Aktien von Apple, Coca-Cola & Alphabet: Diese Buffett-Favoriten sollen über Jahrzehnte wachsen
Warren Buffett hat den Chefsessel geräumt, doch seine Idee vom Unternehmen, das über Jahrzehnte wächst, prägt Berkshire bis heute und ruht auf drei Namen.
Werte in diesem Artikel
- Apple bleibt mit Abstand die größte Beteiligung im Berkshire-Depot
- Berkshire hält Coca-Cola seit 1988 und verkaufte nie eine einzige Aktie
- Bei Alphabet baute Greg Abel 2026 eine milliardenschwere Position auf
Warren Buffett hat Berkshire Hathaway Anfang 2026 an Greg Abel übergeben, doch die Bauart, nach der er das Depot über Jahrzehnte formte, bleibt in Kraft. Abel nannte in seinem ersten Aktionärsbrief Apple und Coca-Cola ausdrücklich unter den Beteiligungen, die er über Jahrzehnte wachsen sieht. Zusammen mit Alphabet, wo Berkshire 2026 kräftig aufgestockt hat, stehen drei Aktien für dieselbe Idee: Geschäftsmodelle mit tiefem Burggraben, die ihren Vorsprung Jahr für Jahr selbst verstärken.
Apple-Aktie: Der Sog des geschlossenen Systems
Apple ist mit weitem Abstand die größte Position im Berkshire-Depot, laut dem 13F-Bericht zum 30. Juni 2026 rund 70 Milliarden US-Dollar schwer. Der Grund ist ein geschlossenes Ökosystem, aus dem Nutzer mit jedem Foto, jeder App und jedem Abo schwerer wieder herausfinden. Das speist ein margenstarkes Dienstleistungsgeschäft und wirkt wie ein Schwungrad. Im Juniquartal, berichtet am 30. Juli, stieg der Umsatz um 16 Prozent auf gut 109 Milliarden US-Dollar, die Bruttomarge kletterte auf 50,1 Prozent nach 46,5 Prozent im Vorjahresquartal, und die Services erreichten mit rund 30,7 Milliarden US-Dollar einen Rekord. Der Haken: Für das Septemberquartal warnte Apple vor Lieferengpässen, und steigende Speicherkosten zwangen das Management sogar zu Preiserhöhungen.
Coca-Cola-Aktie: Sirup, nicht Limonade
Coca-Cola ist die älteste Beteiligung im Depot. Buffett begann 1988 nach dem Crash von 1987 zu kaufen, baute die Position bis 1994 auf 400 Millionen Aktien aus und trennte sich seither von keiner einzigen. Schon damals schrieb er, sein liebster Anlagehorizont sei "für immer". Der Reiz steckt im Modell: Der Konzern verkauft vor allem das Konzentrat, die kapitalintensive Abfüllung tragen Partner. Das hält die Marge hoch und speist Marketing und Innovation. Im zweiten Quartal, berichtet am 28. Juli, wuchs der Umsatz um 7 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar, organisch um 6 Prozent, die operative Marge stieg auf 34,9 Prozent nach 34,1 Prozent. An Berkshire fließen so über 800 Millionen US-Dollar Dividende pro Jahr, das 63. Jahr in Folge mit einer Erhöhung.
Alphabet-Aktie: Die Wette auf die KI-Ära
Alphabet ist der jüngste der drei Namen und der umstrittenste. Buffett eröffnete die Position im dritten Quartal 2025, unter Abel stockte Berkshire 2026 massiv auf, darunter über eine Direktplatzierung von 10 Milliarden US-Dollar im Juni. Das Fundament ist die Suchmaschine, deren Verbreitung über Chrome, Android und die Standardsuche auf Apple-Geräten kaum angreifbar wirkt. Dazu kommt Google Cloud: Im zweiten Quartal, berichtet am 22. Juli, sprang der Konzernumsatz um 24 Prozent auf knapp 120 Milliarden US-Dollar, Google Cloud legte um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar zu, die Marge der Sparte stieg auf 35,6 Prozent nach 20,7 Prozent. Der Preis dafür ist hoch: Der enorme Investitionsaufwand drückte den freien Cashflow im Quartal ins Minus.
Für Anleger heißt das: drei sehr unterschiedliche Geschäfte, verbunden durch denselben Qualitätsanspruch, aber mit je eigenen Bruchstellen. Coca-Cola wächst strukturell langsam und ist für ein defensives Papier ambitioniert bewertet, Apples Wachstum soll sich laut Prognosen ins Jahr 2027 hinein abflachen, und bei Alphabet hängt viel an anhaltend hoher KI-Nachfrage. Der nächste belastbare Prüfstein ist das kommende 13F, das zeigt, ob Abel den Kern der Dauerläufer wirklich unangetastet lässt.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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