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Moderna-Aktie zieht in den NASDAQ 100 ein: Indexaufnahme als Vorteil im Wettbewerb mit BioNTech?


Moderna-Aktie zieht in den NASDAQ 100 ein: Indexaufnahme als Vorteil im Wettbewerb mit BioNTech?

Für Moderna öffnet sich eine Tür, die BioNTech verschlossen bleibt. Was hinter dem Indexaufstieg steckt und warum das Duell der Rivalen trotzdem noch lange nicht entschieden ist.

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  • Moderna ersetzt am 9. Oktober Warner Bros. Discovery im NASDAQ 100
  • Über 200 Anlageprodukte bilden den Index ab und sorgen für Nachfrage
  • Rivale BioNTech gehört dem Index nicht an und geht leer aus
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Die Aktie des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Moderna könnte in den kommenden Tagen von einer erhöhten Nachfrage profitieren. Denn wie der Börsenbetreiber Nasdaq am Donnerstag mitteilte, wird der BioNTech-Rivale am 9. Oktober in den NASDAQ 100 aufrücken und dort den Platz von Warner Bros. Discovery übernehmen.

Eine Fusion macht den Platz im Index frei

Der Wechsel ist allerdings weniger eine Auszeichnung für Moderna als die Folge eines Abgangs. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll die Fusion von Warner Bros. Discovery mit Paramount Skydance nach monatelanger Hängepartie am 6. Oktober abgeschlossen werden. Der Medienkonzern fliegt deshalb auch aus den Indizes weiterer großer Anbieter. Dass ausgerechnet Moderna nachrückt, hat mit der schieren Größe des Biotechkonzerns zu tun. Der NASDAQ 100 umfasst 100 der größten an der NASDAQ notierten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, qualifiziert wird also über den Börsenwert. Den hat die beispiellose Kursrally in diesem Jahr kräftig nach oben getrieben, auf 75,43 Milliarden US-Dollar (Stand: Schlusskurs 01.10.2026). Seit Jahresanfang haben Anleger ein kräftiges Plus von knapp 541 Prozent in ihren Depots.

Indexeinzug erhöht Sichtbarkeit der Moderna-Aktie

Nach Angaben des Börsenbetreibers richten sich weltweit mehr als 200 Anlageprodukte mit einem verwalteten Vermögen von über 800 Milliarden US-Dollar nach dem NASDAQ 100. Viele davon bilden den Index passiv nach und müssen Moderna bis zum Stichtag in ihre Portfolios aufnehmen, unabhängig davon, wie ihre Verwalter die Aktie einschätzen. Diese Nachfrage ist planbar und dürfte sich im Handel unmittelbar vor der Umstellung ballen. Hinzu kommt ein länger wirkender Effekt: Als Indexmitglied rückt Moderna auf den Radar aktiver Fonds, die sich am NASDAQ 100 messen lassen. Am operativen Geschäft ändert der Aufstieg dagegen nichts. Ob die Aktie die neue Aufmerksamkeit dauerhaft hält, entscheidet sich deshalb nicht im Index, sondern in der Klinik.

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Krebstherapie mit Merck & Co. als eigentlicher Kurstreiber

Genau dort hat Moderna im August seinen wichtigsten Erfolg seit der Pandemie verbucht. Die individualisierte mRNA-Therapie Intismeran Autogene erreichte in Kombination mit Mercks Immuntherapie Keytruda in der Studie INTerpath-001 ihr Hauptziel, das rezidivfreie Überleben bei operativ entferntem Hochrisikomelanom. Auch ein zentrales Nebenziel, das Überleben ohne Fernmetastasen, wurde erfüllt. Beide Partner sprechen vom ersten positiven Ergebnis einer Studie der Phase 3 für eine mRNA-basierte Krebstherapie.

Ein genauer Blick auf die Mitteilung dämpft die Euphorie jedoch etwas. Die Ergebnisse stammen aus einer vorab festgelegten Zwischenanalyse der Studie mit insgesamt 1.137 Patienten, konkrete Effektstärken nennen die Unternehmen nicht. Belastbare Zahlen gibt es bislang nur aus der vorangegangenen Phase 2b: Dort senkte die Kombination das Risiko eines Rückfalls oder Todes nach fünf Jahren Beobachtung um 49 Prozent gegenüber Keytruda allein. Die vollständigen Daten der Phase 3 sollen auf einem internationalen Fachkongress folgen, das Gesamtüberleben wird weiter untersucht. Bis zu einer Zulassung und nennenswerten Umsätzen bleibt der Weg damit lang, und einen Teil davon nimmt die Bewertung bereits vorweg.

Was die Indexaufnahme für den Wettbewerb mit Rivale BioNTech bedeutet

Für BioNTech ist der Aufstieg des Konkurrenten gleich doppelt unbequem. Die Mainzer gehören dem NASDAQ 100 nicht an und bleiben außen vor, wenn indexgebundenes Kapital umgeschichtet wird. Zugleich verlagert sich der Wettbewerb, der einst im Rennen um Corona-Impfstoffe ausgetragen wurde, zunehmend in die Onkologie. BioNTech arbeitet ebenfalls an individualisierten mRNA-Krebsimmuntherapien, kann in diesem Feld aber noch kein positives Ergebnis der Phase 3 vorweisen, denn INTerpath-001 ist nach Darstellung von Merck & Co. und Moderna die erste erfolgreiche Studie dieser Art. Der Indexplatz verschafft Moderna nun zusätzlich Sichtbarkeit bei genau den Investoren, um die beide Konzerne werben. Entschieden ist das Duell damit nicht, denn Sichtbarkeit ersetzt keine Zulassung.

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Indexaufnahme nur kurzfristiges Signal für Anleger

Für Anleger ist der Einzug in den NASDAQ 100 vor allem ein kurzfristiger Nachfrageimpuls, kein Qualitätssiegel. Erfahrungsgemäß preist der Markt den Indexeffekt schon zwischen Ankündigung und Stichtag weitgehend ein. Nach der Umstellung lässt der Kaufdruck häufig nach, und Gewinnmitnahmen sind keine Seltenheit, zumal nach einer Rally von mehr als 500 Prozent. Wer über einen ETF auf den NASDAQ 100 investiert ist, hält Moderna künftig automatisch im Depot, allerdings nur mit einer kleinen Gewichtung neben Schwergewichten wie Apple, Microsoft oder NVIDIA. Dauerhaft gesichert ist der Indexplatz zudem nicht: Bei der jährlichen Überprüfung im Dezember zählt erneut der Börsenwert. Für die langfristige Entwicklung der Aktie bleibt damit entscheidend, ob die vollständigen Studiendaten die hohen Erwartungen erfüllen. Bis dahin müssen Anleger mit deutlichen Kursschwankungen rechnen, wie sie für Biotechwerte typisch sind.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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