Kontron: Verwirrung um Pflichtangebot - was dahintersteckt
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Die Vorgänge rund um das Pflichtangebot von Ennoconn haben bei Kontron für Verwirrung gesorgt. Es spricht jedoch vieles dafür, dass sie die langfristige Investmentstory nicht infrage stellen.
Etwas diffus stellt sich aktuell die Lage bei Kontron dar. Der IT-Spezialist für Embedded Systems hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot von seinem Großaktionär, der Foxconn-Tochter Ennoconn erhalten, das nun von den Kontron-Gremien als zu niedrig abgelehnt wurde, während der Vorstand gleichzeitig einen Teil seiner Aktien angedient hat.
Pflichtangebot durch Aktienrückkäufe
Was auf den ersten Blick verstörend wirkt, stellt sich bei näherer Betrachtung allerdings weniger dramatisch dar. Denn schon das Übernahmeangebot von Ennoconn resultierte offenbar nicht aus der Absicht, Kontron mehrheitlich zu übernehmen oder gar von der von der Börse zu nehmen. Vielmehr war der taiwanesische Tech-Konzern einfach rechnerisch durch das laufende Aktienrückkaufprogramm von Kontron über die 30-Prozent-Schwelle gerutscht, wodurch nach österreichischem Recht ein Pflichtangebot zur Übernahme fällig wurde.
Magerer Übernahmepreis
Zwar behielt sich Ennoconn vor, auch aktiv durch den Zukauf von Kontron-Aktien die Schwelle zu überschreiten, was angesichts der aussichtsreichen Positionierung von Kontron im europäischen IT- und Verteidigungssektor strategisch nachvollziehbar erscheint. Zumindest scheinen die Ostasiaten dabei jedoch keinen Zeitdruck zu verspüren, denn das Übernahmeangebot markierte mit 23,50 Euro je Kontron-Aktie lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Untergrenze, während die Kursziele der Analysten im Schnitt derzeit bei über 30 Euro liegen.
Irritierende Insiderverkäufe
Quasi folgerichtig haben Vorstand und Aufsichtsrat von Kontron nunmehr den übrigen Aktionären empfohlen, das Übernahmeangebot abzulehnen. Dass parallel dazu sämtliche Vorstandsmitglieder einen Teil ihrer Aktien angedient haben, mag zunächst irritieren und ist kommunikativ zumindest ungeschickt. Da es sich aber nur…
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