Berkshire Hathaway-Aktie im Fokus: Buffett spendet B-Aktien im großen Stil, Gates-Stiftung geht erstmals leer aus
Warren Buffett hat seine jährliche Aktienspende an vier gemeinnützige Stiftungen vorgenommen. Eine langjährige Partnerorganisation ging dabei zum ersten Mal komplett leer aus. Das steckt dahinter.
Werte in diesem Artikel
- Buffett schließt die Gates-Stiftung 2026 erstmals von seiner Spende aus
- Grund ist ein Zerwürfnis wegen der Aufarbeitung der Epstein-Kontakte
- Seit 2006 flossen laut CNBC über 43 Milliarden US-Dollar an die Stiftung
Warren Buffett hat am Dienstag mitgeteilt, dass er 8.000 Aktien der Klasse A von Berkshire Hathaway in 12.000.000 Aktien der Klasse B umwandelt, um sie an vier gemeinnützige Stiftungen zu spenden. Für Aufmerksamkeit sorgt dabei die Tatsache, dass die Bill and Melinda Gates Foundation, die seit rund zwei Jahrzehnten regelmäßig bedacht wurde, bei dieser Runde komplett leer ausgeht. Zur Orientierung: eine A-Aktie von Berkshire Hathaway ist rund 745.000 US-Dollar wert. Die B-Aktie bewegt sich an der NYSE bei knapp 500 US-Dollar.
Vier Stiftungen aus dem Buffett-Umfeld profitieren
Von den 12.000.000 B-Aktien gehen 9.000.000 Stück an die Susan Thompson Buffett Foundation. Die Sherwood Foundation, die Howard G. Buffett Foundation und die Novo Foundation erhalten laut der Mitteilung je 1.000.000 B-Aktien. Alle vier Organisationen sind eng mit der Familie Buffett verbunden. Warren Buffett bleibt derweil im Besitz von 188.290 A-Aktien und 1.162 B-Aktien des Investmentkonglomerats.
Rückzug bis 2034 geplant
"Mein Ziel ist es, innerhalb von etwa acht Jahren alle meine Berkshire-Aktien abzugeben", erklärte Buffett laut der Mitteilung von Berkshire Hathaway. Er hoffe, dass seine drei Kinder die Verteilung seiner verbleibenden Anteile bis zum 31. Dezember 2034 abschließen können. Sollte dies nicht gelingen, sollen die restlichen Aktien spätestens bis zu diesem Stichtag ohnehin an die vier Stiftungen fließen, wobei die jährlichen Zuwendungen weiter wachsen sollen.
Bruch mit einer Zusage aus dem Jahr 2006
Der Ausschluss der Gates-Stiftung markiert einen Bruch mit einer Zusage, die Buffett vor rund 20 Jahren gemacht hatte. In einem Brief an Bill und Melinda Gates aus dem Jahr 2006 sicherte er zu, der Stiftung während seines gesamten Lebens jährlich Berkshire-Aktien zu übertragen, solange mindestens einer der beiden Gründer aktiv in der Organisation mitwirkt. Seither hat Buffett der Stiftung nach Angaben von CNBC Berkshire-Aktien im Wert von mehr als 43 Milliarden US-Dollar überschrieben.
Epstein-Aufarbeitung als Auslöser des Zerwürfnisses
Hintergrund des Zerwürfnisses sind die Verbindungen der Gates-Stiftung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Buffett hatte seine jährliche Zuwendung bereits ausgesetzt, während eine von der Stiftung beauftragte externe Überprüfung durch die Kanzlei WilmerHale die historischen Verbindungen zu Epstein aufarbeitete. Im März erklärte Buffett, er und Microsoft-Gründer Bill Gates hätten seit Bekanntwerden der Angelegenheit keinerlei Kontakt mehr gehabt, und ließ weitere Fragen dazu unbeantwortet.
Bill Gates hatte sich am 10. Juni vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses geäußert und seine Verbindung zu Epstein als "schwerwiegende Fehleinschätzung" bezeichnet. Er habe nach eigenen Angaben weder von kriminellem Verhalten gewusst noch daran teilgenommen und gab an, zuletzt im Januar mit Buffett gesprochen zu haben, bevor Epstein-Dokumente veröffentlicht wurden.
Für Anleger ändert die Ankündigung an der operativen Aufstellung von Berkshire Hathaway zunächst nichts: Die Aktien werden intern zwischen Buffett und den vier Stiftungen übertragen, ein Verkauf am freien Markt ist damit nicht verbunden. Buffett will die Hintergründe der Entscheidung am Mittwoch in einem Auftritt bei CNBCs "Squawk Box" erläutern.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.netAnzeige: Berkshire Hathaway und tausende weitere Wertpapiere provisionsfrei bei finanzen.net zero.
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