Aktien von Infineon, AIXTRON & Co. schwächeln - NVIDIA und Zinsperspektiven im Blick
Vor dem Hintergrund negativer Vorgaben aus Asien haben Anleger am Montag einen Bogen um deutsche Chipwerte gemacht.
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Das Börsenumfeld steht wegen des zugespitzten Iran-Konflikts und der zuletzt eingepreisten Zinssorgen vor einer wegweisenden Woche, die im Technologie-Sektor mit NVIDIA nochmals ein Highlight der Berichtssaison zu bieten hat.
Am Morgen näherte sich der Kurs des Chipkonzerns Infineon nach der Zwischenerholung vom Freitag wieder dem Tief seit April, das im Bereich der Juli-Talsohle bei gut 54 Euro droht. Infineon-Aktien wurden zeitweise als einer der größten DAX-Verlierer im XETRA-Handel ein Prozent tiefer zu 54,38 Euro gehandelt. Als Aktie mit eingepreister KI-Fantasie lagen im deutschen Leitindex die Titel des Energietechnik-Spezialisten Siemens Energy zeitgleich im Minus (-4,13 Prozent auf 147,02 Euro).
Auch die Aktien deutscher Branchenausrüster gerieten am Montag zunächst unter Druck, konnten aber ihre Verluste zuletzt eingrenzen. AIXTRON grenzte den bis 3,6 Prozent großen Abschlag auf 2,31 Prozent bei 36,82 Euro ein. SUSS MicroTec waren mit bis zu 5,5 Prozent unter Druck geraten nach einer Verkaufsempfehlung des Analysehauses Van Lanschot Kempen, konnten ihr Minus aber auf 5,31 Prozent bei 69,55 Euro reduzieren.
In Asien waren die Titel einschlägiger Unternehmen wie SK hynix klar ins Minus gesackt. Samsung konnte dort die Lage ebenfalls nicht aufhellen - trotz Dividenden- und Aktienrückkaufplänen rutschten die Titel ab. In New York sind ebenso Verluste bei Chipwerten wie etwa Micron zu sehen.
Anleger warten gespannt auf die am Mittwoch nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen von NVIDIA, die laut dem Deutsche-Bank-Experten Jim Reid ein gesamtwirtschaftlich bedeutendes Ereignis sind. Er wies am Morgen darauf hin, dass der Aktienkurs des KI-Chipriesen nach den letzten vier Veröffentlichungen stets nachgegeben habe, da die positiven Überraschungen nicht mehr so deutlich gewesen seien wie der Vergangenheit.
Hinzu kommt laut Reid am Montag ein Bericht über Preiserhöhungen von NVIDIA, die mit steigenden Kosten einher gehen. "Dies erhärtet die Anzeichen dafür, dass KI inflationäre Auswirkungen hat und nicht einfach nur einen positiven Angebotsschock darstellt", schrieb Reid am Morgen. Die Inflation bleibt auch wegen des ungelösten Iran-Kriegs und der weiterhin hohen Ölpreise ein schwieriges Börsenthema.
Anleger schauen deshalb gespannt auf das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Donnerstag beginnt. Am Freitag steht dann der Auftritt des Fed-Präsidenten Kevin Warsh im Fokus. Hier wird es wohl um mögliche Aussagen zur künftigen Geldpolitik gehen, die relevant werden dürften für die Entwicklung der Marktzinsen. Deren Anstieg hatte in der Vorwoche die Anleger verunsichert, auch weil sie im KI-Bereich wegen hoher Investitionen durch die Unternehmen von großer Bedeutung sind.
Mit Blick auf die jüngsten Zinsbedenken schrieben die Experten der französischen Bank Société Générale am Morgen, die staatliche Kreditaufnahme konkurriere zunehmend mit anderen strukturellen Bereichen um das verfügbare Sparkapital. Genannt wurde dabei vor allem der KI-Investitionsboom, aber auch der Mittelbedarf für Verteidigung oder die Energiewende. Experten glauben aber nicht, dass Warsh in seiner Rede konkretere Zinssignale geben wird.
Laut Analyst Leon Ferdinand Bost von der Privatbank Metzler kann es sich Warsh angesichts der jüngsten Verwerfungen am Anleihemarkt eigentlich nicht leisten, die Märkte weiter zu verunsichern. Mit einer genaueren Erklärung, wie die Fed die Inflation in den Griff bekommen will, rechnet der Experte nicht. Er glaubt, dass Warsh bemu?ht sein wird, seine Kommunikationsstrategie genauer zu erläutern.
JPMorgan belässt Aixtron auf 'Overweight'
Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für AIXTRON auf "Overweight" belassen. Analyst Craig McDowell resümierte am Freitagnachmittag die Berichtssaison der kleineren und mittelgroßen europäischen Hardwarehersteller. Das Optoelectronics-Geschäft von Aixtron laufe stärker als vom Management avisiert, so der Experte. Im Bereich der Abscheidungsanlagen für Galliumnitrid (GaN) und Siliziumcarbid (SiC) warte man jedoch weiter auf neue Dynamik. Eine Auftragsbelebung hier sei auch entscheidend für die Aktien.
FRANKFURT (dpa-AFX) / NEW YORK (dpa-AFX Broker)
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Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images, AIXTRON SE
