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Schweiz: Eidgenossen rücken nach rechts


Schweiz: Eidgenossen rücken nach rechts

Die rechtsnationale SVP gewinnt die Parlamentswahlen. Sie gilt als wirtschaftsfreundlich, doch ihre Zuwanderungspolitik könnte Firmen zusätzlich zur Franken-Aufwertung belasten. Warum Investments dennoch attraktiv bleiben.

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von Julia Groß, Euro am Sonntag

Das politische System der Schweiz ist auf Stabilität ausgerichtet, große Verschiebungen geschehen selten. Insofern ist das Ergebnis der ­Parlamentswahlen vom vergangenen Wochenende ein Paukenschlag: Noch nie hat eine Partei so stark abgeschnitten wie der Wahlsieger, die rechtsnationale Schweizerische Volkspartei (SVP). Und noch nie hat ein Kandidat mehr Stimmen erhalten als der Politikneuling Roger Köppel, Verleger und Chefredakteur des Magazins "Weltwoche", der nun für die SVP ins Par­lament einzieht.

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Für die Wirtschaft des Landes wird der Siegeszug der SVP allgemein als positiv bewertet - die Partei gilt als unternehmerfreundlich, hat viele Firmenchefs unter ihren Mitgliedern. Auch die wirtschaftsfreundliche FDP konnte zulegen. Allerdings haben Köppel und Co vor allem aufgrund ihrer Forderung nach weiteren Zuwanderungs­beschränkungen zum Stopp des angeblichen "Asylchaos" Stimmen gewonnen. Zwar rechnet die Schweiz in diesem Jahr nur mit 30.000 Asylanträgen. Will die SVP ihre Wahlversprechen aber umsetzen, droht Ärger mit der EU. Denn die will eine Reihe von bilateralen Abkommen platzen lassen, wenn die Schweizer die Personenfreizügigkeit von Unionsbürgern beschneiden.

Das könnte sich negativ auf eidgenössische Unternehmen auswirken - die zudem absolut ­darauf angewiesen sind, hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland anzulocken. "Ich denke aber, die Schweizer sind pragmatisch genug, um das bei der konkreten Umsetzung einer neuen Politik zu berücksichtigen", sagt Matthias Bussemer, Fondsmanager des Deka Schweiz (siehe Investor-Info).

Exporte gehen zurück

Die erfolgsverwöhnten Konzerne des Alpenlandes können auf neue Probleme gut verzichten. Die Exportnation musste im dritten Quartal bereits einen Rückgang der Warenausfuhren um 5,1 Prozent hinnehmen. So stark schrumpfte der Außenhandel zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009. Insbesondere die Uhrenbranche und zyklische Industriezweige zeigten sich schwach. "Hier kommen mehrere Effekte zusammen: Die Stärke des Schweizer Franken schlägt voll durch, gleichzeitig macht sich die Schwäche von wichtigen Absatzmärkten in Schwellenländern bemerkbar", erklärt Fondsmanager Bussemer.

Schweiz-Anleger brauchen sich darüber jedoch keine übermäßigen Sorgen zu machen. Die börsennotierten Unternehmen sind vom Franken-Thema in der Regel nicht so stark betroffen: Sie haben Produktionsstandorte auf der ganzen Welt, die Verlagerung von Herstellungsstätten hat sich seit der Abkehr der Schweizer Nationalbank von der Euro-Anbindung des Franken zu Beginn des Jahres noch einmal verstärkt. So kündigte der Textilmaschinenbauer Rieter aus Winterthur erst am Dienstag an, dass Teile der Fertigung an andere Standorte und zu Lie­feranten wandern. Die Pharmaindustrie, mit Abstand die wichtigste Branche der Schweiz, verzeichnete auch im dritten Quartal leicht steigende Produktexporte im Vergleich zum Vorjahr.
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Zudem hat sich der Franken seit Juli wieder etwas abgeschwächt, was Schweizer Waren im Ausland wieder billiger macht. Und die extrem niedrigen Leitzinsen der Schweizer Nationalbank dürften die Attraktivität von Qualitätsaktien wie beispielsweise Nestlé, Roche oder Novartis, die alle eine Dividendenrendite von mehr als drei Prozent bieten, noch steigern.

Investor-Info

Deka-Schweiz
Langjähriger Top-Performer

Anfang des Jahres räumte der Fonds bei den €uro FundAwards von €uro am Sonntag und den Schwesterpublikationen den jeweils ersten Preis für die beste Wertentwicklung in seinem Segment über drei, fünf und zehn Jahre ab. Manager Matthias Bussemer mischt kleinere und mittelgroße Unternehmen wie den IT-Sicherheitsspezialisten Leonteq unter die bekannten Schweizer Dickschiffe Roche, Novartis oder Nestlé.

BGF Swiss S & M Cap Opportun.
Erfolg mit kleinen Firmen

Anleger, die in den Schweizer Markt investieren wollen, aber Nestlé und Co zu langweilig finden, können auf die Unternehmen der zweiten und dritten Reihe setzen. Fonds­manager David Tovey hat zurzeit den Finanzsektor mit 27 Prozent Anteil am höchsten ­gewichtet, die Private-Equity-Firma Partners Group ist die größte Position im Fonds. Auch Zahnimplantate-Hersteller Straumann zählt zu den Top-Positionen.

Bildquellen: Vaclav Volrab / Shutterstock.com, Fedor Selivanov / Shutterstock.com

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21.09.26 Nestlé Hold Deutsche Bank AG
18.09.26 Nestlé Buy Jefferies & Company Inc.
18.09.26 Nestlé Neutral JP Morgan Chase & Co.
17.09.26 Nestlé Market-Perform Bernstein Research
16.09.26 Nestlé Market-Perform Bernstein Research

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