ZertifikateJournal-Kolumne

Profitabler Seitwärtstrott


Profitabler Seitwärtstrott | finanzen.net

Die Ahold-Aktie steckt fest. Seit sechs Monaten pendelt das Papier in einer engen Range zwischen 7,70 und 9,00 Euro.

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AEX
1,097.83 EUR -0.93 EUR -0.08 %

658.62 EUR -8.85 EUR -1.33 %

1,879.10 EUR -22.41 EUR -1.18 %

Der niederländische AEX-Index hat seitdem mehr als 39 Prozent zugelegt – Ahold hat den Trend komplett verschlafen.

Von Kehrtwende keine Spur – auch die neuerlichen Zahlen zum dritten Quartal brachten keine Impulse, im Gegenteil: Nach Bekanntgabe verloren Ahold-Aktien zwischenzeitlich mehr als vier Prozent auf 8,42 Euro. Gestiegene Lebensmittelpreise und die Konsumflaute setzen dem Einzelhändler kräftig zu. Zwar stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 6,04 Mrd. Euro. Zum zweiten Quartal schwächte sich das Wachstum jedoch merklich ab.

Mehr als die Hälfte der Erlöse fährt Ahold in den USA ein. Vor allem dort laufen dem Konzern die Kunden davon. So blieb der Umsatz in US-Filialen, die seit mindestens einem Jahr geöffnet sind, hinter den Erwartungen. Aber auch in der Heimat sieht es schlecht aus. Erstmals in sechs Jahren war der Umsatz in den Niederlanden rückläufig.

Und der Wettbewerbsdruck hält an. Supermarktketten wie Wal-Mart, Target oder Safeway buhlen um jeden Kunden. Die im dritten Quartal forcierten Marketing-Aktionen zeigten keine Wirkung.

Dass man mit dem Seitwärtstrott der Aktie dennoch Kasse machen kann, zeigt ein Bonus-Zertifikat der BNP Paribas (ISIN DE000BN3VV50). Das Papier bietet eine attraktive Seitwärtsrendite von 29,2 Prozent oder 16,6 Prozent p.a., sofern die Aktie bis Juni 2011 nie unter 6,50 Euro rutscht (Puffer: 24,0 Prozent). Dieses Niveau hat die Aktie zuletzt im Oktober 2008 von unten gesehen. Wenn der Titel über das Bonus-Level bei 13,00 Euro klettert, sind Anleger dabei. Die Franzosen haben keinen Cap eingebaut.

Allerdings ist das Aufgeld mit rund 16,5 Prozent richtig üppig. Ein Schwellenereignis bringt Anlegern also überproportionale Verluste. Schon deswegen sollten Anleger einen Stopp-Kurs definieren. Als geeigneter Ausstiegszeitpunkt bietet sich die Marke bei 7,60 Euro an. Auf dieser Höhe hat die Aktie ihr zyklisches Tief markiert. Ein Unterschreiten würde ein kräftiges Verkaufssignal generieren.

So weit sollte es allerdings nicht kommen. Charttechnisch ist die Aktie im Bereich von 8,00 Euro gut abgesichert. Und auch ein KGV auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr von elf ist nicht überteuert. Zum Vergleich: Der AEX wird mit dem 15-fachen des geschätzten Ertrags für 2009 bewertet.



Wolfgang Raum ist seit Mitte 2005 Chefredakteur des ZertifikateJournal Deutschland. Insgesamt kann Raum auf mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im Kapitalmarkt-Journalismus verweisen. Unter anderem war der 41-Jährige mehr als fünf Jahre für das Anlegermagazin CAPITAL Depesche verantwortlich. Neben seiner wöchentlichen Kolumne in der „Euro am Sonntag“ ist er regelmäßig als Experte in TV-Shows zu Gast, beispielsweise bei Bloomberg.TV und der 3satBörse. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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