NASA-Deal zündet den Kurs-Turbo: Rocket Lab-Aktie springt nach oben und zieht Intuitive Machines & Co. mit
Die NASA braucht Electron. Rocket Lab erhält drei dedizierte Starts für zwei Wissenschaftsmissionen ab Anfang 2027 und legt im Handel deutlich zu.
Werte in diesem Artikel
• Rocket Lab erhält NASA-Auftrag
• Milliarden-Auftragsbestand im Blick
• Raumfahrt-Aktien mehrheitlich im Plus
Rocket Lab hat am 25. Juni 2026 den nächsten Regierungsauftrag eingestrichen: Die NASA wählt die Electron-Rakete für drei dedizierte Starts zur Durchführung der Missionen PolSIR und TSIS-2 ab dem ersten Quartal 2027. Die Meldung trieb die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent nach oben, nachdem Rocket Lab während des regulären Handels am 25. Juni bei rund 83 Dollar geschlossen hatte, rund 45 Prozent unter dem Allzeithoch von 151 Dollar vom 27. Mai 2026.
Zwei Missionen, drei Starts
Für die PolSIR-Mission setzt Rocket Lab laut Pressemitteilung zwei identische CubeSats in separate Umlaufbahnen mit 52-Grad-Neigung aus. Die Erdbeobachtungssatelliten untersuchen Eiswolken in Tropen und Subtropen, ihre Bildung im Tagesverlauf und ihren Eisgehalt, um globale Wettermodelle zu verbessern. Rocket Lab hebt hervor, dass Electron Satelliten auf Meterebene genau platziert, während der Branchenstandard im Kilometerbereich liegt. Diese Präzision ist bei PolSIR missionskritisch, weil beide Satelliten spezifische, voneinander verschiedene Umlaufbahnen benötigen.
Die dritte Electron trägt die TSIS-2-Sonde der NASA, die die Sonneneinstrahlung an der Spitze der Erdatmosphäre misst und Daten für Ozonschicht-Prognosen sowie Luftqualitätsvorhersagen liefert. Das Zeitfenster ist eng: Von Vertragsunterzeichnung bis Start vergehen lediglich sieben Monate, was Rocket Lab als Beleg für seine Reaktionsfähigkeit wertet. Die gesamte Electron-Flottenbilanz liegt inzwischen bei über 90 Starts.
Sektor erhält Rückenwind
Die Meldung strahlt auf den breiteren Raumfahrtsektor aus. AST SpaceMobile und Intuitive Machines verzeichnen Aufwärtsbewegungen im Fahrwasser der Rocket Lab-Nachrichten. Der Impuls kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Sektor nach dem SpaceX -Börsengang Mitte Juni 2026 deutlich korrigiert hatte. Rocket Lab selbst hatte nach dem Allzeithoch Ende Mai innerhalb von rund drei Wochen fast die Hälfte seines Wertes verloren, bevor die Meldung den ersten spürbaren Erholungsimpuls liefert.
Die Papiere von SpaceX notieren an der NASDAQ zeitweise 0,28 Prozent höher bei 153,44 US-Dollar, während Rocket Lab 4,41 Prozent auf 84,25 US-Dollar gewinnt. Die Anteilsscheine von AST SpaceMobile steigen um 7,49 Prozent auf 70,54 US-Dollar. Für Aktien von Virgin Galactic geht es derweil um 10,60 Prozent nach oben auf 2,765 US-Dollar. Intuitive Machines gewinnen derweil 4,95 Prozent auf 19,63 US-Dollar.
Auftragsbestand stützt die Bewertungsthese
Der NASA-Auftrag ergänzt eine bereits dicht gefüllte Pipeline. Im ersten Quartal 2026 übersprang Rocket Lab erstmals die 200-Millionen-Dollar-Marke beim Quartalsumsatz, ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar, gestützt durch einen 816-Millionen-Dollar-Satellitenauftrag der US Space Force, einen 190-Millionen-Dollar-Hyperschallvertrag und einen 90-Millionen-Dollar-Auftrag für geostationäre Überwachungssatelliten. Für das zweite Quartal 2026 stellt das Unternehmen zwischen 225 und 240 Millionen Dollar Umsatz in Aussicht. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 915 Millionen Dollar, für 2027 einen weiteren Sprung auf etwa 1,3 Milliarden Dollar.
Die eigentliche Bewährungsprobe folgt im zweiten Halbjahr: Rocket Lab hat bei der US-Luftfahrtbehörde FAA Startgenehmigungen für das Erstflugfenster der Neutron-Rakete zwischen Juli und Dezember 2026 beantragt. Gelingt Neutron der Debütflug im Zeitplan, würde das Unternehmen seine Positionierung als vollwertige Alternative zu SpaceX im mittelschweren Startsegment untermauern.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, SpaceX
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 07.07.26 | SpaceX Outperform | RBC Capital Markets | |
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Goldman Sachs Group Inc. |
