Ausblick angehoben

GE Aerospace-Aktie sackt trotz Rekordquartal deutlich ab - Anleger hatten noch mehr erwartet


GE Aerospace-Aktie sackt trotz Rekordquartal deutlich ab - Anleger hatten noch mehr erwartet

GE Aerospace übertrifft die Erwartungen deutlich, während mehrere Analysten ihre Kursziele schon vorher auf Rekordwerte geschraubt hatten.

Werte in diesem Artikel

  • GE Aerospace schlägt im zweiten Quartal Gewinn- und Umsatzprognosen deutlich
  • Konzern hebt die Jahresprognose für Gewinn und Cashflow kräftig an
  • Mehrere Analysten hoben die Kursziele schon vor den Zahlen auf Rekordwerte
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GE Aerospace hat am Donnerstag mit einem klaren Gewinn- und Umsatzplus überzeugt und die Jahresprognose kräftig angehoben, dennoch fällt die Aktie im NYSE-Handel zeitweise um 3,40 Prozent auf 348,12 US-Dollar. Die Reaktion wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, doch die Erwartungen waren nach mehreren Kurszielanhebungen der vergangenen Wochen bereits hoch gewesen.

Zahlen und Prognose deutlich über den Erwartungen

Das adjustierte Ergebnis je Aktie kletterte im zweiten Quartal auf 2,02 US-Dollar, die Analystenschätzung lag bei 1,86 US-Dollar. Der Umsatz stieg auf 12,6 Milliarden US-Dollar und übertraf die erwartete Marke von 11,9 Milliarden US-Dollar. Vor einem Jahr hatte GE Aerospace für das zweite Quartal noch ein Ergebnis von 1,66 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 11 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Die Auftragseingänge kletterten um 17 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar und wuchsen damit sogar schneller als der Umsatz. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzwachstum im "hohen Zehner-Bereich" statt der zuvor genannten 10 bis 12 Prozent, das adjustierte Ergebnis je Aktie soll zwischen 7,65 und 7,85 US-Dollar liegen, nach zuvor 7,10 bis 7,40 US-Dollar. Der Analystenkonsens für das Gesamtjahr liegt bei 7,56 US-Dollar.

Warum die GE Aerospace-Aktie trotzdem fällt

Die Kursreaktion erinnert an das erste Quartal: Damals hatte GE Aerospace die Jahresprognose unverändert gelassen, und die Aktie brach nach der Veröffentlichung am 21. April um knapp sechs Prozent ein, mitten in der Eskalation des Iran-Kriegs und steigenden Ölpreisen. Danach fiel der Kurs zeitweise unter 275 US-Dollar, bevor eine kräftige Erholung einsetzte. Anfang Juli erreichte die Aktie im Zuge dieser Rally ein 52-Wochen-Hoch und lag zum Handelsstart am Donnerstag mehr als 30 Prozent über dem Tief nach Kriegsbeginn. Mehrere Analysehäuser, angeführt von Jefferies mit einem Kursziel von 455 US-Dollar, hatten ihre Ratings in den Wochen vor den Zahlen zudem auf Rekordwerte angehoben. Diese hohen Erwartungen dürften der Hauptgrund dafür sein, dass selbst ein klares Übertreffen nicht für Kursgewinne reicht.

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Analysten blicken schon auf 2028

Im Vorfeld der Zahlen hatte Analyst Ken Herbert von der Royal Bank of Canada laut Barron's darauf hingewiesen, dass Anleger weniger auf das laufende Quartal als auf mögliche Änderungen am mittelfristigen Ausblick achten dürften, etwa bei Triebwerksauslieferungen, Flottenzyklen und der Verschrottung älterer Flugzeuge. Genau an dieser Stelle bleibt die Mitteilung vage: GE Aerospace nannte weiterhin ein Ziel von rund 11,5 Milliarden US-Dollar operativem Gewinn für 2028, während der Analystenkonsens mit 13,2 Milliarden US-Dollar deutlich darüber liegt. Eine Aktualisierung dieser mittelfristigen Ziele blieb aus, möglicherweise wartet der Konzern die Farnborough Air Show in der kommenden Woche ab, bei der Fluggesellschaften traditionell neue Triebwerksaufträge vergeben.

Hohe Bewertung verlangt weitere Beweise

Unabhängig von der Kursreaktion und den ausstehenden Aktualisierungen bezeichnete Jefferies-Analystin Sheila Kahyaoglu das Quartal als stark und sah die Zahlen sinngemäß als Bestätigung für das hohe Bewertungsniveau der Aktie. Diese Bewertung ist tatsächlich anspruchsvoll: Die Aktie wird derzeit mit dem rund 44-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns gehandelt, nach etwa dem 42-Fachen vor einem Jahr, wie Barron's vorrechnet. Der S&P 500 kommt im Vergleich auf etwa das 21-Fache. Der Aufschlag zeigt, wie viel der Markt von GE Aerospace weiterhin erwartet, und macht deutlich, dass der Konzern dieses Tempo halten muss, um die Bewertung und den Kursschwung der vergangenen Monate zu rechtfertigen.

Ob GE Aerospace bei der Farnborough Air Show in der kommenden Woche neue Signale zu den mittelfristigen Zielen sendet, dürfte mit darüber entscheiden, ob sich die Lücke zwischen eigener Prognose und Analystenerwartung schließt.

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Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Carsten Reisinger / Shutterstock.com, Gil C / Shutterstock.com

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