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Netflix-Zahlen werfen ihre Schatten voraus: So blicken Experten auf die Bilanzvorlage am Donnerstag


Netflix-Zahlen werfen ihre Schatten voraus: So blicken Experten auf die Bilanzvorlage am Donnerstag

Allmählich wird es ernst für die Netflix-Aktie, die Quartalszahlen stehen vor der Tür. So blicken Experten auf den Donnerstag.

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  • Netflix-Aktie legt vor den Zahlen am Donnerstag zu
  • Forbes sieht im Wettlauf um Werbeinventar den eigentlichen Erfolgsfaktor
  • Morningstar hält die Aktie mit einem fairen Wert von 80 Dollar für ausgereizt
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Zum Wochenstart zieht die Netflix-Aktie im NASDAQ-Handel um 2,41 Prozent auf 75,14 US-Dollar an, nur wenige Tage vor der nächsten Bilanzvorlage des Streaming-Konzerns. Netflix meldet die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 an diesem Donnerstag nach US-Börsenschluss.

Für die Experten von Morningstar zählt dabei weniger die reine Ergebniszahl als die Einordnung der Bewertung: Mit einem fairen Wert von 80 US-Dollar und drei von fünf Sternen gilt die Aktie bei Morningstar aktuell als in etwa angemessen bepreist. Forbes wiederum rückt in der Vorschau auf den Bericht ein anderes Motiv in den Vordergrund, das den Kurs mittelfristig stärker bewegen dürfte als die Ergebniszeile selbst, nämlich den Kampf um Anteile an der Bildschirmzeit der Zuschauer.

Forbes: Der Werbe-Deal braucht mehr Sendezeit

Forbes sieht im nächsten Engagement-Report mehr Aussagekraft als in der reinen Ergebniszahl: Denn YouTube kam im April laut Nielsen bereits auf 13,4 Prozent der TV-Nutzung in den USA, während Netflix im gleichen Zeitraum von 8,8 auf 7,9 Prozent zurückfiel. Genau deshalb wirbt Netflix verstärkt kurze, günstig produzierte Formate ein, etwa mit den Stokes Twins oder Verlagspartnern, um mehr Werbeinventar für sein auf über 250 Millionen Nutzer gewachsenes Ad-Abo zu schaffen, mit dem sich die Werbeerlöse 2026 auf rund 3 Milliarden US-Dollar verdoppeln sollen. Dass das nicht automatisch funktioniert, zeigt laut einer vom Bloomberg-Reporter Lucas Shaw ausgewerteten Netflix-Statistik der Einbruch der Zweitstaffel-Sehzeit bei "Running Point" und "The Four Seasons" um über 50 Prozent, bei "Beef" sogar um mehr als 70 Prozent.

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Aus diesem Anlass sei die Bedeutung der Geschäftszahlen für Forbes nicht so groß, wie noch in den Quartalen zuvor. Stattdessen muss Netflix beim nächsten Engagement-Report mit starken Nutzerzahlen überzeugen.

Morningstar: Netflix-Aktie fair bewertet mit hoher Unsicherheit

Derweil zählt für die Experten von Morningstar eine andere wichtige Kennzahl: den fairen Wert der Aktie. Morningstar siedelt diesen bei 80 US-Dollar an, vergibt drei von fünf Sterne und sieht in dem großen, treuen Abonnentenstamm einen schmalen Wettbewerbsvorteil - stuft die Unsicherheit aber weiterhin als hoch ein. Damit sich die Wachstumssorgen der vergangenen Quartale auflösen, müsste das Umsatzwachstum aus Sicht der Analysten wieder auf rund 15 Prozent zulegen.

Zugleich beobachtet man, ob Netflix nach dem gescheiterten Zukauf von Warner Bros. Discovery doch noch an einem Herauslösen von Comcasts NBCUniversal oder größeren Sportrechten wie der NFL interessiert ist.

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Finanziell gilt der Konzern mit einem Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA von 0,4 sowie einem für 2026 erwarteten freien Cashflow von 11 Milliarden US-Dollar als solide aufgestellt, weshalb Morningstar auch die milliardenschweren Aktienrückkäufe seit 2023 für die naheliegendste Verwendung der Mittel hält: "Wir glauben nicht, dass Netflix an weiteren großen Übernahmen interessiert ist." Während die Bullen auf Profitabilität, Werbe-Öffnung und internationales Potenzial setzen, verweisen die Bären auf die reife Marktdurchdringung in den USA und steigende Ausgaben für Sport- und internationale Inhalte.

Analystenkonsens: Solide, aber kein Ausreißer

Auch der Analystenkonsens deutet auf ein solides, aber kein spektakuläres Quartal hin: 37 Analysten rechnen im Schnitt mit einem Ergebnis je Aktie von 0,79 US-Dollar nach 0,72 US-Dollar im Vorjahresquartal, beim Umsatz mit 12,58 Milliarden US-Dollar nach 11,12 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 gehen 45 Analysten von einem Gewinn je Aktie von 3,56 US-Dollar aus, gegenüber 2,53 US-Dollar im Vorjahr, bei einem erwarteten Jahresumsatz von 51,40 Milliarden US-Dollar nach 45,27 Milliarden US-Dollar.

Worauf Anleger bei der kommenden Netflix-Bilanz achten sollten

Die reinen Konsenszahlen dürften kaum überraschen, entscheidend wird, wie Netflix die Werbe- und Engagement-Story erzählt. Anleger sollten auf drei Punkte achten, nämlich ob der nächste Engagement-Report echtes Sehzeit-Wachstum oder nur eine qualitative Neudefinition zeigt, ob das Management am 3-Milliarden-Ziel für die Werbeerlöse festhält, und ob der Ausblick fürs dritte Quartal die zuletzt hohen Erwartungen trifft. Bleibt die Guidance erneut hinter dem Konsens zurück, dürfte die Aktie ähnlich reagieren wie schon im ersten Quartal. Nach der Q1-Zahlenvorlage geriet das Papier deutlich unter Druck und fiel um rund zehn Prozent.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: jejim / Shutterstock.com, Netflix

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DatumRatingAnalyst
09.07.26 Netflix Outperform Bernstein Research
09.07.26 Netflix Buy Jefferies & Company Inc.
08.07.26 Netflix Outperform Bernstein Research
06.07.26 Netflix Buy Goldman Sachs Group Inc.
10.06.26 Netflix Buy Jefferies & Company Inc.