Aus Fehlern lernen

D-Wave Quantum-Aktie stark: Innovativer Quantum-Simulator angekündigt


D-Wave Quantum-Aktie stark: Innovativer Quantum-Simulator angekündigt

Der Quantencomputerhersteller D-Wave Quantum hat am Donnerstag einen weiteren Meilenstein seiner Gate-Model-Strategie vorgestellt.

Werte in diesem Artikel
Aktien

14.60 EUR -1.08 EUR -6.89 %

• D-Wave kündigt ersten Gate-basierten Quantum-Simulator für fehlerbewusstes Programmieren an
• Entwickler erhalten Einblicke in reale Fehler und können robustere Quantenanwendungen testen
• Simulator ermöglicht bessere Einschätzung der späteren Anforderungen

Werbung

D-Wave Quantum kündigte am Donnerstag per Pressemitteilung einen neuen Simulator an. Dabei soll es sich um den weltweit ersten Simulator für Gate-basierte Quantencomputer handeln, der speziell für sogenanntes "error-aware programming" - also fehlerbewusstes Programmieren - entwickelt wurde. Damit verfolgt D-Wave nach eigenen Angaben das Ziel, Softwareentwicklern bereits heute Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Anwendungen für künftige Quantenprozessoren entwickeln und testen können.

Die Ankündigung kommt nur wenige Wochen, nachdem D-Wave seine Strategie für fehlertolerantes Quantencomputing vorgestellt hatte. Im Mittelpunkt steht dabei die unternehmenseigene Dual-Rail-Technologie, die Fehlererkennung direkt in die Architektur integriert. Während klassische Gate-basierte Quantencomputer häufig mit den Herausforderungen von Dekohärenz und Fehlerraten kämpfen, soll D-Waves Ansatz Entwicklern einen direkten Einblick in auftretende Fehler ermöglichen und ihnen helfen, Anwendungen zu entwerfen, die auf das tatsächliche Verhalten von Quantenprozessoren reagieren können.

Fehler werden vom Problem zur Informationsquelle

Die Besonderheit des neuen Simulators liegt aber nicht allein in der Nachbildung eines Quantenprozessors. Vielmehr soll das System Fehlerdaten aktiv sichtbar machen und damit eine neue Entwicklungsphilosophie unterstützen. Statt Fehler lediglich zu vermeiden, können Entwickler die Informationen nutzen, um robustere Algorithmen und Fehlerkorrekturmechanismen zu entwickeln.

Werbung

"Unser Ansatz unterscheidet sich dadurch, dass das Fehlerbewusstsein mittels Dual-Rail-Technologie direkt in die Architektur integriert ist", erklärte Trevor Lanting, Chief Development Officer von D-Wave, laut Pressemitteilung. Dadurch erhielten Entwickler Zugang zu Fehlererkennungsdaten sowie Möglichkeiten zur Echtzeitsteuerung von Quantenprozessen. Das könne helfen, widerstandsfähigere Quantenanwendungen zu entwickeln und gleichzeitig praktische Erfahrungen mit den künftigen Gate-Modell-Systemen des Unternehmens zu sammeln. "Dieser Simulator soll Kunden dabei helfen, schon jetzt - im Vorfeld unserer kommenden Gate-basierten Quantensysteme - das entsprechende Fachwissen aufzubauen", so Lanting weiter,

Aus wirtschaftlicher Sicht adressiert D-Wave damit ein zentrales Problem der Quantenbranche. Viele Firmen interessieren sich zwar für die Potenziale des Quantencomputings, scheuen jedoch Investitionen in die Softwareentwicklung, solange leistungsfähige und fehlertolerante Quantencomputer noch nicht breit verfügbar sind. Ein Simulator, der reale Fehlerbilder und Prozessordynamiken abbildet, könnte diese Lücke womöglich teilweise schließen.

Vorbereitung auf die nächste Quantencomputer-Generation

Der neue Simulator soll künftig über D-Waves Cloud-Plattform Leap bereitgestellt werden. Nach Unternehmensangaben unterstützt das System bis zu 21 Qubits und bietet sowohl ideale Simulationsmodi als auch hardwarebasierte Emulationen. Hinzu kommen Monte-Carlo-Simulationen für die Echtzeitdynamik von Quantensystemen sowie die Integration in etablierte Entwicklungswerkzeuge wie das Ocean Software Development Kit von D-Wave. Der Zugang für Kunden soll ab September 2026 freigeschaltet werden.

Werbung

Für Entwickler und Forschungseinrichtungen könnte dies eine wichtige Testumgebung darstellen. Gerade in einer Phase, in der viele Quantenalgorithmen noch experimentellen Charakter besitzen, ermöglicht eine realitätsnahe Simulationsumgebung schnellere Iterationen und eine bessere Einschätzung der späteren Hardware-Anforderungen.

Ob der Simulator allerdings tatsächlich die Entwicklung fehlertoleranter Quantenanwendungen beschleunigen kann, wird sich erst nach seiner Markteinführung zeigen. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die Branche bewegt sich Schritt für Schritt von theoretischen Konzepten hin zu praktischen Entwicklungsumgebungen - und D-Wave möchte dabei eine führende Rolle einnehmen.

Das scheinen auch die Anleger zu honorieren: Die D-Wave-Aktie beendete den Donnerstagshandel an der NYSE mit einem klaren Plus von 7,72 Prozent auf 24,69 US-Dollar. Nachbörslich kam das Papier jedoch wieder um 1,05 Prozent auf 24,43 US-Dollar zurück. Am Freitag bleiben die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen.

Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, T. Schneider / shutterstock.com

Aktuelle D-Wave Quantum Aktie News

Werbung

D-Wave Quantum Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für D-Wave Quantum nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Keine Analysen gefunden.

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.