Drei von fünf Unternehmen geben gestiegene Kosten an Kunden weiter
BERLIN (Dow Jones)--Drei von fünf deutschen Unternehmen geben die durch den Ukraine-Krieg und die Lockdowns in China ausgelösten ungewöhnlich hohen Kosten- und Preisanstiegen an ihre Kunden weiter. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Allerdings bleiben 40 Prozent der Firmen auf den hohen Kosten sitzen.
"Wenn Unternehmen auf stark steigenden Produktionskosten sitzen bleiben, hat dies ernste langfristige Folgen", sagte IW-Studienautor Michael Grömling. "Den Unternehmen fehlen dann die notwendigen Eigenmittel für Investitionen, vor allem, um den anstehenden Strukturwandel zu gestalten. Der gegenwärtige Kostenschock darf keine Eigendynamik entwickeln - etwa über stark steigende Arbeitskosten."
Laut der neuen IW-Konjunkturumfrage, für die im Juni mehr als 2.000 Unternehmen befragt wurden, setzen die steigenden Preise für Energie, Rohstoffe und Vorleistungen sowie perspektivisch höhere Arbeitskosten die Firmen derzeit stark unter Druck.
Demnach erwarten bis zum Jahresende 95 Prozent der befragten Industriefirmen, dass sich höhere Energiekosten, teurere Rohstoffe und Vorleistungen auf ihre eigenen Preise auswirken.
Rund zwei Drittel der Industrieunternehmen erhöhten deshalb die Preise für ihre Kunden in hohem oder mittlerem Ausmaß. Das verbleibende Drittel sieht hierfür nur geringe oder gar keine Möglichkeit.
Im Baugewerbe könne hingegen nur jedes zehnte Unternehmen den Kostenschock durch höher Rohstoffpreise, hoher Nachfrage und fehlender Fachkräfte in hohem Ausmaß an die Kunden überwälzen.
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June 17, 2022 08:28 ET (12:28 GMT)