KI-Rally

Micron-Aktie knackt die 1.000-Dollar-Marke - Diese alternativen Chip-Werte bieten noch Einstiegschancen

16.06.26 21:13 Uhr

1.000-Dollar-Meilenstein bei Micron: Diese drei Halbleiter-Aktien wirken jetzt attraktiver bewertet | finanzen.net

Der KI-Boom hat Micron zu einer der spektakulärsten Aktien des Jahres gemacht - doch nach der Rally stellt sich für viele Anleger die Frage nach bezahlbaren Alternativen.

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• KI-Boom treibt die Micron-Rally weiter an
• Analysten bleiben bullish für Micron
• Drei Alternativen im Halbleiter-Sektor

Wer im vergangenen Jahr auf Micron Technology gesetzt hat, darf sich über eine der spektakulärsten Kursrallys des Jahres freuen. Aus einem 52-Wochen-Tief von rund 103 US-Dollar hat sich die Aktie des US-Speicherchipherstellers bis auf ein Jahreshoch von beinahe 1.100 US-Dollar katapultiert - ein Anstieg von fast 940 Prozent. Aktuell bewegt sich die Aktie rund um die 1.080-Dollar-Marke (Stand: 15. Juni 2026). Das ist zwar eine beeindruckende Erfolgsstory, könnte gleichzeitig aber auch ein Problem für Neueinsteiger sein.
Denn wer die Micron-Rally verpasst hat, steht vor einer einfachen Frage: Gibt es im Halbleitersektor noch Aufholpotenzial zu vernünftigen Preisen? Die Antwort lautet: Ja - und die folgenden drei Namen verdienen genauere Aufmerksamkeit.

Warum Micron durch die Decke geht

Der Treibstoff hinter Microns Kursexplosion ist kein Geheimnis: der KI-Boom. Jedes Rechenzentrum, das KI-Modelle trainiert und betreibt, verschlingt riesige Mengen an Hochleistungsspeicher. DRAM, NAND, High-Bandwidth-Memory (HBM) - der Bedarf wächst schneller, als die Produzenten liefern können.

Analysten zeigen sich entsprechend optimistisch, wie TipRanks berichtet. CJ Muse von Cantor Fitzgerald hob sein Kursziel deutlich von 700 auf 1.500 US-Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung. Er sieht den Markt in einem neuen, KI-getriebenen "Speicherparadigma", das sich erst in der Mitte eines längerfristigen Wachstumszyklus befinde. Auch UBS-Analyst Timothy Arcuri bleibt bullish und nennt ein Kursziel von 1.625 US-Dollar. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet er einen Umsatz von 36 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 20,96 US-Dollar. Das Aufwärtspotenzial resultiere vor allem aus weiter steigenden Preisen. Mit zunehmender Klarheit über die strukturellen Veränderungen durch KI im Speichermarkt dürfte Micron seiner Einschätzung nach zudem mit einem höheren Bewertungsniveau gehandelt werden.
Wer sich Micron nicht mehr leisten kann oder will, findet jedoch auch unter den Wettbewerbern und Nischenspielen noch attraktive Einstiegspunkte.

Western Digital

Wer Western Digital als altmodischen Festplattenhersteller abgeschrieben hatte, wurde 2026 eines Besseren belehrt. Mit einer Jahresperformance von rund 200 Prozent zählt die Aktie zu den stärksten Gewinnern im gesamten Tech-Sektor. Von einem 52-Wochen-Tief von 56,27 US-Dollar hat sich der Kurs auf über 653,53 US-Dollar mehr als verzehnfacht.

Der Wandel hat mehrere Treiber. Western Digital profitiert erstens direkt vom Speicherboom. Zweitens arbeitet Western Digital an der strategischen Abspaltung seines Flash-Geschäfts, um den reiferen HDD-Bereich klar vom wachstumsstarken Flashspeicher-Segment zu trennen. Das eröffnet potenziell neue Bewertungsspielräume für beide Unternehmensteile.

