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EZB-Protokoll enthüllt: Falken im Rat plädierten für leicht restriktives Zinsniveau


EZB-Protokoll enthüllt: Falken im Rat plädierten für leicht restriktives Zinsniveau

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist im Juli einig darin gewesen, die bis zu Sitzung im September anstehenden Daten zu Wirtschaftswachstum, Inflation, Löhnen und Inflationserwartungen abzuwarten und den Leitzins bis dahin unverändert zu lassen.

In dem jetzt veröffentlichten Protokoll der Beratungen am 22./23 Juli heißt es: "Im September würden neue Projektionen sowie die Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal vorliegen, zusätzlich zu weiteren Inflationsdaten und neuen Erkenntnissen über die Entwicklung der Löhne sowie der Lohn- und Inflationserwartungen." Einige Ratsmitglieder sahen die Notwendigkeit einer restriktiveren Geldpolitik.

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Die seither veröffentlichten Daten zeigten einen Anstieg der Inflation und in Einkaufsmanagerumfragen sowie dem deutschen BIP und dem Ifo-Geschäftsklimaindex eine unerwartet robuste Aktivität. Der Tariflohnindikator deutete auf einen nachlassenden Lohndruck hin und die Inflationserwartungen der Konsumenten blieben erhöht, aber sanken leicht.

Einige Mitglieder merkten an, dass sie einer Zinserhöhung auf der aktuellen Sitzung nicht widersprochen hätten, da die seit der Juni-Sitzung des EZB-Rats eingegangenen Daten die Argumente für eine weitere geldpolitische Straffung verstärkt hätten. Diese Mitglieder betonten demnach die geringe Wahrscheinlichkeit einer Situation, in der ein weiterer Zinsschritt nicht gerechtfertigt wäre. Sie verwiesen auf die im Juni durchgeführte Analyse, die gezeigt habe, dass die Zinsen in allen Szenarien der Juni-Projektionen, einschließlich des milderen Szenarios, weiter steigen müssten. Der Optionswert des Abwartens sei daher gering.

Diese Mitglieder argumentierten zudem, dass die Zinsen in einen leicht restriktiven Bereich angehoben werden müssten, da die aktuellen Zinssätze die Wirtschaft nicht bremsten - was durch die weitere Beschleunigung des Kreditwachstums bei Unternehmen und privaten Haushalten untermauert werde.

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Trotz dieser Bedenken waren alle Mitglieder bereit, die Entscheidung mitzutragen, die Leitzinsen unverändert zu lassen, vorausgesetzt, in der Kommunikation würde die feste Entschlossenheit des EZB-Rats betont, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig auf dem Zielwert von 2 Prozent stabilisiert.

Die EZB hatte am 23. Juli wie erwartet beschlossen, den Leitzins bei 2,25 Prozent zu belassen. Die nächste Ratssitzung mit Zinsbeschluss findet am 10. September statt. ESTR-Forwards preisen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu 97 Prozent ein. Vor Veröffentlichung des Protokolls waren es 96 Prozent gewesen.

Von Hans Bentzien

DOW JONES

Bildquellen: Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com, einstein / Shutterstock.com

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