BDEW warnt EU-Kommission vor zu strengen Regeln beim Wasserstoffhochlauf
BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Energiewirtschaft hat an die Europäische Kommission appelliert, zur langfristigen Sicherung der Energieversorgung in Europa den Wasserstoffhochlauf zu fördern, statt ihn mit strengen Regeln auszubremsen. Außerdem sollten Markteingriffe gegen die hohen Energiepreise nur in Extremsituationen erwogen werden.
Nach Ansicht von Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) muss Europa so schnell wie möglich unabhängig von russischen Energieimporten werden, um die langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. "Ein schneller Einstieg in einer europäischen Wasserstoffwirtschaft und eine bessere Nutzung der Potenziale von Biomethan stärken die Versorgungssicherheit. Sie sind zugleich eine der Grundlagen zum Erreichen der Klimaziele", so Andreae. "Entscheidend ist, dass die EU-Kommission den Wasserstoffhochlauf nicht mit zu strengen Kriterien ausbremst, bevor er überhaupt Fahrt aufnimmt."
Zuvor hatte die EU-Kommission ihr REPowerEU-Paket zur Reduktion der europäischen Energieabhängigkeit vorgestellt. Der BDEW bedauerte, dass die Kommission noch nicht den angekündigten delegierten Rechtsakt für Strombezugskriterien für erneuerbaren Wasserstoff vorgelegt hat.
Der Verband riet zudem, dass bei den Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise Markteingriffe nur in Extremsituationen erwogen werden sollten. "Eingriffe in den Preisbildungsmechanismus schaden der Versorgungssicherheit und schwächen das Preissignal. Langfristig wirken sich diese Eingriffe negativ auf die Investitionsbereitschaft aus und werden den notwendigen Umbau der Energiewirtschaft ausbremsen", warnte der Verband.
Hilfreicher seien stattdessen Entlastungen der Endkunden sowie die weitere Diversifizierung von Gaslieferanten.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
DJG/aat/mgo
(END) Dow Jones Newswires
May 18, 2022 10:51 ET (14:51 GMT)