Von 16 Analysten haben 14 die Aktie in den vergangenen drei Monaten zum Kauf empfohlen, während zwei zum Halten rieten. Eine Verkaufsempfehlung für das Papier gibt es derweil nicht, wie Daten von TipRanks zeigen. Auf Grundlage der Einschätzungen der 16 Wall-Street-Analysten ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 565,94 US-Dollar. Die Spanne reicht dabei von 375,00 bis 685,00 US-Dollar. Ausgehend vom letzten Kurs von 653,53 US-Dollar entspricht das durchschnittliche Ziel jedoch einem Abwärtspotenzial von 13,40 Prozent.
Für Anleger, die die erste Welle verpasst haben, bleibt Western Digital ein interessanter Name im Sektor.

Samsung Electronics

Samsung ist kein Geheimtipp - aber die Kursentwicklung 2026 liest sich trotzdem wie eine Entdeckungsgeschichte. Nachdem der südkoreanische Konzern jahrelang im Schatten des HBM-Pioniers SK hynix gestanden hatte, konnte er zuletzt aufholen. Die Aktie legte seit Jahresanfang über 181 Prozent zu und markierte Anfang Juni ein Allzeithoch im Heimathandel.
Der Auslöser: Samsung hat in der Entwicklung von High-Bandwidth-Memory-Chips für KI-Server entscheidende Fortschritte gemacht. Mit der Auslieferung erster 12-Layer-HBM4E-Muster hat sich das Unternehmen neu positioniert. Die KI-Infrastruktur-Kunden, von Hyperscalern bis zu Chip-Designern, nehmen das zur Kenntnis.

Auf Basis der Einschätzung eines Wall-Street-Analysten, der in den vergangenen drei Monaten ein 12-Monats-Kursziel für Samsung veröffentlicht hat, liegt das durchschnittliche Kursziel im OCT-Handel bei 147,15 US-Dollar. Da nur eine Prognose vorliegt, entsprechen sowohl das höchste als auch das niedrigste Ziel diesem Wert. Ausgehend vom letzten Kurs von 140,00 US-Dollar ergibt sich damit ein Aufwärtspotenzial von 5,11 Prozent.
Samsung bietet zudem die Sicherheit eines Bluechips mit globaler Aufstellung in Bereichen wie Smartphones, Displays und Speicherchips. Die in Europa handelbaren Global Depositary Receipts (GDRs) von Samsung werden an deutschen Börsen in der Regel zu gut zugänglichen Kursen im zweistelligen Euro-Bereich notiert.

Infineon Technologies

Wer nach einer europäischen Alternative sucht, landet unweigerlich bei Infineon. Der DAX-Konzern aus Neubiberg bei München ist kein klassischer Speicherchiphersteller - und das ist genau die Pointe. Während Micron, Samsung und Western Digital von der Gedächtnis-Bonanza profitieren, bedient Infineon eine breitere Palette von Märkten: Leistungshalbleiter für Elektroautos, Industriesteuerungen, erneuerbare Energien, Sicherheitschips und KI-Rechenzentren.
Infineon erreichte Anfang Juni ein neues Allzeithoch und ließ damit einen 26 Jahre alten Rekord hinter sich. Seit Jahresanfang steht ein Kursplus von rund 103 Prozent zu Buche, im vergangenen Monat waren es allein 12,71 Prozent.

Von 17 Analystenbewertungen in den vergangenen drei Monaten handelt es sich um 13 Kaufempfehlungen und vier Halteempfehlungen. Zum Verkaufen rät kein Experte. Auf Grundlage der Einschätzungen der 17 Analysten ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 73,71 Euro. Die Spanne der Prognosen reicht von 60,00 Euro bis 91,00 Euro. Verglichen mit dem letzten Kurs von 80,75 Euro entspricht das durchschnittliche Ziel jedoch einem Abschlag von 8,72 Prozent.
Die Aktie könnte sich dennoch als solider Einstieg in den Halbleitersektor eignen und wird zu moderaten Kursen im zweistelligen Euro-Bereich gehandelt.

Alle drei Werte sind zwar nicht risikofrei - der Halbleitermarkt ist zyklisch, kapitalintensiv und reagiert empfindlich auf geopolitische Spannungen sowie Schwankungen in der KI-Nachfrage. Wer langfristig denkt, die Volatilität akzeptiert und nicht mehr den vollen Preis für Micron zahlen möchte, könnte in diesen drei Namen jedoch durchaus interessante Einstiegspunkte finden.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Sundry Photography / Shutterstock.com, 360b / Shutterstock.com

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