97% der Solarfirmen fürchten Nachfrageeinbruch durch EEG-Novelle
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BERLIN (Dow Jones)--Die für Mittwoch im Bundeskabinett erwartete Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fällt bei den deutschen Solarunternehmen durch. 97 Prozent fürchten einen Rückgang der Nachfrage bei Solardächern, sollte der von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorgelegte Gesetzesentwurf so umgesetzt werden. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft unter 1.000 Unternehmen hervor.
Den Plänen zufolge sollen größere Solardächer künftig einer Ausschreibungspflicht unterliegen: Nur dann erhalten sie noch Marktprämien. Zudem sollen die Dachanlagen-Betreiber den Solarstrom nicht mehr selbst nutzen, sondern ihn vollständig ins Stromnetz einspeisen. "Vier von fünf Solarunternehmern erwarten, dass die Nachfrage nach Solardächern bei einer derartigen Verschlechterung der Rahmenbedingungen sogar stark einbrechen wird", erklärt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. 86 Prozent der Solarunternehmen erwarten auch negative Effekte durch die geplante Smart-Meter-Pflicht für Kleinstanlagen: Dadurch würden Eigenheimbesitzer seltener Paneelen auf dem Dach installieren.
Nachrüstung bei älteren Solardächern unattraktiv
Auf Kritik stößt auch der Plan, dass Betreiber älterer Photovoltaik-Dächer künftig für selbst genutzten Solarstrom eine anteilige EEG-Umlage zahlen müssen: Drei Viertel der Solarunternehmer erwartet hier eine Abschaltung durch die Betreiber. Ein Umstieg auf anteiligen Eigenverbrauch von Solarstrom mithilfe der Nachrüstung von Batteriespeichern, zur Versorgung von E-Autos und Wärmepumpen werde für sie unter diesen Umständen unattraktiv.
Mehrere weitere Energie- und Erneuerbaren-Fachverbände hatten bereits in der vergangenen Woche die in der EEG-Novelle geplanten Regeln für die Solarenergie kritisiert. Zudem monierten sie, dass das Wirtschaftsministerium ihnen zur Stellungnahme für den Gesetzentwurf gerade mal eine Frist von 72 Stunden eingeräumt hatte. Der Energieversorger Eon forderte am Dienstag "mehr Mut bei Solarstrom in Deutschland" anstatt neuer Bürokratie und Ausschreibungsformate. Es brauche auch eine Regelung, die den Weiterbetrieb von Photovoltaik-Anlagen, die aus der Förderung fallen, im Sinne der Kunden ermögliche, ergänzte Eon-Vorstand Karsten Wildberger.
Scharfe Kritik kam von Umweltverbänden. Von "Flickschusterei" sprach die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Zwar gebe es einzelne Verbesserungen, diese seien jedoch "schon lange angekündigt und halbherzig".
Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com
DJG/pso/sha
(END) Dow Jones Newswires
September 22, 2020 06:12 ET (10:12 GMT)
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