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Software-Sektor so gespalten wie nie: Hier findet man laut einem Analysten die Gewinner-Aktien


Software-Sektor so gespalten wie nie: Hier findet man laut einem Analysten die Gewinner-Aktien

Ein Evercore-Analyst sieht die Softwarebranche in zwei Lager zerfallen: Hier explodieren die Kurse, dort brechen sie ein - und die Kluft ist eine der größten, die je gemessen wurde.

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  • Datadog, Palo Alto Networks und CrowdStrike zählen zu den Softwaregewinnern 2026
  • Salesforce, Adobe, Workday und Atlassian verloren ein Drittel oder mehr an Wert
  • Evercore-Analyst nennt mehrere Aktien mit Chance auf Aufholjagd als Favoriten
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Der Software-Sektor ist derzeit gespalten: Einige Branchen-Papiere, beispielsweise die Aktien von Datadog, haben sich seit Anfang des Jahres fast verdoppelt, während andere wie Salesforce rund ein Drittel ihres Wertes verloren haben. Evercore-ISI-Analyst Kirk Materne sieht darin laut MarketWatch eine der größten Kursspannen innerhalb eines Sektors, die je gemessen wurden - und der Grund dafür liegt laut ihm in der Art und Weise wie die verschiedenen Unternehmen versuchen, künstliche Intelligenz zu monetarisieren.

Die Softwarebranche zerfällt in zwei Lager

Laut Materne behandelt der Markt Software-Aktien nicht länger als eine einheitliche Anlageklasse. Stattdessen konzentriere sich das Anlegerkapital auf jene Unternehmen, die direkt von KI-Nachfrage und dem Ausbau der Dateninfrastruktur profitieren. Der Rest der Branche stehe hingegen unter dem Verdacht, dass KI ihre Geschäftsmodelle berohen werde. Der Softwaresektor sei "sauber" in zwei Lager geteilt und die verschiedenen Einschätzungen hätten zu "einer der größten jemals verzeichneten Performance-Spannen innerhalb eines Sektors" geführt, schrieb der Evercore-Experte laut MarketWatch.

Tatsächlich zeigt ein von Evercore ISI ausgewerteter Aktienindex das gesamte Ausmaß: Infrastruktursoftware liegt auf Jahressicht 51 Prozent im Plus, Anwendungssoftware hingegen 40 Prozent im Minus und Vertikalsoftware für einzelne Branchen 27 Prozent im Minus.

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Sichere Häfen inmitten des KI-Sturms: Diese Infrastruktur- und Sicherheitswerte gewinnen

Materne beschreibt die Gewinnerseite als das technische Fundament, das Unternehmen brauchen, um KI sicher und im großen Stil einzusetzen, also Infrastruktur-, Sicherheits-, Überwachungs-, Daten- und Orchestrierungsplattformen. Innerhalb dieser Gruppe führen Datadog, Palo Alto Networks und CrowdStrike mit Kursgewinnen an der US-Börse NASDAQ von rund 90 Prozent, 94,72 Prozent und 73,29 Prozent seit Jahresbeginn. Cloudflare und Cadence Design Systems folgen an NYSE bzw. NASDAQ mit Aufschlägen von rund 40,84 Prozent und 5,61 Prozent (Stand: Schlusskurse vom 17. Juli 2026).

Analyst Brian White von Monness, Crespi, Hardt & Co. begründete die Stärke von Datadog laut MarketWatch mit einem diszipliniert kontrollierten Umgang mit KI-Investitionen statt der massiven Kapitalausgaben anderer Techkonzerne, und Jefferies-Analyst Joseph Gallo verwies bei Palo Alto Networks auf eine starke Sichtbarkeit im Vertriebszyklus für die kommenden neun Monate. Evercore-Analyst Kirk Materne sagte schlicht, er sehe "für Anleger derzeit kaum einen Grund, sich von Infrastruktur und Sicherheit als sicherem Hafen inmitten des KI-Sturms abzuwenden".

Anwendungssoftware bleibt unter Druck

Auf der Verliererseite stehen Anwendungs- und Vertikalsoftware-Anbieter, deren Plattformen an feste Nutzerzahlen oder einzelne Arbeitsabläufe gebunden sind. Salesforce, Adobe, Workday und Atlassian haben seit Jahresbeginn an den jeweiligen US-Börsen jeweils ein Drittel oder mehr an Wert eingebüßt (Stand: Schlusskurse vom 17. Juli 2026). Der Verdacht, dass autonome KI-Agenten die von ihnen angebotenen Aufgaben künftig selbst übernehmen, lastet auf den Bewertungen, unabhängig davon, wie solide die einzelnen Geschäftszahlen tatsächlich sind.

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Materne setzt auf fünf Namen für das zweite Halbjahr

Trotz der Verluste hält Evercore-Analyst Materne es für verfrüht, die gesamte Anwendungssoftware abzuschreiben. Als seine "Top-Picks" für die zweite Jahreshälfte nannte er laut MarketWatch Snowflake, Samsara, Microsoft, Oracle und Salesforce. Gerade die letzten drei Papiere waren 2026 bislang heftig unter die Räder gekommen, während die Samsara-Aktie seit Jahresbeginn ein Plus geschafft hat und nur der Anteilsschein von Snowflake bislang deutlicher zulegen konnte. Bei Microsoft und Salesforce sieht der Analyst jedoch Potenzial für eine Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr, rechnet aber nicht damit, dass sich das schon vor der Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen in den Kursen zeigen wird.

Für Anleger bleiben damit zwei Risiken zentral: Erstens ist das Kapital in den wenigen Infrastruktur- und Sicherheitsgewinnern inzwischen so konzentriert, dass schon eine Abkühlung der KI-Investitionen hohe Bewertungen schnell wieder einkassieren könnte. Zweitens ist die Sorge um Anwendungssoftware nicht nur Stimmung: Sollten KI-Agenten tatsächlich Aufgaben übernehmen, für die Kunden bislang Lizenzen kaufen, wäre das ein echtes Risiko für die Geschäftsmodelle dieser Firmen und keine vorübergehende Marktlaune.

Die nächsten belastbaren Datenpunkte dürfte die Bilanzsaision im Juli und August liefern, wenn viele der genannten Tech-Konzerne ihre nächsten Quartalszahlen vorlegen. Erst dort dürfte sich zeigen, ob die von Materne erwartete Beschleunigung tatsächlich eintritt oder ob die Kluft zwischen Infrastruktur- und Anwendungssoftware bestehen bleibt.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: SergeyP / Shutterstock.com, Ismagilov / Shutterstock.com

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