was den Fonds von anderen US-Dividenden-ETFs unterscheidet
Der zentrale Unterschied zu Wettbewerbern wie dem Fidelity US Quality Income oder dem iShares MSCI USA Quality Dividend Advanced liegt in der Kombination aus breiterem Anlageuniversum und annähernder Gleichgewichtung. Viele andere Dividenden-ETFs gewichten nach Marktkapitalisierung oder nach spezifischen Qualitätsfaktoren und konzentrieren sich stärker auf große, bekannte Konzerne. Hier sorgt der Index dafür, dass auch kleinere, aber ebenso verlässliche Dividendenzahler ein spürbares Gewicht im Fonds erhalten. Kein einzelnes Unternehmen kann somit den Fonds dominieren und die im breiteren S&P Composite 1500 enthaltenen mittelgroßen Dividendenzahler bringen zusätzliche Diversifikation, die ein rein auf den S&P 500 beschränkter Index nicht bieten kann.
2022 im Plus, während der Weltmarkt einbrach: Was hinter dieser Stabilität steckt
2022 verlor der iShares Core MSCI World UCITS ETF als breiter Vergleichsmaßstab 13,0 Prozent, während der Dividenden-ETF im selben Jahr ein Plus von 5,1 Prozent erzielte. Denn 2022 belasteten vor allem stark steigende Leitzinsen besonders hoch bewertete Wachstums- und Technologiewerte, deren künftige Gewinne bei höheren Zinsen rechnerisch weniger wert sind. Genau solche Werte fehlen in diesem Fonds fast vollständig, da sich Unternehmen mit hohen Bewertungen und geringen oder keinen Dividenden gar nicht erst für den Index qualifizieren. Stattdessen dominieren Branchen wie Industrie, Versorger, Basiskonsumgüter und Finanzdienstleistungen, die sich allesamt durch stabile, weniger zinssensitive Geschäftsmodelle auszeichnen. Das bestätigt die Vermutung, dass Dividendenaristokraten insgesamt defensiver aufgestellt sind als klassische Wachstums- oder Technologiewerte. Ein Unternehmen, das seine Dividende 20 Jahre in Folge angehoben hat, verfügt in aller Regel über einen reifen, gut planbaren Cashflow und eine geringere Abhängigkeit von Wachstumserwartungen, die bei steigenden Zinsen besonders empfindlich unter Druck geraten. Über mehrere Jahre hinweg konnte der Fonds trotzdem nicht mit dem Weltmarkt mithalten. 2024 legte er um 14,9 Prozent zu, während der iShares Core MSCI World UCITS ETF ein Plus von 26,2 Prozent erzielte, und 2025 stand sogar ein Minus von 4,8 Prozent gegenüber einem Plus von 7,1 Prozent beim Welt-ETF. In Phasen, in denen wenige große Technologiewerte den breiten Markt überproportional treiben, fehlt diesem Fonds also genau die Beteiligung an diesen Kurstreibern. Bemerkenswert bleibt aber der Risikovergleich. Die Volatilität der vergangenen zwölf Monate liegt bei 11,3 Prozent, nur minimal über den 10,5 Prozent des MSCI World. Und der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 17,8 Prozent, sogar deutlich niedriger als die minus 20,5 Prozent des MSCI World. Für einen ETF, der ausschließlich auf den US-Markt setzt, ist das ein ungewöhnlich stabiles Ergebnis, das sich am ehesten mit der defensiven Ausrichtung der enthaltenen Dividendenaristokraten erklären lässt.
Verizon, Qualcomm und Realty Income: Die Schwergewichte im Fonds
Größte Position ist mit 2,49 Prozent Verizon Communications, das mit einer aktuellen Dividendenrendite von 6,5 Prozent zu den höchsten Ausschüttern im gesamten Fonds zählt. Der Telekomkonzern hat zuletzt gemeinsam mit BMW und dem japanischen Anbieter KDDI eine 5G-Konnektivitätslösung für vernetzte Fahrzeuge vorgestellt, ein Beispiel für das wachsende Geschäft mit vernetzter Mobilität abseits des klassischen Privatkundengeschäfts. Auf Platz zwei folgt mit 2,18 Prozent Qualcomm, das bei einer Dividendenrendite von 2,0 Prozent zuletzt eine umfassende Diversifizierungsstrategie für das Rechenzentrumsgeschäft vorgestellt hat und sich davon in den kommenden drei bis fünf Jahren mehrere wichtige Wachstumsimpulse jenseits des angestammten Smartphone-Chipgeschäfts verspricht. An dritter Stelle steht mit 2,17 Prozent Realty Income, ein auf Gewerbeimmobilien spezialisierter Real Estate Investment Trust mit einer Dividendenrendite von 5,1 Prozent. Der Konzern hat zuletzt gemeinsam mit Cloud Capital und einem globalen institutionellen Investor ein Gemeinschaftsunternehmen für Investitionen in Hyperscale-Rechenzentren gegründet, mit einem initialen Vermögenswert von über 6 Milliarden US-Dollar. Auch traditionelle Dividendenzahler wollen und können also zunehmend vom Boom der KI-Infrastruktur profitieren.
