E-Zigarettenbranche zieht wegen Tabaksteuer vor Gericht


Finanzen.net bei Google bevorzugen
Werte in diesem Artikel
Aktien

58.00 EUR -1.26 EUR -2.13 %

46.91 EUR -0.60 EUR -1.26 %

28.42 EUR -0.48 EUR -1.66 %

157.34 EUR 1.14 EUR 0.73 %

BERLIN (dpa-AFX) - Vertreter der E-Zigarettenbranche wollen vor Gericht ziehen und verhindern, dass ihre Produkte deutlich höher besteuert werden als bisher. Wegen der Tabaksteuerreform werde man Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen, sagte der Vorsitzende des Bündnisses für tabakfreien Genuss, Dustin Dahlmann, der dpa in Berlin. Am Mittwoch hatte ein Bundestagsausschuss einer Gesetzesänderung zugestimmt, der zufolge auf ein 10 Milliliter-Liquid für E-Zigaretten im nächsten Jahr 1,60 Euro mehr Steuern anfallen. Bis 2026 soll die Tabaksteuer auf 3,20 Euro steigen. "Das ist völlig unverhältnismäßig", sagt Dahlmann.

Werbung

Derzeit fällt auf die Flüssigkeiten für die Verdampfer nur Mehrwertsteuer an. Zusätzlich zur Mehrwertsteuer soll ab nächstem Jahr auch Tabaksteuer fällig werden. Aktuell kostet ein 10-Milliliter-Liquid grob gesagt 5 Euro - in fünf Jahren würde sich so ein Behältnis auf circa 8,20 Euro verteuern, sollte der Nettopreis gleich bleiben. Branchenvertreter Dahlmann verweist darauf, dass in den Liquids wesentlich weniger Schadstoffe enthalten seien als bei Tabakzigaretten. "Dieser Vorteil muss sich auch steuerlich niederschlagen." In der Gesetzesnovelle sei das aber nicht der Fall.

Für Unverständnis sorgt in der Branche zudem die Berechnung des Finanzministeriums, der zufolge in den Jahren 2022 bis 2026 die Tabaksteuer-Einnahmen mit Liquids von 108 auf 717 Millionen Euro steigen werden. "Das würde bedeuten, dass wesentlich mehr Menschen als heute mit dem Dampfen anfangen - aber das ist bei den absehbaren Preissprüngen unrealistisch", sagt der Branchenvertreter.

Er wirft dem Gesetzgeber vor, mit dem nun eingeschlagenen Reformkurs ein eigentliches Ziel des Gesetzes zu verfehlen, und zwar einen besseren Gesundheitsschutz. Anstatt Menschen mit einer relativ niedrigen Besteuerung vom Rauchen zum E-Zigarettenkonsum zu bringen, werde das Gegenteil getan: "Die E-Zigarette wird mit einem starken Steuersprung unattraktiver gemacht, während der Steueraufschlag auf die Tabakzigarette nur gering ist."

Werbung

In Großbritannien falle auf Liquids nur die Mehrwertsteuer an und ihr Konsum werde von Gesundheitspolitikern für abhängige Raucher empfohlen, sagte Dahlmann. Das Vereinigte Königreich habe mittlerweile eine Raucherquote von nur noch 14 Prozent. In Deutschland rauche hingegen noch etwa jeder vierte Erwachsene, damit stehe man im internationalen Vergleich sehr schlecht da.

E-Zigaretten sind noch eine Nischenbranche in Deutschland. Nach Schätzung des Bündnisses für tabakfreien Genuss machte die E-Zigarettenbranche im vergangenen Jahr hierzulande einen Umsatz von 450 Millionen Euro mit Liquids und Geräten. Eine von der britischer Gesundheitsbehörde in Auftrag gegebene Studie kam 2015 zu dem Schluss, dass E-Zigaretten etwa 95 Prozent weniger schädlich seien als Tabakzigaretten.

Es gibt aber auch kritische Stimmen. So verweist das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf Aerosole, die beim Erhitzen von Liquids entstehen und krebserregende oder möglicherweise krebserregende Substanzen enthalten können. "Im Vergleich zu Tabakzigaretten sind E-Zigaretten zwar sehr wahrscheinlich deutlich weniger schädlich, dennoch sind sie keine harmlosen Life-Style-Produkte", heißt es vom DKFZ. "Nichtraucher sollten E-Zigaretten wegen der unbekannten langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit nicht verwenden." Das Bundesamt für Risikobewertung nennt E-Zigaretten "alles andere als harmlos".

Werbung

In der Nacht zu Freitag soll der Bundestag im Plenum über die Tabaksteuer-Reform abstimmen, am 25. Juni ist der Bundesrat am Zug. Es ist so gut wie sicher, dass die Novelle mit ihrem jetzigen Inhalt angenommen wird./wdw/DP/zb

Aktuelle BAT Aktie News

Werbung

BAT Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BAT nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
02.09.26 BAT Buy UBS AG
10.08.26 BAT Underperform RBC Capital Markets
03.08.26 BAT Buy UBS AG
30.07.26 BAT Buy Jefferies & Company Inc.
30.07.26 BAT Underperform RBC Capital Markets

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.