Anders als erwartet

Türkische Notenbank senkt Leitzins nicht weiter


Türkische Notenbank senkt Leitzins nicht weiter

Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins überraschend nicht weiter gesenkt.

Der Leitzins verharre bei 8,25 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag in Ankara mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet.

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Beobachter erklärten die Entscheidung mit dem jüngsten Verfall der türkischen Lira und der hohen Inflation. So lag die Jahresinflationsrate im Mai bei 11,39 Prozent. Der Leitzins liegt also deutlich unter der Inflationsrate. Diese Entwicklung dürfte durch die zuletzt gestiegenen Energiepreise noch verstärkt werden. Andererseits sprechen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für eine lockere Geldpolitik.

Erstmals seit Juli 2019 hat die türkische Notenbank auf einer Sitzung die Zinsen nicht reduziert. Damals hatte der Leitzins noch bei 19,75 Prozent gelegen. Dann hatte Murat Uysal die Führung der Notenbank übernommen und die Notenbank auf Zinssenkungskurs gebracht. Sein Vorgänger war von Präsident Recep Tayyip Erdogan gefeuert worden, da er nicht wie von Erdogan gewünscht die Zinsen gesenkt hatte.

Die türkische Lira legte nach der Einschätzung zunächst zum US-Dollar und zum Euro zu. Sie gab ihre Gewinne jedoch weitgehend wieder ab.

ANKARA (dpa-AFX)

Bildquellen: Luciano Mortula / Shutterstock.com

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