Fünf Branchen zwischen 10 und 20 Prozent: Eine seltene Balance
Besonders auffällig an diesem Fonds ist die Branchenverteilung. Gleich fünf Sektoren, Industrie mit 16,5 Prozent, Versorger mit 14,4 Prozent, Basiskonsumgüter mit 13,1 Prozent, Finanzdienstleistungen mit 11,9 Prozent und Technologie mit 11,7 Prozent, liegen zwischen 10 und 20 Prozent Gewichtung. Eine derart gleichmäßige Verteilung über mehrere Branchen hinweg ist bei egal welchen ETFs sehr selten. Bei der Dividende zeigt sich der Fonds ebenfalls von seiner verlässlichen Seite: Die Ausschüttungsrendite lag in den vergangenen vier Jahren stets stabil zwischen 2,21 und 2,25 Prozent, ohne größere Ausreißer nach oben oder unten. Da jedes der 155 Indexmitglieder bei der Überprüfung ein ähnliches Ausgangsgewicht erhält, kann selbst die größte Position kaum über gut 2 Prozent hinauswachsen und liegt somit weit unter der Kappungsgrenze.
Für welche Strategie sich dieser Dividenden-ETF eignet
Aufgrund des reinen US-Fokus eignet sich dieser Fonds nicht zur regionalen Diversifizierung eines Depots, das über einen MSCI World oder einen anderen US-lastigen Kern ohnehin schon stark auf die USA ausgerichtet ist. Die deutlich ausgewogenere Branchenverteilung, die verlässliche Dividende und die niedrige Einzelgewichtung mit Werten an der Spitze, die in typischen US- oder Welt-ETFs nicht dominieren, machen ihn aber zu einer sinnvollen Ergänzung für genau dieses Problem. Anleger können damit gezielt einen Teil ihrer ohnehin bestehenden US-Positionen von wenigen dominanten Technologiewerten hin zu breiter gestreuten, defensiveren Dividendenzahlern verschieben, ohne den grundsätzlichen USA-Anteil im Depot zu verändern. Wichtig bleibt dabei die Einschränkung, die auch die mehrjährige Renditeentwicklung zeigt: Als alleiniges Basisinvestment eignet sich der Fonds wegen der fehlenden regionalen Streuung und der in starken Marktphasen geringeren Beteiligung an großen Kurstreibern nicht, seine Stärke liegt in der gezielten Ergänzung und der nachgewiesenen Stabilität in schwierigen Marktphasen wie 2022.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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Nachrichten zu Verizon Inc.
Analysen zu Verizon Inc.
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| 05.11.2020 | Verizon overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
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| 05.11.2020 | Verizon overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 23.04.2019 | Verizon buy | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 11.05.2018 | Verizon overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 23.04.2018 | Verizon Overweight | Barclays Capital | |
| 22.01.2018 | Verizon Sector Outperform | Scotia Howard Weil |
| Datum | Rating | Analyst | |
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| 24.04.2019 | Verizon Sector Perform | RBC Capital Markets | |
| 04.09.2018 | Verizon Equal Weight | Barclays Capital | |
| 31.07.2017 | Verizon Sector Perform | RBC Capital Markets | |
| 14.07.2017 | Verizon Equal Weight | Barclays Capital | |
| 21.04.2017 | Verizon Hold | Argus Research Company |
| Datum | Rating | Analyst | |
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| 18.08.2009 | Verizon Communications neues Kursziel | Sanford C. Bernstein and Co., Inc. | |
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| 24.04.2007 | Verizon Communications underweight | Prudential Financial | |
| 21.11.2006 | Verizon underweight | Prudential Financial | |
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