Unitree-Aktie vor der nächsten Welle? Gründer Wang ruft "ChatGPT-Moment" aus
Nach einem Kurssprung von 460 Prozent beim Börsengang prophezeit der Unitree-Chef einen "ChatGPT-Moment" für Roboter. Was hinter dem Hype steckt und wo die größten Hürden liegen.
Werte in diesem Artikel
• Unitree-Chef Wang Xingxing erwartet einen "ChatGPT-Moment" für die Robotik
• Roboter sollen künftig rund 80 Prozent der Aufgaben in unbekannten Umgebungen bewältigen können
• Unitree-Aktie war kurz zuvor mit einem Kurssprung an der Börse Shanghai gestartet
Unitree-Chef erwartet Durchbruch bei humanoiden Robotern
Unitree-Gründer und Firmenchef Wang Xingxing sieht die Robotikbranche auf dem Weg zu einem entscheidenden technologischen Fortschritt. Auf der World Robot Conference in Peking erklärte er, die sogenannte verkörperte Intelligenz nähere sich einem "ChatGPT-Moment". Damit bezeichnet Wang einen Entwicklungsstand, bei dem ein Roboter in eine ihm unbekannte Umgebung gebracht werden kann und dort allein auf Basis von Sprach- oder Textanweisungen einen Großteil der anfallenden Aufgaben erfolgreich erledigt. Als Größenordnung nannte er rund 80 Prozent. Einen solchen Punkt bezeichnete Wang als wichtigen Wendepunkt, der ein starkes Wachstum der Roboterindustrie auslösen könnte, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Bis dahin sieht der Unitree-Chef allerdings noch erhebliche technische Hürden. Im optimistischen Szenario könnte der entscheidende Fortschritt bei der Robotersoftware nach seiner Einschätzung innerhalb von zwei bis drei Jahren gelingen. Im langsameren Szenario könnten fünf bis zehn Jahre erforderlich sein. Auf der World Robot Conference nannte Wang vor allem Effizienz, Generalisierungsfähigkeit und die präzise Abstimmung von Modellen auf die reale Welt als bestehende Probleme. Besonders kleine Abweichungen bei Bewegungen könnten die Erfolgsquote deutlich reduzieren.
Unitree investiert in das "Gehirn" seiner Roboter
Für Unitree liegt ein Schwerpunkt deshalb auf der Weiterentwicklung der Software. Das Unternehmen investiert nach Angaben von Wang derzeit einen besonders großen Teil seines Kapitals und Personals in sogenannte World Models. Solche Modelle sollen Robotern dabei helfen, ihre physische Umgebung zu erfassen und ihr Verhalten daran anzupassen. Zugleich räumte Wang ein, dass Unitree bei der praktischen Anwendung entsprechender Physical-AI-Modelle noch zurückliege. Humanoide Roboter seien derzeit noch nicht leistungsfähig genug für einen breiten Einsatz. Als größten Engpass bezeichnete er die Fähigkeiten der KI-Modelle, die Entscheidungen und Interaktionen der Maschinen steuern, wie Reuters berichtet.
Auch die World Robot Conference nennt die Übertragung von KI-Modellen auf die physische Welt als zentrale Herausforderung. Wang zufolge benötigt die Branche große Mengen hochwertiger Daten von Menschen und realen Robotern. Training in Simulationen, Tests mit realen Maschinen und die Bewertung durch Menschen sollen dabei zu einem Entwicklungsprozess verbunden werden, in dem sich die Systeme kontinuierlich verbessern.
Unitree-Aktie nach starkem Börsendebüt im Fokus
Wangs Aussagen folgten unmittelbar auf den Börsengang von Unitree. Der chinesische Roboterhersteller startete am 19. August am STAR Market der Börse Shanghai. Die Aktien waren zu 150,80 Yuan ausgegeben worden und schlossen ihren ersten Handelstag bei 845 Yuan. Damit verteuerten sie sich zum Ausgabepreis um rund 460 Prozent. Am folgenden Handelstag gab die Aktie jedoch einen Teil ihrer Gewinne wieder ab und schloss bei 687 Yuan, was einem Rückgang von fast 19 Prozent entsprach.
Mit dem Börsengang nahm Unitree 905 Millionen US-Dollar ein. Das Unternehmen hatte im Emissionsprospekt angekündigt, die Mittel unter anderem für die Entwicklung von Roboterhardware und Robotersoftware, neue Produkte und den Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten einzusetzen. Der operative Ausbau trifft zugleich auf noch bestehende Grenzen bei der kommerziellen Nutzung humanoider Roboter. Reuters zufolge stammen viele Kunden von Unitree bislang aus Universitäten und Forschungseinrichtungen. Wang erklärte zudem, dass humanoide Roboter noch nicht für einen breiten Einsatz geeignet seien. Die Entwicklung leistungsfähigerer KI-Modelle bleibt damit ein zentraler Schwerpunkt für das Unternehmen.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
Ausgewählte Hebelprodukte auf Unitree
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Unitree
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Robert Way / Shutterstock.com