Alarmierende Kennzahl

"Zockerei" an den Märkten: Darum ist Warren Buffetts Warnung aktueller denn je


"Zockerei" an den Märkten: Darum ist Warren Buffetts Warnung aktueller denn je

Warren Buffett warnte vor einer noch nie da gewesenen Zockermentalität am Markt. Nun erreicht ein jahrzehntealter Bewertungsmaßstab einen Stand, der bislang nur einmal übertroffen wurde.

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  • Warren Buffett sprach von zunehmender Zocker-Mentalität an den Märkten
  • Shiller CAPE Ratio des S&P 500 klettert Anfang Juli 2026 auf rund 41 Punkte
  • Nur zur Jahrtausendwende lag die Kennzahl höher
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Warren Buffett hat sich zwar zum Jahreswechsel als CEO von Berkshire Hathaway zurückgezogen, das heißt jedoch nicht, dass er nichts mehr zu sagen hat. Am Rande der letzten Hauptversammlung der Investmentholding Anfang Mai in Omaha beschrieb der Starinvestor gegenüber CNBC eine noch nie da gewesene Zockermentalität unter Anlegern. "Die Menschen waren noch nie so sehr in Glücksspielstimmung wie heute", so der Starinvestor gegenüber dem US-Sender. Wer diesbezüglich nach einer zweiten Meinung sucht, findet sie im Shiller CAPE Ratio des S&P 500. Die Bewertungskennzahl notierte Anfang Juli 2026 bei rund 41 Punkten und damit auf dem zweithöchsten Stand ihrer Geschichte.

Zockerei als Beobachtung, nicht als Vorwurf

Gegenüber dem Sender CNBC beschrieb Buffett eine Anlegerstimmung, wie er sie in sechzig Jahren im Geschäft noch nicht erlebt habe. Er verwies dabei konkret auf den Boom bei Optionen, die noch am selben Handelstag verfallen, und auf die wachsende Beliebtheit von Wettplattformen für politische und wirtschaftliche Ereignisse. Solche Instrumente hätten mit Investieren nichts mehr zu tun, sondern seien reine Spekulation auf kurzfristige Kursausschläge.

Der Blick auf eine Bewertungskennzahl scheint Buffett Recht zu geben. Laut The Motley Fool hat das Shiller-CAPE-Verhältnis des S&P 500 - eine inflationsbereinigte Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zu den Unternehmensgewinnen setzt - kürzlich eines der höchsten Niveaus der Geschichte erreicht. Der CAPE Wert von rund 41 reiht sich in eine überschaubare Historie ein. Nur ein einziges Mal lag die Kennzahl seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1881 höher: im Dezember 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, als sie 44,2 Punkte erreichte. Der S&P 500 verlor in der Folge rund die Hälfte seines Wertes. Auch während der Pandemie-Ära ging der Höchststand der Kennzahl von 38,6 Punkten im November 2021 in eine Korrektur über. Der Absturz von 1929 dagegen ereignete sich bei einem CAPE-Niveau von etwa 27,6 und damit deutlich unterhalb der heutigen Bewertung, was zeigt, dass die Kennzahl allein wenig über Tempo oder Tiefe eines möglichen Rückschlags aussagt.

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Warum die Kennzahl kein Fahrplan ist

Das CAPE-Verhältnis liefert laut mehreren Marktbeobachtern auch keinen Zeitpunkt für einen Rückschlag, sondern einen Hinweis auf niedrigere zu erwartende Renditen über die kommenden zehn Jahre. Werte über 30 hat der Markt zuletzt wiederholt über längere Phasen ausgehalten, ohne dass daraus unmittelbar ein Rückschlag folgte. Ein zweiter, von Buffett selbst als bevorzugtes Bewertungsmaß bezeichneter Indikator, das Verhältnis von US-Marktkapitalisierung zur Wirtschaftsleistung, notiert Mitte 2026 erstmals über 200 Prozent und stützt das Bild einer historisch hohen Bewertung.

Für Anleger heißt das jedoch nicht unbedingt, dass sie sich aus dem Markt zurückziehen sollten, schreibt The Motley Fool. Denn Warren Buffett selbst hat in seiner Zeit als Berkshire-CEO auch in schwierigen Phasen investiert. Stattdessen sollten sie sich seine Strategie zum Vorbild nehmen und nach Qualitätsaktien suchen, die zu vernünftigen Preisen gehandelt werden. Zusammen mit einem langfristigen Anlagehorizont können so auch in turbulenten Zeiten Erfolge erzielt werden.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Bill Pugliano/Getty Images, Daniel Zuchnik/WireImage

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