Aktien New York: Dow mit Erholungsansatz nach Dreijahrestief
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NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem Börsenabsturz zum Wochenstart haben die US-Aktienmärkte am Dienstag einen weiteren Stabilisierungsversuch unternommen. Der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) notierte im späteren Handelsverlauf 3,58 Prozent höher bei 20 912,07 Punkten. Im frühen Handel hatte der Leitindex zunächst wieder unter Druck gestanden und war erstmals seit mehr als drei Jahren wieder unter die Marke von 20 000 Zählern gefallen. Am Vortag hatte der Dow mit einem Minus von knapp 13 Prozent den größten Tagesverlust seit 1987 verzeichnet.
Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag zuletzt um 4,47 Prozent auf 2492,76 Punkte. Der technologielastige NASDAQ 100 legte um 5,18 Prozent auf 7383,92 Punkte zu.
"Unter 20 000 Punkten war der Dow Jones heute endlich in der Lage, die lang ersehnten überzeugten Käufer zu finden", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Im aktuellen Umfeld wäre schon eine Seitwärtsbewegung ein Fortschritt. Derzeit wüssten die Investoren nicht, wie das wirtschaftliche Umfeld neu zu bewerten sei und damit wisse auch niemand, "wo ein fairer Wert von Aktien liegt", so Stanzl.
Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Boeing im Fokus, die zeitweise um mehr als 20 Prozent einbrachen und den tiefsten Stand seit dem Jahr 2013 erreichten. Später berappelten sie sich aber deutlich und verbuchten zuletzt ein Minus von "lediglich" 3 Prozent. Am Montag hatten die Boeing-Titel fast 24 Prozent verloren und damit seit Beginn des freien Falls vor knapp vier Wochen rund zwei Drittel an Wert eingebüßt.
Die Coronavirus-Krise belastet besonders stark den weltweiten Flugverkehr und damit die weitere Nachfrage nach Boeing-Fliegern. Derweil nehmen die Produktionsprobleme für den US-Flugzeugbauer laut US-Medien wegen infizierter und unter Quarantäne stehender Mitarbeiter weiter zu. Laut Medienberichten drängt Boeing bei der US-Regierung auf kurzfristige Finanzhilfen. Der Konzern steht wegen seines nach zwei Abstürzen binnen kurzer Zeit weltweit mit Flugverboten belegten Verkaufsschlagers 737 Max ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand.
Bei den Aktien von Amazon ging es um gut 7 Prozent nach oben. Der weltgrößte Online-Händler will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen hatte am Montagnachmittag (Ortszeit) angekündigt, in den USA 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können.
Dagegen steuerten die am Vortag unter die Räder gekommenen Aktien von Fluggesellschaften weitere Verluste an. Delta Air Lines und United Airlines sackten um jeweils mehr als 8 Prozent ab. Aufgrund der enormem geschäftlichen Schäden, die die rapide Ausbreitung des Virus hinterlässt, wollen die US-Fluglinien Staatshilfen im Volumen von über 50 Milliarden Dollar beantragen.
Dagegen setzten die Papiere von Clorox ihre steile Aufwärtsbewegung mit einem Gewinn von knapp 14 Prozent fort. Der Hersteller von Desinfektionslösungen profitiert wegen der Viruspandemie derzeit von einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten./edh/he