Corona drückt Zahlungsmoral von Verbrauchern und Firmen


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die Corona-Krise hat die Zahlungsmoral von Verbrauchern und Unternehmen gedrückt. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU). Diese zeige, dass es sich erst um den Beginn einer noch stärkeren Eintrübung handeln dürfte.

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"Millionen von Arbeitnehmern fehlen im Moment die Einnahmen, um alle ihre Rechnungen zuverlässig und pünktlich bezahlen zu können", erklärte BDIU-Präsidentin Kirsten Pedd. "Immer mehr Firmen sehen sich dadurch mit säumigen Kunden konfrontiert."

Laut Umfrage beobachten aktuell 69 Prozent der Inkassounternehmen, dass sich die Rechnungstreue privater Schuldner seit Beginn der Krise verschlechtert hat. Für gewerbliche Schuldner bestätigen das drei Viertel der Rechtsdienstleister.

Bei den Privatschuldnern wurde als Hauptgrund für die ausbleibenden Zahlungen die Kurzarbeit genannt. Noch bei der vorherigen Umfrage im November spielte dieser Nichtzahlgrund gar keine Rolle. 65 Prozent erklären zudem, dass säumige Verbraucher unter einem erst durch die Corona-Krise ausgelösten Liquiditätsengpass litten.

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Besonders vom Lockdown stark betroffene Betriebe litten, wie etwa das Sport- und Freizeitgewerbe, vor allem Fitnessstudios. Auf Platz zwei und drei folgen Restaurants sowie das Hotelgewerbe. Gerade hier seien die Veränderungen "besonders krass". Im November meldeten lediglich 7 Prozent der Inkassofirmen, dass Hotels Probleme mit der Kunden-Rechnungstreue hatten - jetzt seien es 56 Prozent, also achtmal so viele, erklärte der Verband.

Die Verbandschefin befürchtet, dass die aktuelle Situation erst der Anfang einer längeren Krise sein könnte. Um diese zu bewältigen, sei verantwortungsbewusstes Handeln gefragt - auch bei der Inkassobranche selbst.

Ein angemessenes Entgegenkommen der Inkassounternehmen könnte ein Aufschieben der Zahlungen sein. Auch könne man Stundungen oder Raten vereinbaren oder die Höhe bestehender Ratenzahlungen anpassen, so der BDIU.

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Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/bam

(END) Dow Jones Newswires

May 04, 2020 09:00 ET (13:00 GMT)

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