Euro am Sonntag-Spezial

Schweiz: Heiße Wette auf den Franken


Schweiz: Heiße Wette auf den Franken

Der Franken ist als sicherer Hafen gesucht, die Notenbank stemmt sich gegen die Aufwertung. Die Währung könnte aber ohnehin bald schwächeln.

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von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Donald Trump, Brexit-Sorgen und Parlamentswahlen in den Niederlanden und Frankreich: Die Unsicherheit bei Anlegern steigt - und damit auch der Wert des Schweizer Franken. Die traditionell als sicherer Hafen geltende Währung hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro um 0,5 Prozent zugelegt, in den vergangenen zwölf Monaten um 2,4 Prozent.

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Das ist auf den ersten Blick wenig, vor allem wenn man sich die Wechselkursschwankungen anderer Währungspaare ansieht. Allerdings würde der Franken mehr kosten, wenn sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht mit aller Kraft gegen eine Aufwertung stemmen würde.

Ohne Intervention droht Parität

Aus den Anfang vergangener Woche veröffentlichten Sichteinlagen von Bund und Banken bei der SNB geht ­hervor, dass die Währungshüter für 4,5 Milliarden Franken Devisen gekauft haben. Bereits in der Woche davor hatte die SNB milliardenschwere Käufe ge­tätigt, um den Franken abzuwerten. "Einerseits war die aufgeblähte Notenbankbilanz das Argument für die Aufgabe der Franken-Obergrenze 2015, andererseits haben die Währungshüter jetzt mehr Aufwendungen, um einen schlechteren, da stärkeren Wechselkurs zu halten", meinen die Analysten der Raiffeisenbank International in Wien. Ohne die Interventionen, so ihre Vermutung, würde der Franken die Parität zum Euro wohl durchschreiten. Tatsächlich spricht viel dafür, dass der Franken ohne das Eingreifen der Zen­tralbank zulegen würde, zumindest ­solange weltpolitisch kein ruhigeres Fahrwasser kommt. Bis dahin werden sich die Währungshüter wohl bemühen, den Franken-Kurs zu halten oder diesen nur moderat aufwerten zu lassen.

Heiße Wette auf den Franken

Mittelfristig könnte der Franken ­indes von selbst schwächeln. Dank ­besserer Wirtschaftsaussichten in der Eurozone könnte sich die Gemeinschaftswährung erholen, meinen die Devisen­experten der Schweizer Großbank UBS. Sie rechnen damit, dass der Kurs in sechs bis zwölf Monaten bei 1,12 bis 1,16 Franken je Euro liegen kann.

Kurzfristig könnten mutige Anleger mit einem ­Inline-Optionsschein EUR/CHF der Société Générale darauf setzen, dass der Wechselkurs in einem Korridor bleibt - möglicher Ertrag bis April 2017 sind rund 16 Prozent. Denn für den Schein (ISIN: DE 000 SC0 D2W 9), der aktuell 8,61 Euro kostet, werden zehn Euro ausgezahlt, wenn ein Euro bis 21. April 2017 stets mehr als 1,03 und weniger als 1,09 Franken kostet. Aktuell steht der Euro bei 1,06 Franken. Vorsicht: Beim Berühren einer der beiden Schwellen droht Totalverlust.

Bildquellen: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images, istockphoto / Fotogaby

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