Ermittler durchsuchen KPMG in Frankfurt im Zusammenhang mit Cum-Ex


Von Ulrike Dauer

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Frankfurter Büro von KPMG wird seit Dienstag von Ermittlern im Zusammenhang mit Cum/Ex-Geschäften und ähnlichen Steuerhinterziehungsmodellen durchsucht.

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KPMG bestätigte am Mittwoch die Durchsuchung seines Frankfurter Büros durch Ermittlungsbehörden. "KPMG bestätigt, dass die Niederlassung Frankfurt von der Staatsanwaltschaft aufgesucht wurde. Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden", teilte ein Sprecher des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens mit. Er wollte sich darüber hinaus nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft Köln, die die Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, nannte den Namen des Unternehmens nicht, bestätigte aber die Durchsuchung. "Die Staatsanwaltschaft Köln vollstreckt seit gestern Durchsuchungsbeschlüsse gegen eine Beratungsgesellschaft in Frankfurt am Main", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln schriftlich mit.

Darüber hinaus werden laut Staatsanwaltschaft "auch Privatwohnungen von fünf (ehemals) dort beschäftigen Rechtsanwälten und Steuerberatern als Beschuldigte durchsucht".

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Die Maßnahmen stehen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit "verfahrensgegenständlichen Cum/Ex-Geschäften sowie verwandter Steuerhinterziehungsmodelle". Sie dienten "insbesondere der Auffindung relevanter Kommunikation in Form von E-Mails und sonstiger schriftlicher Korrespondenz".

Beteiligt seien an der Durchsuchung neben Vertretern der Staatsanwaltschaft Köln etwa 60 Ermittlungspersonen der Kriminalpolizei Recklinghausen, weiterer Polizeidienststellen aus Nordrhein-Westfalen, der nordrhein-westfälischen und hessischen Steuerfahndung sowie des Bundeszentralamtes für Steuern. Weiteres könne die Staatsanwaltschaft mit Blick auf das Steuergeheimnis und Persönlichkeitsrechte von Verfahrensbeteiligten nicht mitteilen, so der Sprecher.

Bei Cum-Ex- und ähnlichen -Geschäften haben sich Aktieninvestoren rund um den Dividendenausschüttungstag eine nicht gezahlte Kapitalertragssteuer vom Staat erstatten lassen und dadurch weltweit einen geschätzten Steuerschaden in dreistelliger Milliarden-Euro-Höhe verursacht, wovon geschätzt ein zweistelliger Milliardenbetrag auf Deutschland entfällt.

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Das Handelsblatt hatte zuerst über die Durchsuchung in den KPMG-Büros im The Squaire am Frankfurter Flughafen berichtet. KPMG hat laut Handelsblatt etliche Finanzdienstleister in Zusammenhang mit diesen Geschäften beraten und Gutachten dazu geschrieben.

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd/sha

(END) Dow Jones Newswires

September 21, 2022 09:32 ET (13:32 GMT)

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