Aktien von Infineon, AIXTRON, ASML & Co. profitieren: NVIDIA-Ausblick begeistert und treibt KI-Sektor an
Ein starker Ausblick des KI-Chipgiganten NVIDIA hat am Donnerstag auf die gesamte Branche abgestrahlt.
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Aktien mit Bezug zum Boomthema Künstliche Intelligenz (KI) waren stark gefragt. Dank obendrein überzeugender Quartalsberichte von Salesforce und CrowdStrike ging es auch für den Softwaresektor wieder aufwärts.
Am deutschen Markt erholten sich die Papiere von Siemens Energy um bis zu 3,7 Prozent und jene von Infineon in der Spitze um 4,4 Prozent auf 57,64 Euro. Zu Kursen von teils deutlich über 80 Euro, wie die Aktien des Münchener Halbleiterherstellers sie noch im Juni gesehen hatten, ist der Weg allerdings weiterhin weit. Ähnlich ist die Lage bei AIXTRON und SUSS MicroTec im MDAX, die zeitweise um gut 5 Prozent und sogar 9 Prozent zulegten.
Im EuroStoxx legten ASML zwischenzeitlich fast 3 Prozent zu und (STMicro stiegen im CAC 40 gar um 5 Prozent. In Finnland fielen Nokia und in den Niederlanden BE Semiconductor mit Gewinnen auf.
Bernstein-Analyst Stacy Rasgon hob sein Kursziel für NVIDIA nach dem Quartalsbericht am Vorabend von 315 auf 400 Dollar an und erwartet so fast noch einmal Verdoppelungspotenzial für die Aktie, die im Jahr 2022 noch für rund 11 Dollar zu haben war.
Der Titan habe sich in Erinnerung gebracht, so Rasgon und spielte damit auf NVIDIAs Führungsrolle und Signalwirkung im KI-Bereich an. Vor allem die deutlich optimistischeren Wachstumsziele für das Geschäftsjahr 2027/28 hält er für bemerkenswert.
Aus Sicht des Jefferies-Analysten Blayne Curtis impliziert NVIDIAs Ausblick einen Umsatz von rund 700 Milliarden Dollar für das neue Geschäftsjahr und damit ein Wachstum von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Deutlich über der Konsensschätzung und wahrscheinlich immer noch konservativ", resümierte er. Curtis sieht nun "einen klaren Weg zu einem Umsatz von über einer Billion Dollar im Geschäftsjahr 2028/29, unterstützt durch eine robuste Nachfrage nach KI-Infrastruktur und höhere Umsätze pro Gigawatt mit der Mikroarchitektur Rubin".
Unterdessen verwies Marktexperte Stephen Innes auf eine Kreditanalyse der US-Bank Morgan Stanley. Der Konzern verfüge über eine unbestritten "hohe Nettoliquidität und einen außergewöhnlich niedrigen Verschuldungsgrad", doch werde auf Risiken durch die Kapitalströme hingewiesen.
"NVIDIA steht im Zentrum eines immer dichter geknüpften Netzwerks, das Unternehmen wie OpenAI, Microsoft, Oracle, CoreWeave, Amazon sowie Anbieter von Rechenzentrumskapazitäten und sonstige Infrastrukturdienstleister miteinander verbindet", schrieb Innes.
Diese Verbindungen könnten etwa GPU-Käufe oder Kapitalbeteiligungen sein, auch Verträge über Rechenleistung, Rückkaufvereinbarungen oder diverse Formen der Kreditunterstützung, hieß es weiter. Damit aber werde die konzerneigene Finanzkraft "nach und nach zu einem Bestandteil des Produktangebots selbst", da NVIDIAs Bilanz zunehmend mit der Finanzierung des Booms bei der KI-Infrastruktur verknüpft sei.
Deutlich werde dies, wenn der Quartalsgewinn von rund 56 Milliarden Dollar dem operativen Cashflow von etwa 24 Milliarden Dollar gegenüber gestellt werde, so Innes. Zugleich erklärte er, dass es der Anstieg von Forderungen sei, der zu dieser Diskrepanz beigetragen habe. Da nur fünf Kunden NVIDIAs rund 70 Prozent des Forderungsbestandes ausmachten, rege sich hier ein "alter Händlerinstinkt", und der Kreditmarkt habe bereits begonnen, die daraus resultierenden Unsicherheiten einzupreisen.
Marktexperte Innes gibt schließlich aber eine gewisse Entwarnung, denn nach eingehender Analyse von Morgan Stanley bewerte die US-Bank NVIDIAs Fähigkeit, diese Verpflichtungen tragen zu können, deutlich positiver, als es die reine Aufsummierung der betreffenden Zahlen vermuten lasse, schrieb er.
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FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX)
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Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images, AIXTRON SE
