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Hauskauf verliert an Relevanz: Wofür junge Menschen heute sparen

24.05.26 16:21 Uhr

Hauskauf out - das sind die neuen Sparziele junger Menschen | finanzen.net

Noch vor wenigen Jahren galt das Eigenheim als fest verankerter Traum vieler Deutscher. Heute zeigt sich ein anderes Bild. Steigende Preise, unsichere Zukunftsaussichten und ein veränderter Blick auf das Leben haben dafür gesorgt, dass junge Erwachsene ihr Geld zunehmend für andere Ziele zurücklegen.

Vom Eigenheim zur Altersvorsorge

Eine aktuelle Auswertung macht deutlich, wie stark sich die Sparziele verschoben haben. Laut Verband der Privaten Bausparkassen sparen inzwischen rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland für die Altersvorsorge. Für den Immobilienkauf legen dagegen nur noch 33 Prozent Geld beiseite. Die ZEIT weist darauf hin, dass Konsum und Kapitalanlagen inzwischen sogar wichtiger geworden sind als die Bildung von Wohneigentum. Besonders auffällig ist der Blick auf die Jüngeren: In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen legen zwar 65 Prozent regelmäßig etwas zurück, doch auch hier steht die Vorsorge für das Alter weit vor dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden.

Gründe für den Rückgang

Der Wandel hat handfeste Ursachen. Immobilien sind teuer wie nie, Kredite kosten deutlich mehr als noch vor einigen Jahren, und auch die laufenden Lebenshaltungskosten steigen spürbar. Das Handelsblatt hebt hervor, dass staatliche Förderungen fehlen, die den Traum vom Eigenheim greifbarer machen würden. Christian König vom Verband der privaten Bausparkassen spricht gegenüber der ZEIT sogar von einem "gesellschaftspolitischen Alarmsignal". Wenn immer mehr Menschen den Erwerb eines Hauses oder einer Wohnung aufgeben, dann nicht, weil der Wunsch verschwunden wäre, sondern weil die Realität nicht mehr mithalten kann.

Generation Z

Vor allem junge Erwachsene haben den Glauben an die eigenen vier Wände verloren. Moment.at berichtet, dass zwei Drittel der Generation Z nicht damit rechnen, jemals Eigentum zu erwerben. Der Immobilienkauf ist für viele längst unerreichbar geworden. An die Stelle klassischer Aufstiegsvorstellungen tritt Unsicherheit, verbunden mit der Suche nach anderen Wegen, sich abzusichern und ein erfülltes Leben zu gestalten. Diese Haltung prägt auch das Sparverhalten: statt Ziegelsteine stehen langfristige Sicherheit und Flexibilität im Vordergrund.

Erlebnisse statt Backstein

Parallel dazu verschieben sich die Wünsche. Laut AXA-Priority-Report spart ein wachsender Teil der Bevölkerung lieber für Urlaube und Reisen. Aviation.direct ergänzt, dass gerade junge Menschen ihr Reisebudget erhöhen und Erlebnisse dem Besitz vorziehen. Shopping und der Erwerb von Konsumgütern verlieren dagegen an Reiz. Auch internationale Untersuchungen, etwa des CBI-Instituts, deuten darauf hin, dass diese Entwicklung kein rein deutsches Phänomen ist, sondern eine breitere Bewegung widerspiegelt: Erfahrungen zählen mehr als Eigentum.

Paul Schütte, Redaktion finanzen.net

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