AMD-Aktie knackt Billionen-Marke: Diese Unternehmen könnten als Nächstes folgen
Am Montag erreichte AMD erstmals eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion US-Dollar. Nun fragt sich der Markt, wer der nächste Aufsteiger in diesen exklusiven Kreis sein könnte.
Werte in diesem Artikel
- AMD schafft es in exklusiven Billionen-Club mit NVIDIA, Broadcom und Co.
- Mehrere Unternehmen nahe an viel beachteter Schwelle
- Aussichtsreiche Kandidaten aus verschiedenen Branchen
Advanced Micro Devices, kurz AMD, hat am Montag im Handelsverlauf an der NASDAQ erstmals die Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar überschritten. Zum Handelsschluss am Dienstag besaß der Konzern dann einen Börsenwert von 1,02 Billionen US-Dollar. Der Chiphersteller reiht sich damit hinter NVIDIA, Broadcom und Micron Technology als vierter US-Halbleiterkonzern in den exklusiven Kreis ein. Die Börse richtet den Blick nun auf die möglichen nächsten Aufsteiger aus dem Technologiebereich - aber auch aus anderen Branchen.
AMD-Aktie im Rekordmodus
Der Sprung von AMD über die Billionen-Schwelle kam nicht aus dem Nichts: Er wurde von starken Geschäftszahlen sowie der Erwartung getragen, dass AMD stärker vom Boom rund um künstliche Intelligenz profitieren kann. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Konzernumsatz um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft legte um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar zu. Es machte damit 58 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar in Aussicht, ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Welches Unternehmen könnte nach AMD in den exklusiven Kreis aufsteigen?
Das nächste Mitglied für den Billionen-Dollar Club könnte jedoch womöglich aus einer völlig anderen Branche stammen als AMD. Bank of America-Analyst Ebrahim Poonawala verwies am 9. September laut "gurufocus" darauf, dass sich JPMorgan der Billionen-Marke nähere und ein solcher Meilenstein neue Investoren anziehen sowie eine Knappheitsprämie erzeugen könnte. Zum Handelsschluss am Dienstag lag die Marktkapitalisierung der US-Bank an der NYSE bei 903,8 Milliarden US-Dollar. Bis zur Billion fehlen damit weniger als 100 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg der Marktkapitalisierung von gut zehn Prozent.
Für JPMorgan wäre der Sprung in die Billionenliga eine bemerkenswerte Wegmarke. Anders als bei AMD wäre er nicht das Ergebnis einer Neubewertung eines KI-Gewinners. Das Geschäftsmodell ist wesentlich stärker in der traditionellen Finanzwirtschaft verankert. JPMorgan verdient sein Geld mit Kreditgeschäft, Kapitalmarktaktivitäten, Vermögensverwaltung und Zahlungsverkehr. Die Billionenfrage ist damit auch eine Wette darauf, ob sich die außergewöhnliche Größe und Ertragskraft des Instituts weiterhin in einer entsprechend hohen Bewertung niederschlägt.
Ebenso interessant könnte auch Walmart sein. Der weltgrößte Einzelhändler wird derzeit an der NASDAQ mit rund 874 Milliarden US-Dollar bewertet (Stand: Schlusskurs vom 22. September 2026). Das Unternehmen müsste seinen Börsenwert also noch um etwa 14 Prozent steigern. Walmart wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, gerade darin liegt aber die Bedeutung. Der Konzern demonstriert, dass der Weg zur Billion nicht zwangsläufig über Halbleiter, Cloudcomputing oder Pharma führen muss. Walmart verbindet seine enorme stationäre Präsenz zunehmend mit E-Commerce, digitalen Dienstleistungen und einem wachsenden Werbegeschäft. Der Konzern versucht damit, aus einem klassischen Handelsmodell ein breiteres digitales Ökosystem zu entwickeln.
Als aussichtsreicher Kandidat außerhalb der USA gilt zudem ASML: Um die Schwelle zu erreichen, müsste der niederländische Lithografie-Ausrüster allerdings noch mehr als 300 Milliarden US-Dollar beziehungsweise gut 40 Prozent zulegen, denn sein Börsenwert lag zuletzt bei rund 658,9 Milliarden US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 22. September 2026). Carolyn Bell von Stonehage Fleming sieht in ASML laut "The Next Web" allerdings die realistischste Chance für ein europäisches Billionen-Unternehmen, ohne dafür jedoch einen festen Zeithorizont zu nennen.
Dauerhafter Verbleib in Billionen-Liga als weitere Herausforderung
Der erstmalige Anstieg der Marktkapitalisierung eines Konzerns über die Billionen-Schwelle sorgt meist für besondere Aufmerksamkeit. Damit ist jedoch noch nicht gesagt, dass sich das Unternehmen auch langfristig in dem elitären Club behaupten kann.
So war etwa der südkoreanische Speicherchipproduzent SK hynix bereits im Mai erstmals über die Billionen-Schwelle gestiegen, liegt mittlerweile aber wieder knapp darunter. Damals erreichte die Marktkapitalisierung nach einem kräftigen Kurssprung rund 1,68 Billionen Won beziehungsweise etwa 1,12 Billionen Dollar, aktuell liegt sie bei 987,4 Milliarden US-Dollar. Eine Rückkehr in den exklusiven Kreis könnte somit auch hier kurz bevorstehen.
Ein ähnliches Phänomen zeigt sich bei Berkshire Hathaway. Auch der von Warren Buffett geprägte Konzern gehörte zeitweise bereits zur ersten Billionenliga, was die Marktkapitalisierung betrifft. Aktuelle Marktdaten weisen für Berkshire Hathaway allerdings nur noch einen Börsenwert von rund 969,4 Milliarden US-Dollar aus. Auch dieser liegt jedoch in unmittelbarer Nähe zur runden Schwelle.
Ob AMD seine Billionen-Bewertung langfristig rechtfertigen kann, ist somit eine andere Frage. An der Börse ist die Billion schließlich kein Qualitätssiegel. Sie beschreibt zunächst nur das Ergebnis aus Aktienkurs und Zahl der ausstehenden Aktien. Ein Unternehmen kann die Schwelle überschreiten und später wieder darunter fallen. Gerade deshalb könnte der nächste Billionensprung womöglich weniger spektakulär sein als AMDs Aufstieg, nämlich wenn ein vergleichsweise kleiner Kursanstieg ausreicht, um die Marke zu knacken oder ein ehemaliges Mitglied des Clubs wieder aufsteigt.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf AMD (Advanced Micro Devices)
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf AMD (Advanced Micro Devices)
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Denphumi / Shutterstock.com, Golden Dayz / Shutterstock.com
