Deutsche Banken fordern angesichts des Aufschwungs bessere Rahmenbedingungen


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Im Zuge eines sich abzeichnenden Wirtschaftsaufschwungs haben die Banken eine Verbesserung der Rahmenbedingungen gefordert. "Die aktuellen Konjunkturprognosen zeichnen ein zuversichtliches Bild der deutschen Wirtschaft", erklärte der Bundesverband deutscher Banken. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2021 dürfte sich der Aufschwung deutlich beschleunigen. Schon jetzt habe ein Großteil der Unternehmen die Krise nach den langen Wintermonaten und den lockdownbedingten Einschränkungen hinter sich gelassen und blicke zuversichtlich nach vorne.

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Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Banken seien aber nun "essenziell". Sobald der Fremdfinanzierungsbedarf der Unternehmen für die anstehenden Investitionen wieder zunehme, sei die Leistungsfähigkeit der Banken gefragt. "Damit die Institute ihre zugedachte Rolle als Finanzierer der Wirtschaft gerecht werden können, müssen gleichwohl Hindernisse unter anderem bei der Ausgestaltung der finalen Baseler Regeln aus dem Weg geräumt werden", forderte der Bankenverband. Aber auch aktuelle Sonderlasten des Bankensektors wie die aufgrund der expansiven Geldpolitik deutlich angestiegene Bankenabgabe müssten kritisch geprüft werden.

Der Bankenverband konstatierte, die positiven Wachstumsaussichten "wirken sich vermehrt in der Breite des Mittelstandes und der Industrie aus und sorgen für weiter steigenden Optimismus". Die einsetzende Normalisierung sei auch anhand weiterer Indikatoren ablesbar: Die breiten Stützungsmaßnahmen der Regierung in Form von Zuschüssen und Liquiditätshilfen liefen zwar teilweise noch bis Ende des Jahres oder würden voraussichtlich verlängert, doch sei schon jetzt erkennbar, dass die Nachfrage insbesondere bei den KfW-Corona-Hilfen stagniere.

Kein dramatischer Anstieg der Insolvenzen

Darüber hinaus gelte seit dem 1. Mai wieder die reguläre Insolvenzantragspflicht für alle Unternehmen. "Ein dramatischer Anstieg der Insolvenzzahlen ist zumindest kurz- bis mittelfristig nicht zu erwarten", betonte der Verband dazu. Die Banken hätten die notwendigen Vorkehrungen für mögliche Insolvenzen und Kreditausfälle getroffen. So seien ausreichende Risikopolster aufgebaut worden. "Darüber hinaus sind in deutschen Banken bislang keine negativen Veränderungen bei den Volumen ausfallgefährdeter Kredite ersichtlich."

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Die Kreditnachfrage der Unternehmen verharre noch auf einem niedrigen Niveau. Laut Bundesbankzahlen für das erste Quartal 2021 zeichne sich ein leichter Zuwachs ab. Bei der Kreditvergabe der privaten Banken sei im Vergleich zum Vorquartal ein deutlicher Anstieg erkennbar, "der eine Trendwende darstellen könnte". Ein wichtiges Indiz sei zudem, dass sowohl der Zugang als auch die Vergabe von Krediten weiter stabil bleiben. Aus Sicht der Banken wie der Unternehmen sei - anders als im europäischen Vergleich - kein Anziehen der Bedingungen erkennbar, sodass die zunehmende Nachfrage gedeckt werden könne.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte seinerseits am Morgen eine bessere Konjunkturentwicklung in Aussicht gestellt: "Wir können heute sagen, dass der Konjunkturmotor wieder läuft." Altmaier rechnet mit einem Wachstum von "mindestens um 3,5 Prozent" für dieses Jahr und hält es sogar für möglich, "dass wir ein Wachstum irgendwo zwischen dreieinhalb und vier Prozent erreichen". Eine Einigung auf die Verlängerung der Corona-Hilfen steht laut dem Wirtschaftsminister nächste Woche im Kabinett an.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/brb

(END) Dow Jones Newswires

June 03, 2021 05:24 ET (09:24 GMT)

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