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Milliarden-Coup: Alcoa greift nach Aluminiumgeschäft von South32 - Aktien uneinheitlich


Milliarden-Coup: Alcoa greift nach Aluminiumgeschäft von South32 - Aktien uneinheitlich

Alcoa übernimmt den Großteil des Aluminiumgeschäfts von South32 für einen milliardenschweren Transaktionswert. Anleger bewerten den Deal unterschiedlich.

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  • Alcoa übernimmt South32s Aluminiumsparte für bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar
  • Alcoa baut seine Position als Aufwärtsketten-Aluminiumproduzent aus
  • South32 kehrt Aktionären Kapital zurück und fokussiert sich auf Kupfer
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Alcoa baut sein Aluminiumgeschäft massiv aus. Der US-Konzern übernimmt zentrale Bauxit-, Tonerde- und Aluminiumwerke von South32 in einem Deal mit einem Volumen von bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar, wie beide Unternehmen am 30. Juni 2026 mitteilten. Für Alcoa ist es einer der größten Zukäufe seit der Abspaltung von Arconic im Jahr 2016: Der Konzern erhält Zugriff auf Minen und Hütten in Australien, Brasilien und Südafrika und baut seine Position als Aufwärtsketten-Aluminiumproduzent aus. Die Anleger reagierten unterschiedlich: Alcoa-Titel gaben an der NYSE 8,94 Prozent auf 47,48 US-Dollar nach, South32-Titel hatten zuvor in Australien 9,74 Prozent höher bei 4,280 AUD geschlossen.

Diese Werke wechseln den Besitzer

Im Zentrum des Deals stehen South32s 86-Prozent-Anteil an der Worsley-Tonerderaffinerie und die Boddington-Bauxitmine in Westaustralien, die vollständig South32 gehörende Hillside-Aluminiumhütte in Südafrika samt der stillgelegten Bayside-Anlage sowie ein 33-Prozent-Anteil an der brasilianischen Bauxitmine Mineração Rio do Norte. Hinzu kommen South32s Anteile an der Alumar-Tonerderaffinerie und dem dortigen Aluminiumwerk im brasilianischen Bundesstaat Maranhão. Alcoa hielt an Alumar bereits 60 Prozent und übernimmt mit dem Deal die volle Kontrolle über die Anlage. Ausgenommen bleibt die südafrikanische Mozal-Hütte, die South32 weiter unter eigener Regie betreibt und für die ein separater Verkauf geprüft wird.

So ist der Milliarden-Deal finanziert

Die Gesamtkonsideration setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Alcoa zahlt South32 zunächst 3,1 Milliarden US-Dollar in bar sowie rund 17 Millionen neu ausgegebene Alcoa-Aktien im Wert von etwa 1 Milliarde US-Dollar, was ungefähr 6 Prozent der Alcoa-Aktien nach der Kapitalerhöhung entspricht. Damit kommt die Vorab-Konsideration auf rund 4,1 Milliarden US-Dollar. Rechnet man die von Alcoa übernommene Netto-Verschuldung aus Leasingverhältnissen hinzu, ergibt sich laut Unternehmensangaben ein impliziter Unternehmenswert von etwa 4,7 Milliarden US-Dollar. South32 selbst beziffert den maximalen Transaktionswert inklusive einer bedingten Zusatzzahlung von bis zu 750 Millionen US-Dollar sowie übernommener Verbindlichkeiten auf bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar. Die Zusatzzahlung ist an vier Jahresperioden ab dem 1. Juli 2026 gekoppelt und wird nur fällig, wenn die Alumina- oder Aluminiumpreise vereinbarte Schwellenwerte überschreiten. Die Barkomponente hat sich Alcoa zunächst über eine Brückenfinanzierung von Goldman Sachs gesichert, die perspektivisch durch Bilanzmittel und reguläre Fremdfinanzierung ersetzt werden soll. Aus der Integration der Werke erwartet Alcoa einen Barwert-Synergieeffekt von rund 900 Millionen US-Dollar, unter anderem durch eine gemeinsame Minenplanung in Westaustralien.

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Analysten und Investoren reagieren verhalten

Nach der Ankündigung äußerten sich Analysten uneinheitlich. JPMorgan bestätigte seine Einstufung für die Alcoa-Aktie und verwies auf operatives Verbesserungspotenzial durch bessere Minenplanung, Technologietransfer sowie Einsparungen in Beschaffung und Logistik. Wie aus einem Bericht von Dow Jones Newswire hervorgeht, hält die Investmentbank Jefferies an ihrer Kaufempfehlung für Alcoa mit einem Kursziel von 100 US-Dollar fest, warnt zugleich aber vor einem möglichen Belastungsfaktor: Sowohl die neu ausgegebenen Alcoa-Aktien als auch die von South32 erhaltenen Anteile könnten mittelfristig auf den Markt kommen und den Kurs belasten. Hintergrund der vorsichtigen Reaktion ist auch, dass Alcoa zuletzt mit den Erwartungen hinterherhinkte: Im ersten Quartal 2026 verfehlte der Konzern mit einem Gewinn je Aktie von 1,40 US-Dollar die Analystenschätzung von 1,47 US-Dollar, beim Umsatz blieben 3,19 Milliarden US-Dollar knapp unter der Prognose von 3,3 Milliarden US-Dollar.

South32 baut sich neu auf

Für South32 markiert der Verkauf einen Umbau des Portfolios. Der scheidende Vorstandschef Graham Kerr erklärte, die Transaktion schaffe erhebliche Werte für die Aktionäre und positioniere South32 künftig als auf Basismetalle fokussiertes Unternehmen mit margenstarken Vermögenswerten. Sein Nachfolger Matt Daley, der sein Amt zeitgleich mit der Deal-Ankündigung antrat, kündigte an, dass rund 85 Prozent des bereinigten Portfolio-Ergebnisses künftig aus Basis- und Edelmetallen stammen sollen. South32 will nach Abschluss der Transaktion mindestens die Hälfte der erhaltenen Alcoa-Aktien direkt als Sachdividende an die eigenen Aktionäre weiterreichen, den Rest will der Konzern geordnet am Markt verkaufen. Wachstumsfantasie soll künftig vor allem das Taylor-Zink-Blei-Silber-Projekt in Arizona liefern, das South32 im Zuge des Deals stärker in den Fokus rückt, sowie eine vierte Mahllinie am Kupferprojekt Sierra Gorda in Chile.

Bis der Deal endgültig steht, sind noch mehrere Hürden zu nehmen: South32-Aktionäre müssen zustimmen, zudem stehen Prüfungen durch die australische Investitionsaufsicht FIRB, die Wettbewerbsbehörde ACCC und die südafrikanische Finanzaufsicht SARB aus. Beide Unternehmen rechnen mit einem Abschluss der Transaktion in der ersten Hälfte des Jahres 2027, bis dahin dürfte der Fortgang der Genehmigungsverfahren die Aktien beider Konzerne begleiten.

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Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com, Alcoa

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11.07.19 Alcoa Hold Deutsche Bank AG
22.04.19 Alcoa Buy Gabelli & Co
20.12.18 Alcoa Buy B. Riley FBR
12.09.18 Alcoa Buy B. Riley FBR
19.04.18 Alcoa Market Perform Cowen and Company, LLC