Vor den Zahlen noch Amazon-Aktien kaufen? Diese 3 Faktoren sprechen jetzt dafür
Amazon steht kurz vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen - und die Erwartungen sind hoch. Doch lohnt sich ein Einstieg in die Aktie noch vor der Bilanz?
Werte in diesem Artikel
• Amazon vor wichtigen Quartalszahlen mit hoher Markterwartung
• Fokus auf Cloud-Geschäft und Investitionen in Zukunftstechnologien
• Analysten bleiben insgesamt optimistisch zur weiteren Entwicklung
Am 29. April legt Amazon seine Zahlen für das erste Quartal vor. Für Anleger stellt sich damit eine entscheidende Frage: Lohnt sich ein Einstieg noch vor der Bilanzveröffentlichung? Trotz gemischter kurzfristiger Erwartungen sehen viele Analysten weiterhin erhebliches Potenzial. Das sind die Gründe.
1. Starke Nachfrage trifft auf hohe Investitionen
Auf den ersten Blick wirken die Prognosen eher verhalten: Der erwartete Gewinn je Aktie liegt bei rund 1,63 US-Dollar, was einem Wachstum von lediglich 2,52 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Gleichzeitig wird jedoch ein Umsatzanstieg von 13,9 Prozent auf 177,3 Milliarden US-Dollar erwartet. Diese Diskrepanz ist laut TipRanks kein Warnsignal, sondern vielmehr Ausdruck einer strategischen Phase: Amazon investiert massiv in Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz sowie den Ausbau seiner Cloud-Sparte AWS.
Besonders bemerkenswert ist dabei der hohe Auftragsbestand. Laut einem Aktionärsbrief von CEO Andy Jassy beläuft sich dieser auf rund 244 Milliarden US-Dollar - ein Plus von 40 Prozent im Jahresvergleich. Dabei handelt es sich nicht um potenzielle Nachfrage, sondern um bereits vertraglich gesicherte Umsätze. Das Risiko der hohen Investitionsausgaben relativiert sich laut Experten also deutlich, da die Nachfrage bereits vorhanden ist.
2. AWS überrascht mit neuer Wachstumsdynamik
Ein zentraler Kurstreiber bleibt die Cloud-Tochter AWS - und hier zeichnet sich eine spannende Entwicklung ab. Nach einer zwischenzeitlichen Abschwächung hat sich das Wachstum zuletzt wieder deutlich beschleunigt. Im vierten Quartal 2025 lag das Plus bei starken 24 Prozent im Jahresvergleich. Laut Unternehmensangaben wird dieses Wachstum nicht nur durch klassische Cloud-Anwendungen getragen, sondern zunehmend durch KI-Infrastruktur. Diese neue Nachfrageschicht könnte sich als langfristiger Wachstumstreiber entpuppen.
Zwar sind die Margen zuletzt etwas gesunken, doch auch das hat einen strategischen Hintergrund: Amazon investiert gezielt in Kapazitäten. Laut TipRanks könnte genau das aktuell vom Markt falsch bewertet werden - kurzfristiger Margendruck zugunsten langfristiger Wachstumschancen.
3. Bewertung lässt noch Luft nach oben
Auch ein Blick auf die Bewertung spricht nicht gegen die Aktie. Analysten erwarten laut TipRanks einen Gewinn je Aktie von 9,52 US-Dollar im Jahr 2027, was einem Wachstum von rund 8 Prozent entspricht. Historisch betrachtet wurde Amazon seit Beginn des KI-Booms mit einem Multiplikator von etwa 32 gehandelt, wie TipRanks betont. Selbst eine konservative Bewertung von 30 würde ein Kursziel von rund 281 US-Dollar nahelegen - rund 6,4 Prozent über dem aktuellen Niveau bei rund 263,99 US-Dollar (Schlusskurs vom 27. April 2026).
Auch die Analystenmeinungen sind eindeutig: Laut TipRanks empfehlen 40 von 43 Analysten den Kauf der Amazon-Aktie, während lediglich drei Experten zu einem Halten raten. Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit keine. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 287,33 US-Dollar und damit etwa 10 Prozent über dem jüngsten Schlusskurs.
Amazon-Aktie vor Zahlen: Chance oder Risiko?
Amazon steht vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen in einer interessanten Phase. Laut einiger Experten verlieren die Sorgen rund um hohe Investitionen an Bedeutung, während die Nachfrage - insbesondere im KI-Bereich - weiter steigt.
Die Kombination aus gesicherter Nachfrage, wachsendem Cloud-Geschäft und moderater Bewertung macht die Aktie für viele Analysten weiterhin attraktiv. Oder anders formuliert: Die aktuelle Schwäche könnte sich im Nachhinein als Einstiegschance erweisen. Ob die Experten mit ihrer Einschätzung tatsächlich richtig liegen, bleibt jedoch - wie so oft - abzuwarten.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 12:31 | Amazon Buy | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 26.06.26 | Amazon Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 18.06.26 | Amazon Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 16.06.26 | Amazon Outperform | RBC Capital Markets | |
| 27.05.26 | Amazon Buy | UBS AG |
