KI-Halbleiter

Aktien von NVIDIA, Micron, ASML & Co. im Blick: KI-Chipwerte suchen nach Ausverkauf den Boden

24.06.26 17:15 Uhr

Teils Stabilisierungstendenzen an der NASDAQ: Aktien von NVIDIA, Micron, ASML & Co. im Fokus | finanzen.net

Ein Crash an Südkoreas Börse riss den gesamten KI-Chipsektor mit - Micron, Sandisk, NVIDIA und Co. verloren teils zweistellig, doch nun deuten sich erste Gegenbewegungen an.

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• Chipwerte erlebten am Dienstag einen rabenschwarzen Handelstag
• Analysten bleiben zunächst gelassen
• Leichte Gegenbewegung vor Micron-Zahlen am Abend

Der KI-Halbleitersektor erhielt am Dienstag einen heftigen Schlag aus Seoul. Besonders hart traf es den Speicherkomplex: Die Aktien von Micron Technology und Sandisk verloren an der NASDAQ mehr als 13 Prozent - ihr schlechtester Handelstag seit Februar. Auch Seagate Technology gab mehr als fünf Prozent nach, Marvell Technology sackte um mehr als neun Prozent ab. Bei QUALCOMM belief sich das Minus auf rund acht Prozent, während NVIDIA einen Rückgang von über vier Prozent hinnehmen musste.

Auslöser Seoul: KOSPI-Schockwelle erfasste die NASDAQ

CNBC zufolge begann die Bewegung bereits am Montag, als Alphabet-Aktien rund fünf Prozent verloren, nachdem Berichte über den Abgang hochrangiger KI-Talente die Runde machten. Den Anstoß für den globalen Sell-off gab dann aber Südkorea: Der KOSPI, der im laufenden Jahr bis zu 95 Prozent zugelegt hatte, fiel am Dienstag um knapp zehn Prozent. Speicherchip-Marktführer SK hynix verlor mehr als zwölf Prozent, Samsung Electronics ebenfalls. Auch Japans Nikkei 225 gab nach und beendete damit acht Gewinntage in Folge. Weil institutionelle Anleger den Speicherkomplex als Einheit halten, griff die Schwäche nahtlos auf die US-Märkte über. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) verlor sieben Prozent, der State Street Technology Select Sector SPDR ETF (XLK) gab vier Prozent nach.

Moment der Selbstreflexion oder struktureller Bruch? Analysten bleiben gelassen

MarketWatch zufolge bezeichnete Daniel O'Regan, Managing Director für Aktienhandel bei Mizuho, seinen Dienstags-Kommentar an Kunden schlicht als "Tech Wreck". Wedbush-Analyst Daniel Ives fällte dagegen ein nüchterneres Urteil: Er sieht den Rücksetzer als "Atempause" nach starken Jahresgewinnen und schreibt laut MarketWatch, die KI-Revolution befinde sich noch im "dritten Inning". Solche "Momente der Selbstreflexion" seien Teil des Prozesses, keine Trendwende. Ergänzend weist er auf die "erhöhte Nervosität rund um den wichtigen Speicherchip-Handel" vor Microns Quartalszahlen hin.

Jeffrey Favuzza vom Jefferies-Handelsdesk nannte laut MarketWatch neben einer Entflechtung von SpaceX-Positionen und gehebelten Engagements koreanischer Anleger auch inhaltliche Fragen zur Rentabilität des KI-Ökosystems als mögliche Hintergrundfaktoren - ohne einen einzelnen Auslöser auszumachen. Andrew Slimmon, Senior-Portfoliomanager bei Morgan Stanley Investment Management, brachte es laut CNBC auf den Punkt: Die KI-Profiteure seien nicht teuer, aber voll positioniert. Demnach seien scharfe Abverkäufe in solchen Phasen gesund.

NVIDIA hält sich besser als der Sektor - und lanciert neue KI-Werkzeuge

Verglichen mit den anderen KI-Chipwerten trotzte Platzhirsch NVIDIA dem großen Abverkauf noch am ehesten. Das könnte auch daran liegen, dass der Konzern den Turbulenztag für eine Produktankündigung nutzte: NVIDIA stellte das BioNeMo Agent Toolkit vor, eine Werkzeugsammlung, die KI-Agenten das Verarbeiten wissenschaftlicher Daten, das Bewerten von Ergebnissen und das eigenständige Ausführen von Folgeschritten ermöglicht. Laut Barron's erklärte CEO Jensen Huang in einer Stellungnahme, Forscher könnten damit erstmals KI-Agenten aufbauen, die wissenschaftliches Wissen verstehen und wissenschaftliche Abläufe ausführen.

KI-Chipwerte teils mit Erholungstendenzen vor Micron-Zahlen

Im US-Handel an der NASDAQ zeigen sich die Aktien der Chipwerte am Mittwoch teils mit einer vorsichtigen Gegenbewegung: So legt NVIDIA zeitweise um 0,49 Prozent auf 201,03 US-Dollar zu. Die Papiere von Micron Technologies verlieren dagegen 0,86 Prozent auf 1'042,71 US-Dollar, während Sandisk sich um 2,27 Prozent auf 1.919,03 US-Dollar verbilligen. Im europäischen Sektor geht es für die Papiere von ASML im EURONEXT-Handel zeitweise um 0,91 Prozent nach unten auf 1.546,60 Euro.

Dabei sind am Mittwochabend alle Augen auf Micron gerichtet. Das Unternehmen legt nach Handelsschluss an der NASDAQ seine Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal 2026 vor. Treffen die Zahlen die Erwartungen, stützt das die These, dass der jüngste Rücksetzer der Branche tatsächlich nur ein positionstechnisches Ventil war. Verfehlt Micron die eigene Messlatte, dürfte der Druck auf Micron, Sandisk, NVIDIA und den gesamten Speichersektor erneut zunehmen.

Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Thomas Zoller, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

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