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48 Prozent Rendite ganz ohne Tech-Aktien: Diese Werte favorisiert ein US-Fondsmanager


48 Prozent Rendite ganz ohne Tech-Aktien: Diese Werte favorisiert ein US-Fondsmanager

Ein US-Fondsmanager schlägt den Markt deutlich - und hält dabei keine einzige Tech-Aktie im Depot. Das ist seine Anlagestrategie.

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  • US-Fondsmanager erzielt hohe Renditen komplett ohne Tech-Aktien im Depot
  • Ansatz setzt auf günstig bewertete Banken und Energiewerte
  • Fusionswelle bei europäischen Banken als Treiber
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Ohne eine einzige Technologieaktie im Depot hat der von US-Fondsmanager Cole Smead verwaltete Smead International Value Fund in den vergangenen zwölf Monaten eine Rendite von rund 48 Prozent erzielt und damit den S&P 500 über drei Jahre klar geschlagen. Cole Smead, der beim Vermögensverwalter Smead Capital Management den internationalen Aktienbereich leitet, meidet seit Jahren bewusst Technologiewerte und setzt stattdessen auf günstig bewertete Bank- und Energieaktien. Wie Barron's in einem Interview berichtet, zeigt sein Beispiel, dass sich auch abseits des Booms der großen Technologiekonzerne ansehnliche Renditen erzielen lassen, wenn Anleger auf Substanz statt auf Wachstumsversprechen setzen.

Rendite ohne Tech-Aktie: Acht Kriterien fürs Portfolio statt Wachstumsversprechen

Smead prüft nach eigenen Angaben acht Kriterien, bevor eine Aktie ins Portfolio kommt: ein einfaches Geschäftsmodell, einen starken Wettbewerbsvorteil, eine lange Historie der Profitabilität und hohe operative Kennzahlen, eine hohe Kapitalrendite, einen hohen freien Cashflow, eine solide Bilanz, ein aktionärsfreundliches Management mit hohem Insiderbesitz sowie eine niedrige Bewertung im Verhältnis zum inneren Wert. Ein Unternehmen muss mindestens sieben der acht Kriterien erfüllen, sonst fällt es aus der Auswahl. Anschließend prüft Smead noch, wie attraktiv die Aktie im Vergleich zu den bereits im Portfolio gehaltenen Titeln ist.

Wie Barron's berichtet, sieht Smead im aktuellen Boom der großen Technologiekonzerne eine Wiederholung früherer Übertreibungen, etwa bei Eisenbahnaktien im 19. Jahrhundert oder bei Telekomwerten in den 1990er Jahren. Sein Prinzip laute demnach: „Wir warten, bis die Manien sterben, dann graben wir in den Leichen." Erst wenn ein Boom vorbei ist, hält er die Bewertungen für interessant genug, um einzusteigen.

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Ölsandproduzenten: Von dieser Aktie könnten Anleger profitieren

Einen Schwerpunkt seines Portfolios bilden kanadische Ölsandproduzenten, die Smead nach dem Kurseinbruch der Branche um das Jahr 2020 aufgebaut hat. Statt klassischer Gewinnmultiplikatoren nutzt er die Reservedauer eines Förderers und den Unternehmenswert je Barrel laufender Produktion als Maßstab. Als Beispiel nennt er laut Barron's Cenovus Energy, dessen nachgewiesene Reserven bei aktuellem Fördertempo für rund 28 Jahre reichen sollen. Steigt die Produktion wie vom Management angekündigt bis 2027, könnte laut Smeads Rechnung zusätzlicher Unternehmenswert entstehen, den Aktienrückkäufe weiter stützen dürften. Der Sektor gelte bei ihm weiterhin als unterbewertet, solange der Ölpreis über 70 US-Dollar je Barrel notiert.

Aktien von UniCredit, Commerzbank und Co.: Fusionswelle bei Europas Banken als stütze?

Auch bei Finanzwerten setzt Smead auf einen strukturellen Wandel. Nach dem Wettbewerbsbericht des früheren Notenbankchefs Mario Draghi aus dem Jahr 2024 seien Europas Banken und Telekommunikation Branchen, die einer Überarbeitung bzw. Reform bedürfen. Smead leitet daraus seine Erwartung einer europäischen Fusionswelle ab. Als größtes Beispiel nennt Barron's die italienische UniCredit, die sich auf eine Übernahme der Commerzbank vorbereitet und damit nach Smeads Einschätzung eine Signalwirkung für die gesamte Branche entfaltet. UniCredit erwirtschafte demnach eine Eigenkapitalrendite von rund 17 Prozent bei einem Kurs von etwa dem 1,6-Fachen des Buchwerts, während Smead auf Sicht mehrerer Jahre eine Annäherung an das Zweifache erwartet. Als weitere Beispiele nennt Smead die österreichische BAWAG und die spanische Bankinter. BAWAG treibt selbst Übernahmen voran, während Bankinter wegen seiner hohen Eigenkapitalrendite interessant sei.

Kritischer Blick auf Tech-Aktien

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Die Kehrseite der Strategie liegt in der Konzentration. Wer Technologiewerte komplett meidet, verzichtet auch auf die Kursgewinne, die der KI-getriebene Boom der vergangenen Jahre gebracht hat, und macht sich stattdessen von Ölpreisen und der Fusionsbereitschaft europäischer Bankvorstände abhängig. Smeads These, wonach die größten Technologiekonzerne inzwischen einen zu hohen Anteil der Wirtschaftsleistung ausmachen, ist eine Wette auf den Zeitpunkt einer Korrektur, die bislang nicht eingetreten ist. Ob sich diese Einschätzung bestätigt oder ob die hohen Bewertungen der Technologiebranche noch länger tragfähig bleiben, lässt sich erst im Nachhinein beurteilen.

Ein nächster Prüfstein für die These könnte der Abschluss der Commerzbank-Übernahme durch UniCredit werden, der zeigen dürfte, ob die angekündigten Synergien die Eigenkapitalrendite der fusionierten Bank tatsächlich anheben.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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