GEICO-Schadenquote steigt

Buffetts Versicherungsgeschäft bekommt erste Risse: Was das für die Berkshire Hathaway-Aktie bedeutet


Buffetts Versicherungsgeschäft bekommt erste Risse: Was das für die Berkshire Hathaway-Aktie bedeutet

Das Fundament von Berkshire Hathaway bröckelt: das Underwriting-Ergebnis sinkt. Greg Abel warnte schon vor Monaten vor einer trügerischen Ruhe im Markt.

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  • Höhere Schadenkosten bei GEICO drücken auf die Kernsparte des Konzerns
  • CEO Greg Abel warnte früh vor nachlassender Preisdisziplin am Versicherungsmarkt
  • Konzernweit läuft das Geschäft dennoch rund, der Gewinn springt kräftig
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Bei Berkshire Hathaway zeigen sich im Versicherungsgeschäft erste Risse: Das Underwriting-Ergebnis fiel im zweiten Quartal 2026 spürbar, während die Schadenquote bei GEICO deutlich anstieg. Konzernchef Greg Abel hatte bereits im Frühjahr vor einer trügerischen Ruhe am Markt gewarnt, die Prämien unter Druck bringe.

Schwächeres Underwriting bei starkem Konzernergebnis

Berkshire Hathaway wies für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein operatives Ergebnis von 12,98 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 11,16 Milliarden US-Dollar. Das Underwriting-Ergebnis der Versicherungssparten sank im selben Zeitraum jedoch von 1,99 Milliarden auf 1,73 Milliarden US-Dollar nach Steuern. Auch die Versicherungs-Kapitalerträge gingen zurück, von 3.367 Millionen auf 3.059 Millionen US-Dollar im Quartal und im ersten Halbjahr von 6.260 Millionen auf 5.738 Millionen US-Dollar. Der Versicherungsfloat, jenes Kapital, das Berkshire aus vereinnahmten Prämien vorübergehend zur Verfügung steht, wuchs zum 30. Juni dennoch leicht auf rund 177,5 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar seit Jahresende 2025.

Auf Konzernebene blieb das Bild deutlich freundlicher: Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn verdoppelte sich nahezu von 12,37 Milliarden auf 25,67 Milliarden US-Dollar, der Gesamtumsatz stieg von 92,52 Milliarden auf 101,81 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Class-B-Aktie lag bei 11,91 US-Dollar nach 5,73 US-Dollar im Vorjahresquartal. Auch die Eisenbahnsparte BNSF und Berkshire Hathaway Energy legten beim Nettogewinn zu. BNSF verzeichnete ein Plus von 6,3 Prozent, Berkshire Hathaway Energy von 26,9 Prozent.

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GEICO als Belastungsfaktor der Berkshire Hathaway-Aktie

Innerhalb des Versicherungsportfolios fällt GEICO besonders auf. Die Verluste und Schadenregulierungskosten des Kfz-Versicherers stiegen im zweiten Quartal um 699 Millionen US-Dollar. Im ersten Halbjahr dieses Jahres betrug der Anstieg 1,6 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Schadenquote kletterte im Quartal auf 76,6 Prozent, ein Anstieg von 4,8 Prozentpunkten. Bei privaten Kfz-Policen legten die Schadenhäufigkeiten bei Personenschäden im ersten Halbjahr um 5 bis 7 Prozent zu. Die durchschnittlichen Schadenhöhen stiegen im selben Zeitraum um 10 bis 12 Prozent. GEICOs Combined Ratio verschlechterte sich im zweiten Quartal um 7,7 Punkte auf 91,2 Prozent. Im ersten Quartal 2026 hatte sie noch bei 87,3 Prozent gelegen. Das Vorsteuer-Underwriting-Ergebnis der Sparte brach laut Berichten um 45,4 Prozent auf 994 Millionen US-Dollar ein.

Bereits bei der Jahreshauptversammlung am 3. Mai in Omaha hatte CEO Greg Abel vor einer trügerischen Stille im Versicherungsgeschäft gewarnt. Die ruhige Schadenlage habe zusätzliches Kapital in den Markt gelockt, wodurch sich Prämien schwerer durchsetzen ließen und die Margen unter Druck gerieten, so Abel. Berkshires Versicherungssparte werde deshalb erheblich vorsichtiger agieren. Für das Gesamtjahr 2025 war der Vorsteuer-Underwriting-Gewinn der Schaden- und Unfallsparten bereits um 16,5 Prozent auf gut 9,7 Milliarden US-Dollar gefallen, wobei GEICO für mehr als die Hälfte dieses Rückgangs verantwortlich war.

Kapitalpolster und Zukäufe stützen die Bilanz

Trotz der Schwäche im Kerngeschäft verfügt Berkshire Hathaway über beispiellose finanzielle Reserven. Der Bestand an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und kurzfristigen US-Staatsanleihen belief sich zum 30. Juni auf 359,2 Milliarden US-Dollar, das Eigenkapital stieg auf 747,9 Milliarden US-Dollar. Diese Substanz nutzte der Konzern auch für Zukäufe außerhalb der Versicherungssparte: Am 24. Juli schloss Berkshire die Übernahme des Hausbauers Taylor Morrison Home Corporation für rund 6,8 Milliarden US-Dollar ab, nachdem bereits Anfang Januar dieses Jahres die Chemiesparte OxyChem von Occidental Petroleum für rund 9,4 Milliarden US-Dollar übernommen worden war.

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Analysteneinschätzungen gehen auseinander

Analysten äußerten sich zuletzt unterschiedlich zur Aktie: UBS-Analyst Brian Meredith bestätigte Anfang August sein "Buy"-Rating und hob das Kursziel von zuvor 585 auf 604 US-Dollar an. Die DBS-Analystin Manyi Lu stufte das Papier dagegen Mitte August mit "Hold" und einem Kursziel von 540 US-Dollar ein.

Ob sich die Schwäche im Versicherungsgeschäft fortsetzt oder GEICO die Combined Ratio wieder stabilisiert, dürfte sich mit den nächsten Quartalszahlen zeigen. Bis dahin bleibt Abels Ankündigung im Blick, im Schaden- und Unfallgeschäft vorerst zurückhaltender zu agieren, um die Preisdisziplin wiederherzustellen.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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