Evonik-Chef Kullmann nach OP vorübergehend von Claus Rettig vertreten - Aktie im Minus
Nach einer schweren, ungeplanten Operation von Evonik-Vorstandschef Bernd Kullmann wird bis auf Weiteres Asien-Chef Claus Rettig die Führung des Chemieunternehmens übernehmen.
Werte in diesem Artikel
Der Aufsichtsrat berief den 66-jährigen Manager auf einer außerordentlichen Sitzung in den Vorstand und ernannte ihn zugleich zum Stellvertretenden Vorsitzenden, wie das Unternehmen in Essen mitteilte.
Evonik gehe fest davon aus, dass Kullmann nach einer Rehabilitation seine Aufgaben wieder übernehmen werde, sagte Aufsichtsratschef Bernd Tönjes. Kullmann habe "seine Operation gut überstanden".
Rettig, der die Leitung des Asiengeschäfts auch weiterhin wahrnimmt, kündigte an, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Im vergangenen Sommer hatte der Manager bereits vorübergehend die Leitung des Finanzressorts, das zuletzt Michael Rauch übernahm.
Evonik-Aktie auf Tagestief - Chef Kullmann fällt vorerst aus
Die Evonik-Aktie ist am Donnerstagnachmittag auf Tagestief gesackt. Zuvor hatte der Chemiekonzern mitteilt, dass Vorstandschef Christian Kullmann infolge einer überraschenden Operation für längere Zeit ausfalle und Asien-Chef Claus Rettig solange das Ruder übernehmen werde. Die Aktie büßte zuletzt im freundlichen Gesamtmarkt 1,7 Prozent auf 18,24 Euro ein und zählte damit zu den Schlusslichtern im MDAX.
Dass das Papier nachgibt, ist nach Einschätzung von Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets der Leistung des Managers geschuldet, der den Konzern in den vergangenen Jahren erfolgreich auf die Spezialchemie ausgerichtet habe. Nun herrsche Sorge, ob und wann er zurückkomme.
Moody's stuft Bonität um eine Stufe auf Baa1 hoch
Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Evonik um eine Stufe auf Baa1 angehoben. Der Ausblick sei stabil, erklärte die Ratingagentur.
Dem Chemiekonzern sollte es auf Basis seiner Sparmaßnahmen und der zurückhaltenden Dividendenpolitik bis zum Jahresende gelingen, den Verschuldungsgrad mit Blick auf das EBITDA auf 2,1 von 2,4 per Ende 2025 zu senken, heißt es in der Begründung für diesen Schritt.
Moody's hebt in diesem Zusammenhang die Selbstverpflichtung von Evonik hervor, überschüssigen Cashflow zum Schuldenabbau zu verwenden. Evonik dürfte überdies von einer sich allmählich verbessernden Nachfrage in den meisten Endmärkten profitieren.
Allerdings dürfte der zur Verbesserung der Profitabilität nötige Restrukturierungsbedarf die Cashflows in den nächsten Jahren weiter belasten.
Die Evonik-Aktie gibt im XETRA-Handel am Donnerstag zeitweise 1,08 Prozent auf 18,35 Euro nach.
Dow Jones Newswires / FRANKFURT (dpa-AFX)
Ausgewählte Hebelprodukte auf Evonik
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Evonik
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com, EVONIK
