SAP-Aktie im Aufwind nach Zahlen - aber Analysten streiten über die Richtung
Der Cloud-Auftragsbestand von SAP wächst so schnell wie lange nicht, doch beim operativen Gewinn schlägt das Management vorsichtigere Töne an. Auch Analysten zeigen sich zwiegespalten.
Werte in diesem Artikel
- Cloud-Auftragsbestand von SAP legt im Jahresvergleich um 27 Prozent zu
- Wegen zweier Zukäufe senkt SAP die Prognose für den operativen Gewinn leicht
- Analystenurteile reichen von Kaufen bei Jefferies bis Verkaufen der DZ Bank
SAP-Aktie mit Gewinnen
Die SAP-Aktie steigt am Montag im XETRA-Handel zeitweise um 5,44 Prozent auf 147,82 Euro und ist damit stärkster DAX-Wert. Zudem verlängert das Papier die Rally, die in der vergangenen Woche nach der Zahlenvorlage eingesetzt hat. Auslöser ist ein Cloud-Geschäft, das schneller wächst als erwartet, während das Management beim operativen Gewinn vorsichtiger wird. Genau an diesem Zwiespalt scheiden sich die Geister der Analysten, deren Urteile von klaren Kaufempfehlungen bis zu einem Verkaufsvotum reichen.
Cloud-Geschäft treibt Umsatz und Gewinn
Europas größter Softwarehersteller legte die Zahlen zum zweiten Quartal am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss vor. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um neun Prozent auf 9,88 Milliarden Euro und damit leicht über die vom Markt erwarteten 9,85 Milliarden. Der Gewinn je Aktie sprang auf 1,89 Euro, nach 1,45 Euro im Vorjahresquartal und über dem Konsens von 1,76 Euro. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern mit 2,21 Milliarden Euro gut ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Herzstück war einmal mehr die Cloud, deren Umsatz unerwartet kräftig um 22 Prozent zulegte.
Zukäufe drücken die Marge, Prognose leicht gekappt
Die Kehrseite lieferte die Profitabilität. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stieg nur um sieben Prozent auf 2,74 Milliarden Euro und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Christian Klein beim bereinigten Betriebsgewinn währungsbereinigt nur noch mit einem Wachstum von 13 bis 17 Prozent, nach zuvor 14 bis 18 Prozent. Grund seien laut Finanzchef Dominik Asam die frisch abgeschlossenen Zukäufe von Dremio und Prior Labs, die im zweiten Halbjahr Verluste beisteuern dürften. Hinzu kämen höhere Kosten für Marketing und den Einsatz von KI-Modellen. Das Umsatzziel und der erwartete freie Mittelzufluss von rund zehn Milliarden Euro blieben dagegen bestehen.
Analysten uneins über die weitere Richtung für die SAP-Aktie
Entsprechend gespalten fielen die Reaktionen aus. Jefferies bestätigte die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 210 Euro. Analyst Charles Brennan wertete den kurzfristigen Cloud-Auftragsbestand, der im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zulegte, als klares Highlight und verwies auf die niedrige Bewertung. Auch die Deutsche Bank blieb bei "Buy".
Zurückhaltender äußerte sich JPMorgan: Analyst Toby Ogg sprach von einer negativen Überraschung bei der Marge, die Jahresprognose hänge nun an einer Beschleunigung im zweiten Halbjahr. Am pessimistischsten blieb die DZ Bank, die ihr Verkaufsvotum bekräftigte und den fairen Wert für die SAP-Aktie von 130 auf 120 Euro senkte. Auch hier nannte Experte Armin Kremser die operative Marge, die von anorganischen Effekten belastet werde, was zu einer leichten Senkung des Ergebnisausblicks 2026 führe. Im Schnitt trauen die Analysten der Aktie 202 Euro zu.
Für die kommenden Monate wird entscheidend, ob die operative Marge in der zweiten Jahreshälfte wie in Aussicht gestellt anzieht. Erst der nächste Quartalsbericht dürfte zeigen, ob die Zukäufe das Ergebnis nur kurz bremsen oder länger belasten.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 12:11 | SAP SE Buy | UBS AG | |
| 11:11 | SAP SE Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 24.07.26 | SAP SE Verkaufen | DZ BANK | |
| 24.07.26 | SAP SE Buy | Deutsche Bank AG | |
| 24.07.26 | SAP SE Buy | Jefferies & Company Inc. |
