Chip-Ausverkauf: Warum die SK hynix-Aktie trotz NASDAQ-Debüt abstürzt und Samsung mitzieht
Kaum ist der Milliarden-Deal an der NASDAQ besiegelt, sackt die SK hynix-Aktie in Seoul kräftig ab: Eine neue Analystenprognose macht deutlich, warum.
- SK hynix fällt auf Monatstief - auch Samsung unter Druck
- Korea Investment & Securities sieht Gewinn unter der Konsensschätzung
- SK hynix sammelte beim NASDAQ-Debüt am Freitag über 26 Milliarden US-Dollar ein
Stark unter Druck geraten am Montag in Seoul die Kurse der beiden Halbleiterschwergewichte Samsung Electronics und SK hynix: SK hynix verliert im Handel zeitweise 13,03 Prozent und kostete damit zuletzt 1.896.000 Won. Damit rutscht das Papier auf den niedrigsten Stand seit rund einem Monat. Samsung Electronics derweil gibt um 9,3 Prozent nach auf 258.500 Won.
Das Plus von SK hynix seit Jahresbeginn schrumpft durch den Rücksetzer auf rund 190 Prozent. Belastend wirkt eine frische Analystenprognose, die den zuletzt gefeierten Börsengang der SK hynix-Hinterlegungsscheine in New York in den Hintergrund drängt.
Analystenprognose trübt die Stimmung
Grund für den Ausverkauf ist laut Dow Jones Newswires ein Bericht von Korea Investment & Securities. Das Analysehaus rechnet für das zweite Quartal nur noch mit einem operativen Gewinn von rund 60,4 Billionen Won, umgerechnet knapp 40,3 Milliarden US-Dollar, und damit etwa 8 Prozent unter der Konsensschätzung von rund 65 Billionen Won. Als Begründung nennt man den im Vergleich zu den Wettbewerbern deutlich höheren Anteil von High Bandwidth Memory am Umsatz von SK hynix. Genau dieses Segment, in dem SK hynix vor allem Speicherchips für Beschleuniger von Kunden wie NVIDIA liefert, soll bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen im Quartalsvergleich schwächer zugelegt haben als der Markt insgesamt.
NASDAQ-Debüt bringt keine Stütze
Dass die US-Hinterlegungsscheine von SK hynix erst am Freitag ein gefeiertes Debüt an der NASDAQ hinlegten und dem Unternehmen dabei über 26 Milliarden US-Dollar zuflossen, hilft der Aktie in Seoul nun nicht. Im Gegenteil: Nach dem Kurssprung von rund 13 Prozent am ersten US-Handelstag nutzen Anleger den Zeitpunkt offenbar, um Gewinne aus der Rally der vergangenen Monate mitzunehmen. Hinzu kommt Unsicherheit darüber, wie die neue US-Notierung und die heimische Aktie künftig zueinander bewertet werden sollen, nachdem das Debüt faktisch einen zweiten Referenzkurs geschaffen hat.
Blick auf die Berichtssaison
Trotz der niedrigeren Prognose von Korea Investment & Securities dürfte SK hynix im Jahresvergleich weiterhin ein herausragendes Wachstum ausweisen, wenn die Ergebnisse später im Juli veröffentlicht werden. Der Speicherkonzern hat von den kräftig gestiegenen Speicherpreisen profitiert, die vor allem auf die anhaltend hohe Nachfrage aus der Entwicklung Künstlicher Intelligenz zurückgehen. Woran der Markt aktuell zweifelt, brachte NH-Investment-&-Securities-Analyst Ryu Young-ho gegenüber Reuters auf den Punkt: Anleger hätten mit steigenden HBM4-Lieferungen ab dem zweiten Quartal gerechnet, dieser Anstieg zeichne sich in diesem Umfang aber offenbar noch nicht ab.
Ob die Zurückhaltung der Analysten berechtigt ist, zeigt sich endgültig erst mit den offiziellen Zahlen: Samsung legt seinen ausführlichen Bericht zum zweiten Quartal am 23. Juli vor, SK hynix folgt am 29. Juli. Erst dann lässt sich einordnen, ob der aktuelle Kursrutsch eine Korrektur nach der Rally ist oder der Beginn einer nachhaltigeren Neubewertung.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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