Angeschlagene Airline

Lufthansa-Aktie im Minus: Air Baltic beantragt Gläubigerschutz - Flugbetrieb bleibt bestehen


Lufthansa-Aktie im Minus: Air Baltic beantragt Gläubigerschutz - Flugbetrieb bleibt bestehen

Die angeschlagene lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat Gläubigerschutz in den USA beantragt.

Werte in diesem Artikel
Aktien

7.55 EUR -0.11 EUR -1.44 %

Die angeschlagene lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat Gläubigerschutz in den USA beantragt. Der Antrag erfolge freiwillig nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, teilte das Unternehmen in Riga mit. Es handle sich um ein Verfahren zur finanziellen Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht. Flugbetrieb und Flugpläne seien nicht betroffen, hieß es in der Mitteilung des Staatsunternehmens, das sich seit längerem in finanzieller Schieflage befindet. Der US-Gläubigerschutz ist durch niedrige rechtliche Hürden auch für Unternehmen außerhalb der USA zugänglich.

Werbung

Air Baltic fliegt in Deutschland die fünf größten Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München an. Das Unternehmen sitzt in Riga und ist die größte Fluggesellschaft in den baltischen Staaten. Sie fliegt von ihrem Drehkreuz Riga zu mehr als 70 Zielen, bietet aber weder Flüge in die USA noch innerhalb der Staaten an. Größter Anteilseigner ist mit mehr als 88 Prozent der lettische Staat. Die Lufthansa ist seit vergangenem Jahr mit zehn Prozent an der Airline beteiligt.

Sicherung des Betriebs mit neuem Kapital

"Wir werden den Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortführen", betonte Unternehmenschef Erno Hildén auf einer Pressekonferenz in Riga. "Unser Ziel ist es, unsere Schulden grundlegend zu restrukturieren und mit unseren Vertragspartnern eine Einigung über diese Verpflichtungen zu erzielen." Angesichts der internationalen Ziele und Vertragspartner habe man sich dazu für ein Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts entschieden.

Zusammen mit der Einleitung des Gläubigerschutzverfahrens erhielt Air Baltic von Kreditgebern die verbindliche Zusage, 350 Millionen Euro an neuen Finanzmitteln zu einem Zinssatz von 12 Prozent bereitzustellen. Damit sollen die Liquidität und der laufende Betrieb des Unternehmens gesichert werden, teilten die Fluggesellschaft und die Staatskanzlei in Riga mit. Air Baltic geht den Angaben zufolge davon aus, das Verfahren bis etwa Juni 2027 abzuschließen.

Werbung

Regierungschef begrüßt Verfahren

"Ich betrachte diese Lösung als eine der besten Möglichkeiten, die Überlebensfähigkeit von Air Baltic sicherzustellen, da sie die notwendigen Instrumente und Zeit bietet, um den entwickelten Restrukturierungsplan umzusetzen", teilte der lettische Regierungschef Andris Kulbergs mit. Das Unternehmen beginne damit die seit Jahren aufgeschobene Bereinigung seiner Schulden und Verbindlichkeiten.

Lettlands Regierung musste mit Kapitalerhöhungen wiederholt das Überleben des Unternehmens sichern, das durch Folgen der Corona-Pandemie und durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine in finanzielle Schieflage geraten war. Der seit längerem geplante Börsengang wurde mehrmals verschoben.

Die Lufthansa-Aktie verliert im XETRA-Handel zeitweise 2,85 Prozent auf 7,50 Euro.

/awe/DP/stw

RIGA (dpa-AFX)

Bildquellen: Cray Photo / Shutterstock.com, 360b / Shutterstock.com

Aktuelle Lufthansa Aktie News

Werbung

Lufthansa Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Lufthansa nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
14:46 Lufthansa Market-Perform Bernstein Research
04.09.26 Lufthansa Neutral JP Morgan Chase & Co.
20.08.26 Lufthansa Market-Perform Bernstein Research
19.08.26 Lufthansa Underweight Barclays Capital
05.08.26 Lufthansa Sell Goldman Sachs Group Inc.

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.