Dispo erklärt: Das gilt bei eingeräumter Kontoüberziehung und das bei geduldeter Kontoüberziehung

Der Artikel erklärt kompakt, wie Dispo und geduldete Überziehung funktionieren - und worauf Verbraucher achten müssen, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Eingeräumte Kontoüberziehung: So funktioniert der Dispo
Ein Dispokredit verschafft kurzfristig finanziellen Spielraum, wenn auf dem Konto vorübergehend mehr Ausgaben als Guthaben anfallen. Er wird vorab mit der Bank vereinbart und gilt rechtlich als Darlehen, auf das kein Anspruch besteht. Die Höhe orientiert sich am regelmäßigen Geldeingang, meist automatisiert ermittelt, wie die BaFin erklärt. Wird der Kreditrahmen genutzt, gilt dies bereits als Annahme des Darlehens.
Die Bank setzt den Zinssatz selbst fest, begrenzt lediglich durch das gesetzliche Wucherverbot. Da der Dispo zu den teuersten Kreditformen zählt, sollte er nur für kurzfristige Engpässe genutzt werden. Eine Verivox-Analyse zeigt auf Basis von BaFin-Daten, dass die üblichen Zinssätze im Durchschnitt deutlich im zweistelligen Bereich liegen.
Zudem darf die Bank den eingeräumten Disporahmen reduzieren oder streichen, etwa wenn sich die finanzielle Situation verschlechtert oder regelmäßige Zahlungseingänge ausbleiben.
Geduldete Kontoüberziehung: Wenn das Konto ohne Vereinbarung ins Minus rutscht
Manchmal kommt es vor, dass das Konto tiefer ins Minus rutscht, als der vereinbarte Disporahmen eigentlich zulässt. Diese sogenannte geduldete Überziehung entsteht ohne vorherige Vereinbarung - die Bank entscheidet im Einzelfall, ob sie eine Zahlung trotzdem ausführt. Ein Anspruch darauf besteht nicht, wie die BaFin betont.
Banken arbeiten dafür intern mit festgelegten Grenzen, können das Dulden aber jederzeit beenden. Wird die Überziehung nicht weiter akzeptiert, müssen Kunden den negativen Saldo sofort ausgleichen, andernfalls kann sogar eine Kontokündigung drohen.
Da diese Form der Überziehung für Kreditinstitute riskanter ist, fallen in der Regel noch höhere Zinsen an als beim regulären Dispo. Die Auswertung von Verivox zeigt, dass viele Banken für geduldete Überziehungen spürbare Zinsaufschläge verlangen und teilweise sehr hohe Zinssätze berechnen.
Was Verbraucher beachten sollten: Kosten, Risiken & Alternativen
Wer sein Konto gelegentlich überzieht, sollte die Entwicklung regelmäßig im Kontoauszug verfolgen, denn dort erscheinen auch Änderungen bei den Zinsen. Die BaFin empfiehlt, sowohl Dispo- als auch Überziehungsbewegungen im Blick zu behalten, um unnötige Kosten zu vermeiden. Besonders die geduldete Überziehung ist kaum planbar und sollte deshalb möglichst gar nicht erst entstehen.
Hält das Minus länger an, können die Kosten schnell steigen. Verivox zeigt, dass in solchen Fällen eine Umschuldung in günstigere Kreditformen sinnvoll sein kann, etwa in einen Ratenkredit mit planbaren Rückzahlungsraten.
Auch bei der Wahl eines Girokontos lohnt sich ein umfassender Blick: Neben den Zinsen für Dispo und Überziehung spielen Kontoführungsgebühren, Kartenkosten und Konditionen für Bargeldabhebungen eine wichtige Rolle.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
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