Vonovia-Aktie kämpft mit der 20-Euro-Marke: Das sagt die Charttechnik
Die Vonovia-Aktie testet erneut die Marke von 20 Euro, und der Blick auf die langfristigen Durchschnittslinien zeigt, warum die Erholung so zäh bleibt.
Werte in diesem Artikel
- Vonovia-Aktie rutscht unter wichtige 20-Euro-Marke
- Papier notiert nahe des 52-Wochen-Tiefs
- Bei den Analysten überwiegen Kaufempfehlungen trotz einzelner Skepsis
Die Vonovia-Aktie gibt im XETRA-Handel zur Wochenmitte zeitweise um 0,48 Prozent auf 19,86 Euro nach und rutscht im Tagesverlauf bis auf 19,81 Euro, nur wenige Cent über ihrem aktuellen Jahrestief von 19,53 Euro. Damit bleibt die psychologisch wichtige 20-Euro-Marke unter Druck, an der sich der Kurs seit Wochen abarbeitet.
Charttechnik: Der Kampf um die 20-Euro-Marke
Der Blick auf die Durchschnittslinien zeigt, wie zäh die Erholung bislang bleibt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 20,61. Die Marke liegt damit spürbar über dem aktuellen Kurs und wirkt als Widerstand, den die Aktie erst zurückerobern müsste, um die Abwärtstendenz der vergangenen Monate zu brechen. Seit dem Zwischenhoch von 29,05 Euro am 27. August hat das Papier rund ein Drittel an Wert verloren und markierte am 9. Juni mit 19,53 Euro das bisherige Jahrestief. Mit dem heutigen Tagestief von 19,81 Euro nähert sich der Kurs diesem Tief wieder an, ohne es bislang zu unterschreiten.
Analysten uneinig, doch die Mehrheit bleibt optimistisch
Bei den Analysten überwiegen weiterhin die Optimisten. Von den vorliegenden Einschätzungen votieren sieben für eine Kaufempfehlung, eine Stimme rät zum Halten, während Barclays als einziges der neun Häuser zum Verkauf rät. Beide skeptischeren Einschätzungen sind allerdings mehr als zwei Monate alt und damit eher historischer Kontext als aktuelles Marktbild. Frischer sind die Kaufempfehlungen von Deutsche Bank und Jefferies, die beide am 6. August aktualisiert wurden und damit näher am aktuellen Kursbild liegen als die älteren Stimmen.
Solide Basis, aber der Cashflow bremst
Operativ bestätigt der Halbjahresbericht vom 5. August das Bild einer stabilen Vermietung. Das bereinigte EBITDA des Konzerns kletterte um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, nach 1,42 Milliarden im Vorjahreshalbjahr. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern gab dagegen um 2,6 Prozent auf 962 Millionen Euro nach, vor allem wegen höherer Finanzierungskosten, und das den Anteilseignern zurechenbare bereinigte Periodenergebnis sank um 4,9 Prozent auf 772 Millionen Euro beziehungsweise 0,91 Euro je Aktie.
Deutlicher fällt der Rückgang beim operativen freien Cashflow aus. Er brach um 45,4 Prozent auf 608 Millionen Euro ein, belastet durch Dividendenzahlungen und Effekte im Nettoumlaufvermögen. Auch die Verschuldung zog gegenüber dem Jahresende 2025 leicht an, das Verhältnis von Nettoschulden zum EBITDA stieg von 13,8 auf 14,0. Der Nettovermögenswert je Aktie blieb mit 46,22 Euro nahezu unverändert und liegt damit weiterhin deutlich über dem aktuellen Börsenkurs, ein Abstand, der zur Bewertungslücke passt, auf die auch die Charttechnik hinweist. Vonovia bestätigte trotz der gemischten Signale die Ergebnisprognose für 2026 in voller Bandbreite.
Der nächste konkrete Datenpunkt ist der 4. November 2026, wenn Vonovia die Zwischenmitteilung zum dritten Quartal veröffentlicht. Erst dann zeigt sich, ob das schwächere Segment Development wie angekündigt aufholt und ob der Kurs die 20-Euro-Marke sowie die gleitenden Durchschnitte endgültig zurückerobern kann.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Vonovia SE