KI-Infrastruktur

Cisco-Aktie tiefrot: Optimismus überrascht, Begeisterung verfliegt


Cisco-Aktie tiefrot: Optimismus überrascht, Begeisterung verfliegt

Der Netzwerk-Ausrüster Cisco blickt nach einem überraschend guten Geschäftsjahresende zuversichtlicher auf das erste Quartal als Experten erwartet hatten.

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Der Netzwerkausrüster Cisco rechnet im laufenden Jahr mit einem anhaltend hohen Wachstumstempo. Dies wird unter anderem von einer sehr hohen Nachfrage nach Produkten für Rechenzentren großer Cloud-Anbieter und deren KI-Angeboten getrieben. An der Börse wurde aber gerade der Ausblick auf das Geschäft mit Produkten rund um Künstliche Intelligenz (KI) mit Enttäuschung aufgenommen.

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Die in diesem Jahr gut gelaufene Aktie gab am Donnerstagvormittag vorbörslich bis zu fünf Prozent nach - auch wenn das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr besser als erwartet abgeschnitten hat und auch die Ziele für den Konzern über den Prognosen liegen.

Im KI bezogenen Geschäft kalkuliert der Konzern im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 mit einem Erlös von 7,5 Milliarden Dollar (6,5 Mrd Euro) und damit fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Analysten waren über diese Prognose dennoch enttäuscht. Gerade mit Blick auf das hohe Auftragsvolumen in diesem Bereich hatten sich Experten mehr erhofft.

Beim gesamten Erlös peilt Cisco im Geschäftsjahr 2026/27 ein Plus von bis zu knapp 16 Prozent auf 73,4 Milliarden Dollar an. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll in den zwölf Monaten bis Ende Juli 2027 auf bis zu 5,11 Dollar steigen. Die Ziele für diese beiden Kenngrößen liegen damit deutlich über der bisherigen Durchschnittserwartung der Analysten.

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Auch im vergangenen Geschäftsjahr, das am 25. Juli endete, schnitt Cisco besser als erwartet ab. Der Erlös zog um zwölf Prozent auf etwas mehr als 63 Milliarden Dollar an. Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn verzeichnete der Konzern einen Anstieg um 13 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Je Aktie waren dies 4,33 Dollar.

Auch wenn Cisco im KI-Bereich hohe Wachstumschancen sieht, bleibt der im Dow Jones notierte Konzern weiter sehr abhängig vom klassischen Geschäft mit seinen Produkten wie Routern und Switches für Internetanbieter. Gemessen an den Prognosen für 2026/27 wird der KI-bezogene Umsatz gerade mal etwas mehr als zehn Prozent des gesamten Erlöses betragen.

Cisco-Aktie mit Gewinnmitnahmen - KI-Ausblick enttäuscht

Gewinnmitnahmen haben am Donnerstag die Papiere von Cisco nach den Quartalszahlen des Netzwerk-Ausrüsters belastet. Anleger waren von den Zielen für das Geschäft rund um Künstliche Intelligenz (KI) eher enttäuscht und machten sich Sorgen um die Margen. Überraschend gute Resultate für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 und ein insgesamt optimistischer Ausblick rückten in den Hintergrund. Der Cisco-Aktienkurs sank an der NASDAQ letztlich um 8,4 Prozent auf 113,47 US-Dollar. Seit Jahresanfang steht aber noch immer ein Plus von 49 Prozent zu Buche.

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In den vergangenen zwei Jahren hatten die Cisco-Papiere schon um mehr als 170 Prozent zugelegt - und damit den Anstieg des Technologieindex NASDAQ 100 deutlich übertroffen. In den Jahren davor hatten sie allerdings nicht so stark vom KI-Boom, der die Börsen seit Ende 2022 erfasst hat, profitiert.

Cisco hatte für das im Juli abgelaufene Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 12 Prozent ausgewiesen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) legte noch etwas stärker zu. 2026/27 will Cisco den Umsatz sogar um bis zu knapp 16 Prozent steigern und das bereinigte EPS um bis zu 18 Prozent, was ebenfalls deutlich mehr ist als von Analysten erwartet.

Dass Cisco im angelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz mit KI-Produkten fast verdoppeln will, reichte den Experten indes nicht: Sie hatten sich mit Blick auf das hohe Auftragsvolumen in diesem Bereich teils noch mehr erhofft.

Meta Marshall von der US-Bank Morgan Stanley monierte zudem, dass der gestiegene Geschäftsanteil von Hardware-Komponenten kurzfristig die Bruttomargen belasten dürfte. Ähnlich äußerte sich Analyst Tim Long von der britischen Investmentbank Barclays.

Zudem ist das Unternehmen weiter stark vom klassischen Geschäft mit Produkten wie Routern und Switches für Internetanbieter abhängig. Gemessen an den Prognosen für 2026/27 wird der KI-bezogene Umsatz gerade mal etwas mehr als zehn Prozent des gesamten Erlöses betragen.

Analyst David Vogt von der schweizerische Großbank UBS sieht in der Kursschwäche gleichwohl eine Kaufchance. Der Ausblick für den Umsatz aus dem Netzwerkgeschäft sei konservativ. Der Experte erhöhte seine Gewinnschätzungen bis 2028.

/he

SAN JOSE (dpa-AFX)

Bildquellen: Katherine Welles / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

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