Bewertungsstreit

SpaceX-Aktie dreht ins Plus: Tesla-Bulle nimmt Bewertung für Musks Raumfahrtkonzern auf


SpaceX-Aktie dreht ins Plus: Tesla-Bulle nimmt Bewertung für Musks Raumfahrtkonzern auf

Ein bekannter Tesla-Bulle traut SpaceX eine Bewertung von 2,5 Billionen US-Dollar zu, doch an der Börse kommt das Kaufrating überraschend schlecht an.

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  • Wedbush-Analyst Dan Ives startet SpaceX-Ersteinstufung mit Kaufempfehlung
  • SpaceX-Aktie fällt dennoch deutlich, Analysten bleiben gespalten
  • Kursziel stützt sich auf Raketenstarts, Starlink und KI-Geschäft
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Wedbush-Analyst Dan Ives hat am Dienstagaben die SpaceX-Aktie erstmals eingestuft - mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 190 US-Dollar. Trotz der positiven Einschätzung fiel der Kurs am gestrigen Mittwoch an der NASDAQ um 7,80 Prozent auf 157,54 US-Dollar, während der S&P 500 an diesem Tag nur um 0,22 Prozent nachgab und der Dow Jones nahezu unverändert schloss.

Im NASDAQ-Handel am Donnerstag drehte das Papier nach anfänglichen Verlusten ins Plus und notierte letztlich 2,83 Prozent höher bei 162,00 US-Dollar.

Bemerkenswert: Ives gilt als langjähriger Tesla-Bulle, doch seine SpaceX-Bewertung von 2,5 Billionen US-Dollar fällt vorsichtiger aus, als mancher Investor offenbar erwartet hatte.

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Der Auftakt: Warum die Aktie trotz Kaufrating abrutschte

Die Reaktion an der Börse überrascht, denn Ives sieht in SpaceX einen der am stärksten differenzierten Vermögenswerte im Technologiemarkt, mit Wachstumstreibern in Konnektivität, Trägerraketen und Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Ein Grund für den Kursrutsch könnte im Zeitpunkt liegen: Die Aktie war an den beiden Handelstagen zuvor bereits kräftig gestiegen, sodass Anleger nach der lang erwarteten Erstbewertung offenbar mehr erhofft hatten. Hinzu kommt die dünne Analystenabdeckung.

Aktuell beobachtet erst rund ein Dutzend Analysten die SpaceX-Aktie, sieben davon mit Kaufempfehlung, und das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 240 US-Dollar, deutlich über der von Ives genannten Marke von 190 US-Dollar. Wie Barron's berichtet, dürfte sich die Abdeckung in den kommenden Wochen jedoch auf rund 50 Analysten ausweiten.

Die Rechnung hinter dem Kursziel

Ives stützt sein Kursziel auf eine Segmentbewertung, die Trägerraketen, das Satellitennetz Starlink und das KI-Geschäft getrennt bewertet. Das Startgeschäft taxiert er auf rund 66 Milliarden US-Dollar, Starlink mit mehr als 10 Millionen Nutzern und milliardenschweren Jahresgewinnen auf etwa 600 Milliarden US-Dollar. Den größten Anteil macht mit rund 1,8 Billionen US-Dollar aber die KI-Sparte aus, für die Ives bis 2028 mehr als 80 Milliarden US-Dollar Umsatz erwartet, noch bevor die geplanten KI-Rechenzentren im Orbit überhaupt einsatzbereit sind. Zentral für die gesamte Rechnung ist das Raumschiff Starship, das die Kosten für den Zugang zum All gegenüber der Falcon 9 um 90 Prozent senken soll. "Das Fahrzeug ist zugleich die größte Werttreiber- und die größte Risikoquelle des Konzerns", schreibt Ives.

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Analysten zwischen Euphorie und Skepsis

Neben Dan Ives haben auch weitere Analysten ihre Einschätzungen zum neuen Börsen-Star abgegeben: Wie MarketWatch berichtet, hat die Research-Boutique Zephirin ihr Kursziel von 310 US-Dollar bekräftigt und die jüngste Korrektur als "attraktive Kaufgelegenheit" bezeichnet, weil der Markt die Aufnahme der Aktie in passive Indexfonds sowie die KI-Rechenzentrumsverträge unterschätze. CFRA-Analyst Keith Snyder gehört dagegen zu den wenigen mit einer Verkaufsempfehlung und verweist darauf, dass der Raumfahrtsektor gerade erst beginnt, sich mit den hohen Bewertungen nach dem Börsengang auseinanderzusetzen. Der Börsengang vom 12. Juni 2026 hatte SpaceX zunächst mit mehr als 1,7 Billionen US-Dollar bewertet, zuletzt lag die Bewertung bei über 2 Billionen US-Dollar, bei erheblichen Kursschwankungen seit dem Debüt.

Der Tesla-Faktor

Dass nun Ives die erste Einstufung für SpaceX vornimmt, hat Symbolkraft. Der Wedbush-Analyst zählt zu den bekanntesten Tesla-Optimisten, mit Kaufrating und dem höchsten Kursziel unter den großen Broker-Häusern von 600 US-Dollar für die Tesla-Aktie, was den Elektroautobauer auf Basis der voll verwässerten Aktienzahl mit rund 2,7 Billionen US-Dollar bewertet. Für SpaceX rechnet Ives dagegen mit einer im Vergleich vorsichtigeren Bewertung von 2,5 Billionen US-Dollar. Ein Unterschied zu Tesla: Die US-Regierung steuerte im vergangenen Jahr laut MarketWatch rund ein Fünftel der SpaceX-Umsätze bei, was das Unternehmen stärker an politische Rahmenbedingungen wie Verteidigungsbudgets bindet als den Autobauer.

Ein konkreter Test folgt schon in den kommenden Wochen: SpaceX plant den 13. Teststart des Starship-Systems, nachdem die vorangegangenen zwölf Flüge absolviert wurden. Zudem endet in Kürze die Analystensperrfrist nach dem Börsengang, während der die am IPO beteiligten Banken keine Empfehlungen veröffentlichen durften. Weitere Analystenstimmen dürften die Bewertungsdebatte um die SpaceX-Aktie damit in den kommenden Tagen neu beleben.

Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Juan Alejandro Bernal / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
09.07.26 SpaceX Buy UBS AG
07.07.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG
07.07.26 SpaceX Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
07.07.26 SpaceX Outperform RBC Capital Markets