Oracle weist Bericht über gescheiterten Milliarden-Deal mit Microsoft zurück - Aktien belastet
Bei Microsoft-Anlegern sorgen widersprüchliche Berichte über Cloud-Verhandlungen mit Oracle für Aufmerksamkeit.
Werte in diesem Artikel
• Neue Fragen rund um den Ausbau der KI-Infrastruktur
• Oracle widerspricht Bericht über gescheiterte Milliarden-Gespräche
• Kapazitätsengpässe rücken in den Fokus
Bei Microsoft sorgt ein Bericht über angeblich gescheiterte Cloud-Gespräche mit Oracle für Aufmerksamkeit. Wie Business Insider berichtete, habe Microsoft einen 3-Milliarden-Dollar-Deal zur Anmietung von Oracle-Cloud-Kapazitäten aufgegeben.
Demnach habe Microsoft zunächst Gespräche mit Oracle über die Anmietung der Cloud-Infrastruktur des Unternehmens geführt. Ziel sei gewesen, Rechenlasten teilweise auf Oracle-Infrastruktur auszulagern, um Kapazitäten in Azure für Kunden freizuhalten.
Der Hintergrund: Der Ausbau von KI-Diensten wird für große Technologiekonzerne immer kapitalintensiver. Microsoft sucht deshalb nach zusätzlichen Cloud-Kapazitäten, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. Das zeigt, wie stark sich der Wettbewerb im KI-Markt inzwischen nicht nur über Modellqualität, sondern auch über Infrastrukturzugang entscheidet.
Doch laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen sei der Deal nun aufgrund von Sicherheits- und Compliance-Bedenken gescheitert, so Business Insider. Konkret sei es um fehlende FedRAMP-Zertifizierungen bei Oracle gegangen, ein vorgeschriebenes Sicherheitsframework für den Umgang mit Daten der US-Regierung, und Oracle sei nicht bereit gewesen, hierbei nachzurüsten.
Oracle weist Darstellung klar zurück
Einem Reuters-Bericht zufolge widersprach Oracle dieser Darstellung jedoch deutlich. Ein Sprecher erklärte in einer E-Mail, welche der Nachrichtenagentur vorlag: "Die in dem Artikel genannten Details sind unzutreffend. Microsoft ist sowohl Partner als auch Kunde von OCI. Wir pflegen eine äußerst kooperative und fruchtbare Partnerschaft, in deren Rahmen wir regelmäßig über Möglichkeiten sprechen, unsere laufende Zusammenarbeit auszuweiten".
Microsoft selbst äußerte sich gegenüber Reuters nicht zu den Berichten. Damit stehen sich zwei Versionen gegenüber: Einerseits Berichte über gescheiterte Verhandlungen aus Compliance-Gründen, andererseits Oracles klare Zurückweisung dieser Darstellung. Ein unabhängiger Nachweis für die ursprünglichen Vorwürfe liegt laut Reuters nicht vor.
So reagieren die Aktien von Microsoft und Oracle
Im Mittwochshandel hatte die an der NASDAQ gelistete Microsoft-Aktie 3,79 Prozent schwächer bei 378,91 US-Dollar geschlossen. Am Donnerstag geht es zeitweise 0,61 Prozent auf 376,61 US-Dollar abwärts.
Oracle hatte den Mittwochshandel an der NYSE 2,55 Prozent tiefer bei 183,53 US-Dollar beendet. Am Donnerstag stieg das Papier 0,44 Prozent auf 184,33 US-Dollar.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger wird sichtbar, dass Microsoft seine KI-Strategie breiter aufstellt. So unterstreicht der Oracle-Fall, wie knapp hochwertige Rechenkapazitäten im Markt geworden sind. Investoren sollten daher besonders beobachten, wie Microsoft seine Infrastrukturpartnerschaften entwickelt. Für Oracle bleibt entscheidend, ob die Zusammenarbeit mit Microsoft operativ weiter vertieft wird oder der Infrastrukturwettbewerb zunimmt.
Thomas Zoller, Bettina Schneider, Martina Köhler, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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