Kunst clever versichern: So lassen sich wertvolle Werke schützen

Ein Bild an der Wand, eine Skulptur im Wohnzimmer oder eine historische Fotografie im Regal, Kunst ist weit mehr als bloßer Besitz. Sie erzählt Geschichten, spiegelt Zeitgeist wider und verkörpert nicht selten hohe materielle Werte. Gerade deshalb stellt sich für Sammlerinnen und Sammler die Frage, wie sich Werke zuverlässig absichern lassen.
Wenn der Standard nicht genügt
Hausratpolicen bieten durchaus einen ersten Schutz für Kunstwerke. Laut Artsper sind Kunstgegenstände hier grundsätzlich mitversichert, allerdings nur bis zu einer bestimmten Obergrenze - meist zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Objekt. Für wertvollere Stücke oder umfangreiche Sammlungen reicht dieser Basisschutz nicht aus. Hinzu kommt: Die Hausratversicherung umfasst spezielle Entschädigungsgrenzen und ist in der Regel auf den Wohnbereich beschränkt, wie versicherungsvergleiche.de betont. Transporte, Ausstellungen oder Leihgaben fallen damit durch das Raster.
Die Bewertung als Grundlage
Ohne professionelle Wertermittlung keine Versicherung, da nahezu alle Kunstversicherer ein Gutachten oder eine fundierte Bewertung des Werkes verlangen. Anders als beispielsweise bei Gebrauchtwagen gibt es im Kunstmarkt keine allgemeingültigen Listen zur Ermittlung des aktuellen Marktwertes, so Artvise.me. Das Gutachten dient nicht nur der Prämienkalkulation, sondern auch der korrekten Entschädigung im Schadensfall. Artsper empfiehlt, Werke regelmäßig neu bewerten zu lassen, da sich Marktwerte ändern können. Eine veraltete Bewertung führt im Ernstfall oft zu Unterversicherung und damit zu finanziellen Einbußen.
Das Prinzip der All-Risk-Deckung
Anders als bei klassischen Policen arbeiten viele Kunstversicherungen mit einer sogenannten All-Risk-Deckung. Im Klartext heißt das: Versichert ist grundsätzlich alles, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird. Schäden durch Feuer, Wasser oder Diebstahl fallen darunter ebenso wie Vandalismus oder Transportschäden. Laut Wendewerk.com sind allerdings typische Ausschlüsse zu beachten: Krieg, Abnutzung, Lichtschäden oder Schäden durch Schädlinge sind häufig nicht versichert.
Schutz beim Transport
Besonders heikel wird es, wenn Werke den Standort wechseln. Für Ausstellungen, Auktionen oder Leihgaben reisen sie oft quer durchs Land oder sogar über Kontinente hinweg. Versicherer greifen hier zum sogenannten "Von Nagel zu Nagel"-Prinzip. Damit beginnt der Schutz beim Abhängen am Ursprungsort und endet erst, wenn das Werk wieder an der Wand des Zielortes hängt.
Was der Schutz kostet
Auch die Kosten einer Kunstversicherung spielen eine Rolle. Laut Freeyou.de bewegen sich die Prämien zwischen 0,3 und 0,4 Prozent des Wertes pro Jahr bei uneingeschränktem Schutz. Wer bestimmte Risiken ausschließt, kann die Kosten auf 0,1 bis 0,2 Prozent reduzieren. Ein Werk im Wert von 50.000 Euro kostet damit zwischen 50 und 200 Euro Versicherungsprämie jährlich. Faktoren wie Lagerung, Sicherheitssysteme oder die Häufigkeit von Transporten beeinflussen die Kosten spürbar.
Paul Schütte, Redaktion finanzen.net
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