Lufthansa-Aktie etwas fester: Bernstein hält Kursziel trotz neuer Nahost-Eskalation
Der Nahost-Konflikt treibt die Treibstoffkosten der Airlines erneut nach oben, doch am Kursziel für die Lufthansa-Aktie rüttelt das aus Sicht von Bernstein nicht.
Werte in diesem Artikel
- Bernstein beließ die Lufthansa-Aktie bei Market-Perform, Ziel 10 Euro
- Grund ist der eskalierte Nahost-Konflikt mit steigenden Treibstoffpreisen
- Kapazitätskürzungen fehlen bisher, drohen laut Analyst aber zum Winter
Bernstein Research beließ die Einstufung für die Lufthansa-Aktie am Dienstag auf "Market-Perform", das Kursziel bleibt bei 10,00 Euro unverändert.
Auslöser für die Bestätigung ist eine am selben Tag vorliegende Branchenstudie von Analyst Alex Irving. Darin ordnet er den jüngst eskalierten militärischen Konflikt im Nahen Osten als neuen Belastungsfaktor für die europäische Luftfahrtbranche ein, wie dpa-AFX aus der Studie zitiert. Die gestiegenen Treibstoffpreise setzten die wirtschaftliche Basis der Fluggesellschaften nach Einschätzung des US-Analysehauses wieder unter Druck, nachdem sich die Lage zuvor entspannt hatte.
Steigende Kerosinkosten belasten Airlines
Kerosin gehört zu den größten Kostenblöcken jeder Fluggesellschaft, ein Preissprung schlägt direkt auf die Marge durch. Genau hier setzt Irvings Argumentation an: Der Nahost-Konflikt treibt die Ölpreise nach oben und damit auch die Betriebskosten der Branche, zu der auch der MDAX-Konzern Lufthansa zählt. Bernstein hält trotzdem an seiner bisherigen Einordnung fest, was auf den ersten Blick nach einer vorsichtigen Reaktion aussieht.
Warum das Rating trotzdem stabil bleibt
Der Grund liegt in der noch intakten Nachfrage. Kapazitätskürzungen seien bislang weitgehend ausgeblieben, und die Buchungslage habe sich bislang gut behauptet, schreibt Irving laut dpa-AFX. Solange Airlines ihr Angebot nicht spürbar zurückfahren, sieht der Analyst offenbar keinen Anlass, das Kursziel nach unten zu korrigieren. Kritisch betrachtet bedeutet das aber auch: Die Einstufung stützt sich auf eine Momentaufnahme, die sich mit jeder weiteren Verteuerung des Kerosins ändern kann.
Der Blick auf den Winter
Die eigentliche Belastungsprobe verschiebt Bernstein damit in die kommenden Monate. Laut der Studie drohe sich die Lage bis in den Winter hinein zu verschärfen, bis hin zur Möglichkeit von Insolvenzen bei kleineren, bilanzschwachen Anbietern. Für die Lufthansa selbst nennt Irving keine unmittelbare Gefahr, doch die Formulierung macht deutlich, dass die Branche insgesamt unter genauerer Beobachtung steht. Ein unverändertes Kursziel in einer Phase wachsender Kostenrisiken ist damit weniger ein Signal der Entwarnung als eine Wette darauf, dass die Nachfrage die höheren Kosten weiter abfedert.
Der nächste Beobachtungspunkt ist damit die Wintersaison: Erst wenn sich zeigt, ob Fluggesellschaften angesichts der gestiegenen Treibstoffkosten tatsächlich Kapazitäten kürzen, dürfte sich herausstellen, ob Bernsteins Einschätzung eines stabilen Marktumfelds Bestand hat.
So reagiert die Lufthansa-Aktie
Die eher zurückhaltende Einstufung des Analysten scheint Anleger zunächst nicht sonderlich zu interessieren. Am Dienstag notiert die Lufthansa-Aktie via XETRA zeitweise 0,95 Prozent höher bei 8,92 Euro.
Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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| Datum | Rating | Analyst | |
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