Börsengang erfolgt

Cerebras-Aktie feiert Kursparty bei Börsengang - Ausgabepreis deutlich überstiegen


Cerebras-Aktie feiert Kursparty bei Börsengang - Ausgabepreis deutlich überstiegen

Der NVIDIA-Herausforderer Cerebras hat bei seinem mit Spannung erwarteten, milliardenschweren IPO an der NASDAQ für Euphorie gesorgt.

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• Cerebras profitiert vom KI-Boom
• IPO offenbar massiv überzeichnet
• Hohe Bewertung bleibt riskant

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Der Chip-Spezialist Cerebras hat das aktuell positive Marktumfeld für KI-Titel bestens nutzen können. Mit einem Erstkurs von 350 US-Dollar an der NASDAQ zeigte sich die Aktie des Börsenneulings am ersten Handelstag direkt deutlich über dem Ausgabepreis von 185 US-Dollar.

Der festgesetzte IPO-Preis hatte sogar noch oberhalb der Preisspanne gelegen, die von ursprünglich 115 bis 125 US-Dollar auf 150 bis 160 US-Dollar angehoben worden war.

Letztlich notierte das Papier im NASDAQ-Handel bei 311,07 US-Dollar.

Der Börsengang brachte Cerebras 5,55 Milliarden US-Dollar ein und hebt die Bewertung des Unternehmens auf voll verwässerter Basis auf rund 56,43 Milliarden US-Dollar an, was die Ambitionen des Konzerns unterstreicht, dauerhaft aus dem Schatten des Branchenprimus NVIDIA zu treten.

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Spektakuläre Technologie trifft auf massive Markterwartungen

Im Zentrum des Anlegerinteresses steht die radikale Abkehr von traditionellen Chip-Architekturen. Cerebras setzt nicht auf Verbünde aus tausenden Einzelprozessoren, sondern auf die "Wafer-Scale Engine" - den größten Prozessor der Welt. Diese Technologie, die in etwa die Größe eines Esstellers erreicht, verspricht bei der Verarbeitung komplexer KI-Modelle Geschwindigkeitsvorteile, die laut Unternehmensangaben bis zu 15-mal über denen klassischer GPU-Lösungen liegen. Diese technologische Alleinstellung hatte bereits im Vorfeld des IPOs zu einer massiven Überzeichnung geführt, wobei Berichte von einem mehr als 20-fachen Interesse seitens der Investoren sprachen.

Analysten mahnen trotz Wachstumsdynamik zur Besonnenheit

Die Expertenreaktionen im Vorfeld des Börsengangs fielen aber dennoch differenziert aus. David Milstead vom Fachmagazin Kiplinger hatte bereits vorab gewarnt, dass sich in der aktuellen "Froth and Frenzy" (Schaum und Raserei) des Marktes enorme Chancen mit ebenso großen Gefahren vermischen. Auch die Analysten von Douglas Research wiesen darauf hin, dass die Bewertung von Cerebras extrem hohe Erwartungen an die Zukunft einpreist. Ihr "Base Case" sieht zwar ein Kursziel von 192 US-Dollar vor, knüpft dies jedoch an eine fast beispiellose Umsatzbeschleunigung auf über 2,3 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2027.

Zwischen technologischem Durchbruch und finanziellen Risiken

Trotz des geglückten Starts bleiben die fundamentalen Herausforderungen für Cerebras bestehen. Zwar konnte das Unternehmen im Jahr 2025 mit einem Umsatz von über 500 Millionen US-Dollar und dem Sprung in die Gewinnzone beeindrucken, doch die Abhängigkeit von wenigen Großkunden wie dem emiratischen Partner G42 bleibt ein kritisches Konzentrationsrisiko. Zukünftige Erfolge werden maßgeblich davon abhängen, wie schnell die neuen Partnerschaften mit Schwergewichten wie OpenAI und Amazon Web Services skaliert werden können. Zudem sichern sich die Gründer über eine spezielle Aktienstruktur weitreichende Kontrolle, was die Mitspracherechte der neuen NASDAQ-Aktionäre einschränkt. Für Investoren bleibt die Cerebras-Aktie somit eine hochspekulative Wette auf die nächste Stufe der KI-Infrastruktur.

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Profiteur des KI-Booms

Die Aktie war zudem mehr als 25-fach überzeichnet, wie Unternehmenschef Andrew Feldman der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte.

Im Handelsverlauf waren die Papiere von Cerebras Systems bis auf gut 386 Dollar geklettert. Das Tagestief bei 300 Dollar lag immer noch komfortabel über dem Ausgabepreis. Zuletzt notierten die Anteilscheine bei fast 327 Dollar.

Cerebras Systems stellt Chips für KI-Anwendungen her und betreibt Rechenzentren. Damit ist das Unternehmen in den Feldern aktiv, die derzeit bei Anlegern besonders gefragt sind. Im Rahmen des bislang größten Börsengangs des Jahres in den USA nahm Cerebras 5,55 Milliarden Dollar ein.

"Wir stehen erst am Anfang der nutzbaren KI", fuhr Feldman fort. Und je nützlicher KI werde, desto mehr kleinste Informationseinheiten (Token) würden benötigt. Und Cerebras könne derzeit am schnellsten Token generieren.

Auf Basis der in den Unternehmensunterlagen angegebenen Anzahl ausstehender Aktien ergibt sich für Cerebras Systems aktuell ein Marktwert von fast 70 Milliarden Dollar. Damit ist das Unternehmen in etwa so schwer wie der Halbleiterhersteller NXP Semiconductors, der sich in einem ähnlichen Umfeld bewegt.

Gleichwohl spielen die ganz großen Player der Branche noch in einer anderen Liga. So bringt Marktführer NVIDIA aktuell 5,7 Billionen Dollar auf die Waage. Nvidia ist derzeit auch das teuerste, an der Börse gelistete US-Unternehmen.

Mit Blick auf die IPO-Tätigkeit könnte in diesem Jahr SpaceX Cerebras Systems deutlich in den Schatten stellen. Elon Musks KI- und Weltraumfirma soll bei dem geplanten Börsengang Kreisen zufolge mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet werden. Der angepeilte Emissionserlös aus der Aktienplatzierung belaufe sich weiter auf rund 75 Milliarden Dollar.

SpaceX spielt mit seinen Raketen eine Schlüsselrolle für das amerikanische Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink - und Musk brachte in SpaceX zuletzt auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein.

Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com

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